Text-Bild-Ansicht Band 33

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in der Fabrik der HHrn. Nicolas Koechlin und Brüder, damit angestellt wurden, daß sie ihr fünffaches Gewicht Krapp ersezen können, obgleich sie nur vier bis vier und ein halb Mal so viel kosten, als ein guter Krapp zu Avignon. Die Krappblume gibt schon satte Farben, ohne daß man das Bad ins Kochen bringt, und durch Kochen erhält man damit schöne Nuancen. Das Violett und Roth ohne Säuren, waren nach den Passagen und einem viertägigen Ausbreiten auf dem Bleichplan, von den mit Krapp selbst dargestellten nicht verschieden; aber das Rosenroth blieb noch ein wenig orange. Indessen hofft das chemische Comité, daß Hr. Lagier, wenn er seine Bemühungen fortsezt, dahin gelangen wird, ein Product in den Handel zu bringen, welches den Krapp mit einigem Vortheil ersezen kann. (Bulletin de la Société industr. de Mulhausen, N. 8., p. 209.)

Aufmerksamkeit des gegenwärtigen englischen Parliamentes auf den Zustand der Industrie in England.

Sir Richard Vyvyan (ein ehrwürdiges altes Mitglied des Parliamentes aus jenen Zeiten, wo noch die Sprache der Wahrheit und der Liebe des Vaterlandes im Parliamente gesprochen wurde) lud die Mitglieder des gegewärtigen. Parliamentes ein, den traurigen Zustand der arbeitenden Classe in England in reifliche Erwägung zu ziehen. Und wie haben die Patres Conscripti diesem Rathe eines ihrer Aeltesten, diesem höchsten Bedürfnisse des heutigen Englands entsprochen? Um vier Uhr Nachmittags „(was so viel ist als um 12 Uhr bei uns)“ waren nur mehr acht und dreißig Mitglieder im Parliament, und die Nacht-Sizung (bei uns die Nachmittags-Sizung) könnte gar nicht Statt finden. Ungefähr eben so viel hielten sich in den Rauchzimmern und Rost-beaf-Conservatorien auf bei Hrn. Bellamy, und fanden es für besser, eine ruse de Parlement zu brauchen, und sich nicht zählen zu lassen. Die Idee, lieber einen Cigarro zu rauchen, als sich mit den wichtigsten Gegenständen der Staatshaushaltung zu beschäftigen, bei welchen es sich nicht um juristische Schnurrpfeifereien handelt, ist ganz charakteristisch für unser heutiges Parliament. Sie bezeichnet den Gehalt unserer heutigen Staatsmänner. Sie zeigt, daß Vaterlandsliebe für sie nur ein schwacher Sonnenstrahl ist, den jeder ministerielle Nebel verdunkeln kann, und daß das Wohl des Landes in ihren Händen nur eine Seifenblase ist. Solchem Unwesen muß ein Ziel gesezt werden, und zwar bald. (Morning-Journal. Galignani. N. 4438).

Verfall der englischen Fabriken durch das System der freien Einfuhr.

In dem einzigen Orte Paisley in West-Schottland fanden sich 1112 Familien-Häupter und 1099 Knaben und Mädchen brotlos bei der Anfangs Mai's vom Magistrate vorgenommenen Zählung, seit dieser Zeit, seit einer Woche, sind 300 Stühle mehr außer Umtrieb gekommen. (Scotsman.) Die Seiden-Mühlen des Oertchens Stamford, die seit 30 Jahren so blühend waren, sind still gestellt, und 400 Weiber und Kinder sind brotlos. Dieß ist eine neue tröstliche Wirkung des liberalen Systemes des Hrn. Huskisson. (Stamford News.) Zu Dublin sind jezt 418 Seiden-Weber gänzlich brotlos. (Globe.) Alle in Galignani N. 4422. Der Manchester Guardian (Galignani N. 4424.) bemerkt, daß bei den lezten Plünderungen zu Manchester – was unsere hochgelehrten Maschinenfeinde in Deutschland sich gut hinter ihre Ohren schreiben mögen – die Kunst- oder Maschinen-Stühle unangetastet blieben. Der Aufruhr entstand, weil der Schweifer-Lohn von 2 Shill. auf 1 Shill. 9 Pence (d.h. von 1 fl. 12 kr. auf 1 fl. 3 kr.) herabgesezt wurde. Bei dem alten Lohne gewann der englische Weber in der Woche 9 Shill. (= 5 fl. 24); bei dem herabgesezten nur 7 Shill. 6 Pence (= 4 fl. 30, d.i. so viel, als ob er bei uns 45 kr. die Woche gewänne, da es bei uns sechs Mal wohlfeiler ist.)

Die Weber zu Macclesfield

bieten in den Londoner Blättern ihre Zähne zum Verkaufe aus, da Hr. Huskisson ihnen nichts mehr zu nagen übrig läßt. Globe Galignani N. 4406.