Text-Bild-Ansicht Band 33

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zu lassen; ich wüßte aber nicht, daß irgend Jemand seine Bleichwaare der Einwirkung der Dampf-Hize unter Druk ausgesezt hätte, ehe ich meine Maschine hierzu verfertigte. Die französischen Bleicher haben sich viele Mühe gegeben, die Lauge unter einer höheren Temperatur, als die der Siedehize anzuwenden: ihre Bemühungen waren vergebens. Sie scheinen genau zu wissen, welche Wirkung eine, über jenen Grad hinauf vermehrte, Hize haben muß; allein ihre mechanischen Vorrichtungen waren zu unvollkommen, um diesen Zwek erreichen zu können (siehe Berthollet's Färbekunst). Ich finde aber auch keine Spur, daß sie je eine Idee von den Vortheilen hatten, die entstehen müssen, wenn Hize und Bewegung vereint angewendet werden.

Wenn Dampf nicht unter Druk angewendet wird, so hat das Dämpfen keinen wesentlichen Vorzug vor dem Sieden; es bringt sogar öfters Schaden. Die Hize wird auf diese Weise nie 212° Fahrenh. übersteigen, und auf diesen Grad, d.h. auf den Grad der Siedehize herabsinken, sobald der Dampf mit der freien Luft in Berührung kommt. Wenn aber der Dampf eingeschlossen ist, kann seine Hize leicht bis auf 230° erhöht werden, und dann zeigt sich der Vortheil der Anwendung einer höheren Temperatur bei dem Bleichen. Diese Wirkung wird noch auffallender, und ganz ausgezeichnet schön, wenn die Bleichwaare während derselben in Bewegung gesezt wird, wo dann die Bleichung noch gleichförmiger ausfällt.

Es ist keine Gefahr dabei, wie einige glaubten, daß die Leinwand durch eine starke Dampf-Hize verdorben wird: die schädliche oder sengende Dampf-Hize fängt erst bei 520° Fahrenheit, bei einem Druke von 50 Atmosphären, von 735 Pfd. auf den □ Zoll an. Einen solchen Druk hält kein gewöhnlicher Dampf-Apparat aus.

Dampf-Hize von 350° Fahrenh. macht die Löthung so weich, daß sie dem Druke nachgibt, und die Dampfröhren bersten. Dieß sind Thatsachen, die ich als die Resultate meiner wiederholten Versuche kennen lernte, und bei welchen keine Täuschung Statt hat. Ich bin berechtigt zu versichern, daß man mit den gewöhnlichen Dampf-Apparaten den Dampf nie so hoch erhizen kann, daß die Waare, die der Einwirkung desselben ausgesezt wird, dadurch leiden könnte. Wenn man die Leinwand unter Einwirkung der Dampf-Hize mit Druk, unter Einwirkung der Lauge in Bewegung erhält, so wirkt das Bäuchen nicht bloß stärker, sondern auch gleichförmiger. Jeder Theil der Leinwand wird der Einwirkung der bleichenden Kräfte gleichförmig ausgesezt, der Färbestoff wird von der Leinwand gelöset und schwimmt in der Flüssigkeit unter derselben.

Dadurch entscheidet sich die Frage, die einige aufgeworfen haben: ob der Färbestoff wirklich von der Leinwand gelöset wird, oder