Text-Bild-Ansicht Band 33

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Elend der Fabrik-Arbeiter in England.

Ein Weber in Queenstreet arbeitete, um sein Weib mit 4 Kindern zu nähren, seit mehreren Wochen täglich 17 Stunden lang im Stuhle. Bei dem Wenigen, was er dabei gewann, und redlich mit seiner Familie theilte, konnte er lang nichts Warmes genießen. Er starb, abgemagert wie ein Gerippe, erschöpft auf seinem Weberstuhle. (Galignani. N. 4466.)

Ueber ein neues System von Luftschifferei

mittelst eines Drachens, unter welchem der Luftschiffer sizt, und mit großen Fledermausflügeln die Luft peitscht, findet sich ein Aufsaz im Mechanics' Magazine Nr. 298 und 299, worauf wir Liebhaber von Curiositäten aufmerksam machen wollen. Gelingt diese Art von Luftfahrt, so wird sie ohnedieß bald ein Gegenstand eines besondern Theils der Aerostatik und des Staatsdienstes werden, und es wird Zeit seyn, darüber zu schreiben, wenn solche Staats-Merkure einst fliegen werden.

Taubenpost.

Eine Taube brachte von Lille nach Brüssel in Einer Stunde 15 Minuten einen Zettel mit der Nachricht, daß die Musik-Gesellschaft zu Brüssel den Preis in der Musik-Versammlung zu Lille erhielt. (Galignani. N. 4467.) Man hat also hier wieder ein Beispiel mehr für die Möglichkeit der Einführung einer Taubenpost, die wir so oft empfohlen haben.

Wettfahrt im Trotte.

Zehn englische Meilen wurden mit einer Stute in 39 Minuten, die in einem plumpen Cabriolet eingespannt war, im Trotte gelaufen, und eine Wette von 100 Pfd. Sterl. wurde dadurch von derselben gewonnen. (Herald. Galignani. N. 4474.)

Gewinn bei dem lezten großen Wettrennen in England.

Ein Hr. Forth gewann, und strich mit der größten Gleichgültigkeit bei dem lezten großen Wettrennen in England nicht weniger als 30,000 Pfd. Sterl. (360,000 fl.) ein. Ein Hr. R-p-y verlor 7000 Pfd. Verluste von 2600 Pfd. abwärt kamen viele vor. (Chronicle. Galignani. 4450.)

Ein Virtuos im Schaf-Scheren.

Ein junger Pächter, Edmund Buckland zu Kington, St. Michael, Wiltshire, wettete vorige Woche ein Duzend Flaschen Wein, daß er in Einem Tage hundert Schafe scheren könnte. Er fing um drei Uhr Morgens an, und hatte um drei Uhr Nachmittags das hunderte Schaf geschoren. Er schor dann bis Abends noch 20, um sein Tagwerk zu vollenden. (Globe. Galignani. N. 4473.)

Fruchtbarkeit einer Zucht-Sau.

Eine Zucht-Sau des Hrn. Chamberlain zu Holme Hall warf auf 5 Trachten 112 Ferkel. (Norwich Mercury. Galignani. N. 4447.) Wir können nicht umhin bei dieser Gelegenheit zu bemerken, wie ein englischer wohlhabender Landwirth (von 40,000 fl. jährl. Einkommen) seit einiger Zeit seinen armen Pfarrer um den Viehzehend bei dem Borstenviehe brachte. So oft er nämlich eine trächtige Zucht-Sau hatte, die dem Werfen nahe war, trieb er dieselbe zu einem Bekannten in der nächsten Pfarre. Nachdem die Sau daselbst geworfen hatte, nahm er die Ferkel in einen Korb, und ließ sie von einem Knechte nach Hause tragen: die Sau lief ihren Jungen nach wie ein Hund. Der arme Pfarrer verlor so seinen Zehend, weil die Ferkel nicht im Kirchspiele geworfen wurden, und der Pfarrer, in dessen Kirchspiele sie geworfen wurden, konnte sie nicht in Anspruch nehmen, weil sie keinem seiner Pfarrkinder angehörten.