Text-Bild-Ansicht Band 33

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und italienische Blumen geliefert. – Bedeutender ist die Ausbeute von Glas aus Falkenau, Kreibitz, Parchen und Steinschönau, und unter vielen ordinärem Gut, manche hübsche Arbeit, wenn gleich in Form und Malerei bei den meisten mehr Zeichnung und Geschmak zu wünschen wäre. – Die gräflich Kinskische Spiegelfabrik in Bürgstein lieferte unter andern einen sehr schönen, nicht gegossenen, sondern geblasenen Spiegel von 70 Zoll Höhe und 54 Breite vom feinsten Kreideglase und mit der englischen Stahlwalze geschliffen. – Der privilegirte Fabrikant des Edelsteinglases und „Sanitäts-Lithyalin“ (wie er sein Product nennt), F. Egermann in Blottendorf, brachte eine ungeheure Menge von Vasen, Körbchen, Mund-Lavoirs, Becher und Flaschen, Theebüchsen, Tabaksdosen, Pfeifenköpfen und Flacons zur Ausstellung, deren mannichfaltiges Colorit in der That höchst lobenswerth ist. Nur bleibt zu bedauern, daß es den Formen aller dieser Gefäße ganz an gefälliger Zeichnung fehlt. – Desto edler, und nach den besten Mustern des Alterthums gearbeitet sind die Vasen, Potpourris, Fruchtkörbe, Confectteller, Theekannen, Zukerdosen u.s.w. aus Theralit von C. Huffsky in Hohenstein bei Teplitz, deren Anblik immer erfreulicher wird. – Sehr fest und zwekmäßig dürften die Wasserröhren von hartgebranntem Stein aus Ugest seyn. – An Metall-Arbeiten waren vorhanden: einige Musterkarten von Compositions-Knöpfen und ein Krucifix von Bronce. – Die gräflich Schönborn'sche Granaten-Fabrik zu Skalten lieferte eine Schatulle mit 2266 Stük theils rohen, theils brillantirten und rosettenartig gearbeiteten Granaten. – Die Drechsler-Arbeiten aus Böhmisch-Kamnitz, Mixdorf und Sandau sind von keiner großen Bedeutung. – Recht gute Gewehre kamen aus Leitmeritz von M. Nowotny und aus Böhmisch-Leipa von J. Rutte, und ein Pianoforte mit 6 Mutationen und dem sogenannten Octavin (neue Erfindung) versehen von A. Möser aus Hayda. –

Der Saazer Kreis brachte nur etwas Weniges von Tuch und Baumwollengarn, Spielwaaren aus Katharinaberg und Ober-Georgenthal (leztere von ausgezeichneter Schönheit, aber auch sehr hohen Preisen z.B. ein Artillerie-Park 36 Fl. C. M.) und ein recht zierlich gearbeitetes Spinnrädchen, welches wohl ungescheut gleichfalls den Spielwaaren angereiht werden kann. –

Die schönsten Fabrikate des Elbogner Kreises sind die Erzeugnisse der drei Porzellan-Fabriken von Schlaggenwald, Pirkenhammer und Elbogen. Vorzüglich lieferte die erste zwei wunderschöne Vasen mit historischen Gemälden (Jesus unter den Schriftgelehrten, und die Heilung des Tobias), zwei kleinere mit Ansichten von Prag von außerordentlicher Zartheit im Colorit, und einen großen runden Fruchtkorb) die zweite gleichfalls mehrere Vasen und Tassen von verschiedener Größe mit vortrefflicher Malerei und Vergoldung. – Die Steingut-Producte waren sehr unbedeutend. – Karlsbad, Schönfeld und Schlaggenwald lieferten Zinngießer-Arbeiten, die dem Rufe dieser Gegenden nur wenig entsprechen, und die erste auch eine kleine Probe von Tischler-Production. Sonderbar ist es, daß diese gewerbsfleißige Stadt nicht mehrere ihrer Producte herein gesandt hat, und dieß scheint wohl darauf hinzudeuten, daß die Hoffnung auf Absaz (der den Karlsbadern im Sommer ohnedieß nicht fehlt) mehr als das Streben nach Ruhm und Auszeichnung zur Ausstellung antreibt. – Die gefärbten Pergamente von S. Simon in Eger sind sehr schön, und großen Theils in billigen Preisen. – Leinwaaren, Baumwollen-Garne und Stoffe erschienen nur wenig, und unter den Strumpfwirkerarbeiten wurden die durchbrochenen Damenkleider (70 bis 80 Fl. C. M.) von dem schönen Geschlecht als zu theuer und nicht geschmakvoll genug befunden. Von Wollenwaaren zeichneten sich einige Merino's vortheilhaft aus. – Eine Taschenuhr sammt Räderwerk von P. Tröger in Asch von Elfenbein gearbeitet, ist ein recht artiges Kabinetsstük. – Noch sahen wir Bleidrath von Christophhammer und Elbogen.

Die zahlreichsten Einsendungen des Pilsner Kreises bestanden in Lederarbeiten; ferner etwas Eisen aus Rokitzan und Mineralien aus Weißgrün.

Ueber die Maßen dürftig ist die Ausbeute des Klattauer Kreises, und besteht aus einigen Wollenwaaren und – Einem Stüke Steingut!

Die Zahl der Gegenstände aus dem Prachiner Kreis ist ebenfalls nicht groß; doch lieferte er, nebst einigen Lederarbeiten, die schönen Spiegel aus der Abele'schen Glasfabrik zu Neuhurkenthal und einige andere lobenswerthe Erzeugnisse dieser Gattung, vorzüglich die Producte der Glasfabrikanten Eisner und Sohn in Bergreichenstein, bestehend in brillantirten Tafelaufsäzen, Gläsern