Text-Bild-Ansicht Band 33

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Alle diese gefärbten Säfte kann man in die Form von Kuchen bringen; man braucht sie nur nach dem Kochen mit etwas Fischleim zu versezen und sodann in Formen eintroknen zu lassen, die aus Kartenpapier verfertigt und um das Anhangen zu verhindern, zuvor mit Butter oder Fett ausgestrichen worden sind; sie erhalten dann die Consistenz der Tusche und können auf dieselbe Art gebraucht werden.

Wenn diese Farben concentrirt werden, kann man sie als gefärbte Tinten gebrauchen. Unter diesen wird im gemeinen Leben hauptsächlich die rothe Tinte angewandt; nur selten gebraucht man grüne oder gelbe oder anders gefärbte Tinte. Hier folgen einige Recepte für Tinten, welche bei gehöriger Verdünnung auch zum Illuminiren der Kupferstiche angewandt werden können.

Rothe Tinte. – Hr. Ribaucourt empfiehlt folgende Bereitungsart derselben: man läßt 4 Unzen gemahlenes Brasilienholz drei Tage lang in Weinessig aufweichen; man erhizt es dann bis zum Sieden und erhält es eine Stunde lang in dieser Temperatur, worauf man es filtriren muß. Während es noch heiß ist, löst man darin den dritten Theil einer Unze arabischen Gummis auf und eben so viel Zuker und Alaun; nach dem Erkalten bringt man die Tinte in Flaschen, welche man gut verschließt.

Eine noch schönere Tinte erhält man, wenn man einen Coschenille-Absud anwendet und ihn mit Ammoniak versezt.

Die schönste rothe Tinte erhält man endlich, wenn man Carmin in flüssigem Ammoniak auflöst, das überschüssige Ammoniak verdunsten läßt und eine geringe Menge farbloses arabisches Gummi zusezt.

Grüne Tinte. – Nach Klaproth gibt folgendes Recept eine sehr schöne grüne Tinte: man kocht zwei Theile Grünspan und einen Theil Weinstein in acht Theilen Wasser, bis es auf die Hälfte eingekocht ist, seiht die Flüssigkeit sodann durch ein Tuch und bringt sie nach dem Erkalten in Bouteillen, die man verkorkt.

Gelbe Tinte. – In einem Quart siedenden Wassers löst man eine Unze Alaun auf; man sezt dann ein halbes Pfund Avignons-Beeren zu, erhält die Mischung eine Stunde lang im Kochen, seiht die Flüssigkeit durch, und löst darin etwas mehr als den vierten Theil einer Unze arabischen Gummis auf.

Wenn man dasselbe Verfahren befolgt, aber an Statt der Avignons-Beeren eine viel geringere Menge Saffran nimmt, so erhält man ein viel schöneres Gelb. Eine noch dauerhaftere Farbe erhält man mit Gummigutt, wenn man davon so lauge in Wasser auflöst, bis es die gewünschte Nuance hat.

Durch concentrirte Auflösungen der meisten Farbestoffe kann man Tinten jeder Art bereiten; gewöhnlich muß man etwas Gummi zusezen,