Text-Bild-Ansicht Band 33

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der Industrie kräftige Förderung der Naturgeschichte unerläßlich ist. Die Société industrielle beschäftigte sich zuerst bei Gründung ihres schönen Institutes mit gehöriger Würdigung der Chemie und Mechanik; sie verbreitete Liebe zur Arbeit in ihrer Gegend, und lehrte wie gearbeitet werden muß, wenn mit Vortheil gearbeitet werden soll; sie wurde unwillkürlich auf die Nothwendigkeit einer Statistik der Industrie in ihrer Gegend aufmerksam gemacht, und endlich fühlte sie, daß, um ihrer herrlichen Schöpfung die Krone der Vollendung zu geben, Naturgeschichte in allen ihren Zweigen, Mineralogie und Geologie, Botanik und Zoologie nicht länger fehlen kann und darf. Sie hat nun, am Ende des vorigen Jahres, beschlossen, einen Ausschuß für Naturgeschichte zu bilden, und diese hochwichtige Wissenschaft in Bezug auf ihre industriellen Unternehmungen kräftig zu betreiben.

Neue Unterrichts-Anstalt für Handwerker zu Manchester: Society for promoting useful Instruction.“

Da die Manchester Mechanics' Institution in Abnahme gerieth, so wurde eine neue Unterrichts-Anstalt in dieser Fabrikstadt errichtet, in welcher man für 16 Shill. jährlich Mathematik, Maschinen und Muster zu zeichnen und grammatikalisch richtig Englisch lernt. Sie führt den Titel: Society for promoting useful instruction.“ Durch diese neue Anstalt kam die alte Manchester Mechanics' Institution von 800 Schülern auf 250 herab. (Mech. Mag. N. 207. S. 310. 27. Juni.)

Ueber den Färbestoff der Orseillen.

Herr Robiquet hat der Akademie seine Untersuchungen über den Färbestoff der Orseillen mitgetheilt. Im Handel kommen hauptsächlich zwei Sorten von Orseille vor, welche verschiedene Variolaria sind, nämlich diejenige, welche man aus Lichen roccella (Stereocolon roceella, achar) auf den Canarischen Inseln bereitet, und die Erdorseille oder Orseille von Auvergne, welche man auch Perelle nennt. Bekanntlich pflegte man sie für die Färberei auf die Art vorzubereiten, daß man sie mit Urin knetete, oder mit Kalk, bisweilen sogar Alaun, Arseniksäure u.s.w. versezte. Erst seit Kurzem haben die Fabrikanten ihr Verfahren dahin verbessert, daß sie sich des Ammoniaks bedienen; doch war dieser Gegenstand bis jezt noch keineswegs durch chemische Untersuchungen hinreichend aufgeklärt. Hr. Robiquet hat sich damit beschäftigt; er hat seine Versuche mit sorgfältig gesammelter Variolaria dealbata DC. angestellt; er behandelte die Orseille mit kochendem Alkohol, wodurch er zuerst eine sehr weiße krystallinische Substanz erhielt, welche mit den sogenannten Halbharzen einige Aehnlichkeit hat; das geistige Extrakt hatte den Geruch von frischem Theriak; mit Wasser angerührt gab es eine zukerige Substanz wie Mannazuker; als man diese Substanz verdunsten ließ, stellte sie eine gelbliche Masse dar, worin Nadeln vorkamen, die aber noch durch eine klebrige Flüssigkeit verunreinigt waren. Durch Auspressen konnte man diesen Mannazuker davon befreien. Als er wieder in Aether aufgenommen wurde, schieb sich eigenthümliche starre kristallinische Substanz und ein grünlichgelbes Princip ab. Durch einige Proceduren läßt sich jedoch dieses grünliche Princip leicht entfernen. Nach diesen verschiedenen Behandlungen bleibt von der Orseille nur noch eine pulverige, stikstoffhaltige Substanz zurük, die wenig Interesse darbietet.

Die durch den Aether abgeschiedene krystallinische Substanz schmilzt bei gelinder Wärme und krystallisirt beim Erkalten wieder; stärker erhizt, verflüchtigt sie sich, sezt sich aber im Hals der Retorte wieder in Krystallen ab; sie kann sich nicht färben.

Nur die zukerige Substanz kann sich färben, obgleich sie in reinem Zustande gelblichweiß ist; sie unterscheidet sich von andern Zukerarten dadurch, daß sie durch basisch essigsaures Blei gefällt wird.

Wenn man diese zukerige Substanz durch thierische Kohle reinigt, erhält man sie in vierseitigen Prismen; da sie schmelzbar ist und bei einer nicht sehr starken Hitze verflüchtigt wird, so legt sie sich an die Seitenwände der Retorte an. Ihre merkwürdigste Eigenschaft ist diese, daß sie sich durch Ammoniak dunkelbraun