Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

eine Vereinfachung der Art, nach welcher die Dampfscheiben in den gewöhnlichen Dampfmaschinen in Bewegung gesezt werden, in van Hall's, Vrolick's und Mulder's Bydragen, III. Bd. S. 93. mitgetheilt, die Aufmerksamkeit verdient. Wir werden hiervon Nachricht geben, wenn sie einmal an Dampfmaschinen im Gange seyn wird.

Berichtigung eines Vorschlages des sel. Humphry Davy, eiserne Dampfkessel vor Oxydirung durch Zinn zu schüzen.

Hr. van Beek hat in van Hall's etc. Bydragen, III. Bd. S. 104. eine schäzbare Abhandlung über die wechselseitige Schüzung der Metalle durch Galvanismus mitgetheilt.

Der sel. Präsident der London Roy. Society sagte in einer am 8ten Jun. 1826 gehaltenen Vorlesung (Bakerian Lecture): „daß eiserne Dampfkessel durch Anwendung eines Stükes Zinn oder Zink gegen Oxydirung geschüzt werden könnten.“ Philos. Trans. 1826. S. 383. Hr. van Beek nahm diese Aeußerung auf Davy's Auctorität in einer frühern Abhandlung an; stellte aber zeither selbst Versuche an, und fand, daß das Zinn nicht nur nichts taugt, sondern daß es sogar das Uebel ärger macht, und daß man beim Zink stehen bleiben müsse.

Isaac's Vorrichtung zum Treiben der Bothe.

Wir haben von dieser Maschine seiner Zeit Nachricht gegeben. Das Repertory of Patent-Inventions bemerkt in seinem August-Hefte, S. 477., daß der Patent-Träger nie das Hintertheil eines Schiffes untersucht haben müsse, indem er demselben eine solche Form gibt, daß das Schiff nicht rinnen kann; die Kraft der Ruderräder wird durch seine spanischen Reiter (cheveaux de Frise)181), die sich in entgegengesezter Richtung gegen die Räder drehen, beinahe gänzlich zerstört, so daß es kaum Eine Meile weiter kommen wird, während andere Bothe fünf Meilen zurüklegen; und endlich muß seine Vorrichtung am Hintertheile das Both im Sturme, wovon der Patent-Träger keinen Begriff zu haben scheint, zerreißen.

G. Johnson Young's Maschine zur leichteren Bewegung der Schiffs- und Ankerwinden.

Hr. G. Johnson Young, Eisengießer zu Newcastle-upon-Tyne, ließ sich am 21. Juni 1828 ein Patent auf eine Maschine ertheilen, durch welche Schiffs- und Ankerwinden leichter getrieben werden können. Das Repertory of Patent-Inventions theilt im Julius-Hefte S. 414. eine Anzeige dieses Patentes ohne Abbildung mit, so daß die Einrichtung dieser Maschine nicht klar wird. Es scheint nur so viel aus dieser Anzeige hervorzugehen, daß die Weise, wie hier die Kraft verstärkt wird, der Theorie nach der Vorrichtung ähnlich ist, auf welche Capitän Kent vor 1827 sich ein Patent ertheilen ließ, welches im Repertory of Patent-Inventions, VII. Bd. S. 115. angeführt ist; nur daß hier Ketten-Bänder Statt der in einander greifenden Räder an Kent's Vorrichtung angebracht sind.

Was nun diese Ketten-Bänder zur Verbindung der Zähne an Rädern in ihrer Umdrehung betrifft, so hat Vaucanson dieselben zuerst angewendet, aber nur dort, wo die Kraft so gering war, daß bloßer Drath zur Bildung der Kettenglieder hinreichen konnte. „Die Anwendung einer Kette zum Drehen großer Maschinen bei mächtigem Widerstande,“ sagt das Repertory, „wäre demnach

181)

Das Repertory drukt zwei Mal Statt cheveaux de Frise, cheveux de Frise. Solche Fehler kommen in englischen Werken häufig vor, und beurkunden den mangelhaften Unterricht, den man in England auf Universitäten bekommt, wo man Preise auf die beste Uebersezung Shakespeare's in's Griechische für die Studirenden ausschreibt, dieselben aber nicht lehrt zwischen einem spanischen Reiter und einer Loke in der Sprache der Franzosen einen Unterschied zu finden.

A. d. Ue.