Text-Bild-Ansicht Band 33

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ist so richtig gestellt, daß jeder Buchhalter jeder Fabrik, der England und Frankreich kennt, sie unterzeichnen wird. Hr. Fournier hat sie sogar noch zu seinem Nachtheile im Beweise gestellt. Indessen wird sie, so einleuchtend sie ist, doch dem Hrn. St. Crieq nicht einleuchten, der jezt auch in Frankreich Huskissonirt ist. Was jedem Esel einleuchtet, ist den Ministerien in constitutionellen Staaten darum noch nicht immer klar genug: in nicht constitutionellen haben die Minister für das Wohl der Industrie der Unterthanen ihrer Souveräne sorgen gelernt. Heil dem erlauchten Kaiser von Oesterreich, Franz II. und seinem kaiserlichen Sohne, die neulich sich persönlich den gemachten Anträgen freier Einfuhr ausländischer Fabrikate widersezten, und ihre fleißigen Unterthanen gegen die Schmeicheleien des Auslandes und gegen die Faseleien einiger bestochenen Rathsherren in ihren väterlichen Schuz nahmen.)

Wozu Schnellfracht für Fabrikanten dient, und wie sie in England benüzt wird.

Der Manchester Herald (Galign. Messeng. N. 4449) erzählt uns folgende urkundlich erwiesene Thatsache. Eine Calico-Drukerei zu Manchester erhielt Donnerstags Bestellung auf 1000 Stük Calico sobald wie möglich. Die Stüke wurden alsogleich abgesandt, kamen Freitags Abends nach London, wurden in der Nacht auf das Dampfboth geladen, das jeden Sonnabend Morgens 7 Uhr von London abfährt, kamen Sonntags 11 Uhr zu Rotterdam an, und wurden Montags 12 Uhr daselbst verkauft. Es wurde eine neue Bestellung gemacht. Sie kam Donnerstags Abends zu Manchester an. Freitags war die Waare wieder zu London, und Montags auf dem Markte zu Rotterdam. Das ist prompte Bedienung. – Ein Kauffahrdey-Schiff: „the Water Lily“ kam, wie der Spectator erzählt, mit 300 Tonnen (6000 Ztr.) Zuker und Rum auf den West-India Docks zu London am 26. Mai an. Es wurde auf der Stelle ausgeladen, nahm hundert Tonnen (200 Ztr.) neue Fracht an Bord, und segelte am 30. Mai wieder ab. Wie lang hätte man bei uns gebraucht, um 8000 Ztr. aus und ein zu laden!

Stillman Blake's Dampfmaschine mit umdrehender Bewegung.

Das Franklin-Journal, Decbr. 1828. S. 404. gibt die ganze, ohne Abbildung unverständliche Erklärung des Patentes, welches Hr. Stillman Blake sich am 11. Oct. 1828 auf eine Vorrichtung ertheilen ließ, durch welche er eine Dampfmaschine mit umdrehender Bewegung in Thätigkeit sezt. Wir wollen uns hierüber mit der Bemerkung dieses Journales trösten (mit welcher auch wir einverstanden sind), daß die bisherigen Dampfmaschinen mit umdrehender Bewegung nicht die erwünschten Resultate gaben, und daß es dem Redakteur dieses Journales, der selbst im Patent Office angestellt ist und folglich die Zeichnungen einsehen konnte, nicht wahrscheinlich scheint, daß die vorliegende Maschine ein vortheilhafteres Resultat geben wird154).

Röhren-Kessel für Dampfmaschinen.

Hr. Alden Potter, zu New-York, ließ sich ein Patent auf einen Röhren-Kessel am 11. Oct. ertheilen, in welchem die Röhren unter einem rechten Winkel gekrümmt sind, so daß sie, lagenweise über einander gelegt, Statt der gewöhnlichen Serpentine, lauter Parallelogramme bilden. (Franklin-Journal, December 1828. S. 401)

154)

In demselben Hefte hat ein Hr. Hammer eine Beschreibung zwischen der Kraft einer Dampfmaschine mit umdrehender und mit abwechselnder Bewegung angestellt, und für leztere, bei einem Dampfverbrauche = 4, eine Kraft von 200; für erstere bei einem Dampfverbrauche = 6,2832, eine Kraft von 400 gefunden. Hiernach wird

6,2832 : 4 : : 400 : 254. Das heißt, bei gleichem Dampfverbrauche ist die Dampfmaschine mit umdrehender Bewegung beinahe um ein Viertel stärker.