Text-Bild-Ansicht Band 33

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oder Blei, noch selbst Phosphor, sich auf Kosten des in dem Wasser enthaltenen Sauerstoffes oxydirt, sondern bloß auf Kosten des Sauerstoffes der in dem Wasser enthaltenen Luft, die sich aus der Atmosphäre immer in demselben erneuert. Man kann selbst aus Eisen- oder Zink-Feile, die in einer graduirten Röhre mit einer dünnen Schichte Wassers übergossen ist, sich ein ziemlich gutes Endiometer verfertigen. Die Oxydation aus der Luft hat selbst durch Queksilber Statt.

Um dem Holze unseres Filtrir-Apparates die üble Eigenschaft, dem Wasser einen Geruch und Geschmak zu geben, zu benehmen, darf man sich nur der schönen Erfindung Berthollet's bedienen, die darin besteht, das Gefäß innenwendig zu verkohlen; eine Erfindung, die bald nach ihrer Bekanntmachung von Hrn. v. Krusenstern in seiner Reise um die Welt benuzt wurde. Er brachte nach 3 Jahren ein Faß Newa-Wasser, das sonst so leicht fault, vollkommen trinkbar, ohne Geruch, Farbe und Geschmak von seiner Reise um die Welt zurük127). Es läßt sich begreifen, daß diese Verkohlung auch mit der Scheidewand EF vorgenommen werden muß, und sie muß einzeln und ehe geschehen, als man sie einzieht.

Was die Anwendung dieses Apparates betrifft, so ist sie höchst einfach. Ich will nur bemerken, daß, wenn man die möglich größte Menge reinen Wassers erhalten will, man durch einige vorläufige Versuche die Höhe von d bestimmen muß, auf welcher das unreine Wasser in dem Schenkel Q gehalten werden soll. Denn da die Wassersäule der Höhe db die Kraft ist, welche die Reibung in den Zwischenräumen des Sandes überwindet, um das Wasser bei c ausfließen zu lassen, so wird, wenn diese zu hoch ist, das Wasser zu schnell ausfließen und nicht den gehörigen Grad von Reinheit besizen; wenn sie aber, im Gegentheile, zu niedrig wäre128), würde der Filtrir-Apparat nicht so viel reines Wasser geben, als er zu liefern vermag. Um nicht die Granzen eines Journal-Artikels zu überschreiten, übergehe ich die Beschreibung eines höchst einfachen Apparates, um das

127)

Der verdiente Capitän Hall erreichte denselben Zwek auch mit eisernen Wasser-Gefäßen, wie wir bereits berichteten, die jezt auf der englischen Flotte fast allgemein eingeführt sind, und die den Vorzug zu verdienen scheinen. Der Schatten Berthollet's, den wir so sehr ehren, wie unser vielgeehrte Parrot, wird es uns verzeihen, wenn wir hier bemerken, daß das Verkohlen des Holzes zur besseren Erhaltung desselben im Wasser, wenigstens an Donau-Schiffen, gewiß über 50 Jahre alt ist; denn vor so vielen Jahren sahen wir die Schiffe an der Donau außen zu diesem Behufe stellenweise verkohlen. Das Wasser in Schiffen, die zu Filtrir-Apparaten verwendet wurden, länger frisch zu halten durch Verkohlung der inneren Wände dieser Schiffe, hat der vortreffliche sel. Mederer v. Wuthwehr im lezten Türkenkriege die Oesterreicher an der Donau und an der Sau gelehrt. Auch Fässer sah der Uebersezer in Oesterreich schon vor 40 Jahren zur besseren Aufbewahrung des Wassers ausbrennen. A. d. Ue.

128)

Im Originale heißt es durch Drukfehler zu hoch (trop de hauteur.)

A. d. Ue.