Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

Howard's Patent-Wagen für Eisenbahnen.

Hr. Wilh. Howard, Esqu. zu Baltimore, in den Vereinigten Staaten, ließ sich ein Patent auf einen Wagen ertheilen, mit welchem man auf Eisenbahnen, die viele Krümmungen bilden, fahren kann, und den er Patent improved Rayl-way Carriage nennt. Dieses Patent ist im Register of Arts N. 67. S. 293. (auch im Mechan. Mag. N. 306. 20. Juni) in extenso mitgetheilt, und es sind zwei Holzschnitte beigefügt. Die Erklärung ist aber so dunkel, und die Abbildungen so unvollständig, daß wir besorgen müßten, es würde unseren Lesern so wie uns ergehen, daß sie nämlich unsere Uebersezung eben so wenig verstehen würden, als wir das Original. Wir verweisen daher unsere Leser, für welche dieser Gegenstand von Wichtigkeit seyn kann, auf das Original. Eben so unverständlich ist das

Patent des Hrn. Steen Anderson Bille, zu New-York, auf eine verbesserte Methode, moussirende Flüssigkeiten abzuziehen,

so originell es auch ist. Der Patent-Träger will nämlich, da der Mensch in einer Tauchergloke eine Zeit lang unter einem Druke von zwei Atmosphären leben kann, daß Bier, Champagner, und überhaupt alle Flüssigkeiten, welche viel kohlensaures Gas enthalten und moussiren, in einer luftdichten Kammer abgezogen und gestöpselt werden, in welcher die Luft durch eine Verdichtungs-Luftpumpe um das Doppelte oder Dreifache ihres gewöhnlichen Drukes verdichtet wird, indem durch diesen höheren Druk der Luft das Entweichen des kohlensauren Gases aus den umzufüllenden Flüssigkeiten in einem bedeutenden Grade vermindert wird. Der Bau dieser luftdichten Kammer ist, ungeachtet der Länge der Patent-Erklärung, ohne Abbildung unverständlich. (Register of Arts N. 67. S. 298.)

Naben aus Gußeisen.

Hr. W. Dickinson in Batavia, Genesee-County, New-York, ließ sich am 11. Oct. vorigen Jahres ein Patent auf Naben aus Gußeisen ertheilen, die aus 5 Stüken bestehen. Hr. Jones bemerkt mit Recht, daß an Wagenrädern, die beständigen Stößen ausgesezt sind, das Eisen für das Holz zu hart ist, und daß (was auch bei Mühlenrädern, obschon diese ruhig laufen, die Anwendung dieser Naben sehr beschränkt) wenn Wasser in die Löcher der Nabe kommt, in welchen die hölzernen Speichen eingepaßt sind, das Eisen rostig wird, und dieser Rost das Holz angreift. Also nichts halb: entweder ganz Holz, oder ganz Eisen. (Franklin-Journal, December 1828. S. 401.)

Georg Andrews Räder aus Gußeisen.

Hr. G. Andrews zu Tolland in Connecticut, Ver. Staaten, ließ sich am 24. Octbr. 1828 ein Patent auf Felgen aus Gußeisen geben. Die Erklärung, welche im Register of Arts N. 71. hiervon gegeben ist, ist zu undeutlich, als daß sie unseren Lesern von Nuzen seyn könnte. Der Patent-Träger versichert, daß sie weit stärker und dauerhafter sind, als hölzerne Felgen. (Das amerikanische Gußeisen muß viel besser seyn, als das unsrige, das wie Glas springt.)

Eröffnung der neuen Kingswinford-Eisenbahn nach dem Staffordshire- und Worcestershire-Canal.

Am 9. Junius wurde diese neue Eisenbahn eröffnet, deren Bau Hr. Jak. Foster, ein berühmter Mechaniker, leitete. Die Eisenbahn ist 3 1/8 engl. Meilen lang. (1 1/2 bayer. Poststunden und 1/16). Sie fängt mit einem Abhange von 3000 engl. Fuß Länge in einem Falle von 2 3/10 Fuß für die Kette an, über welchen die mit Kohlen beladenen Wagen in 3 1/2 Minute hinablaufen, und zugleich eben so viele leere Wagen heraufziehen. Vom Fuße dieser schiefen Fläche weg läuft sie 1 7/8 engl. Meile in einem Falle von 16 Fuß auf die Meile, wo sie wieder über einen Abhang von 1500 engl. Fuß mit einem Falle von 2 35/100 Fuß auf die Kette (chain) hinabläuft, über welchen die Wagen in 1 3/4 Minuten hinabrollen, und an dessen Fuße das Beken des Canales gegraben ist. Der Dampfwagen wurde nun vor 8 Wagen gespannt. Er selbst wog mit Wasser und Zugehör