Text-Bild-Ansicht Band 33

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neu182). Der Patent-Träger behauptet, daß die Zähne an Rädern, welche mittelst eines Kettenbandes unter einander verbunden sind, weit weniger in Gefahr sind, bei starken Stößen des Schiffes in einer stürmenden See zu brechen, als die Zähne der Räder, die in einander eingreifen. Wir wollen dieß glauben, weil die Gewalt hier durch die Kette auf mehrere Zähne vertheilt wird. Der Patent-Träger muß aber erst beweisen, daß die Glieder der Kette selbst weniger in Gefahr sind zu brechen, als die Zähne der Räder; denn sonst ist kein Grund für die neue Auslage auf die Kette. Wir sehen auch keinen Grund für den angegebenen Bau der Zähne, indem die Kette über die halbcylindrischen Zwischenräume zwischen denselben leicht weggleiten, und weniger fest in die Zähne eingreifen wird, als bei dem gewöhnlichen Baue derselben.“

Jonathan Brownill's Methode, Schiffe in Schleußen aus einer Wasserhöhe in die andere zu heben oder zu senken, auch Waaren und Wagen auf Eisenbahnen auf und nieder zu heben.

Das Repertory beschreibt in seinem August-Hefte das Patent, welches Hr. J. Brownill, Messerschmid zu Sheffield, Yorkshire, sich am 1. Mai 1828 auf die oben erwähnte Vorrichtung geben ließ, jedoch ohne alle Zeichnung, so daß sie ganz unverständlich ist. Es bemerkt am Ende bloß, daß dieser Apparat des Hrn. Brownill auf denselben Grundsäzen beruht, nach welchen Hr. Woodhouse schon im J. 1809 auf dem Worcester- und Birmingham-Canal zu Tardebrig 60 Bothe in 6 Stunden über und unter die Schleußen brachte. Man würde diese Vorrichtung wahrscheinlich nie aufgegeben haben, wenn nicht andere Ursachen die Gesellschaft zu Errichtung einer Dampfmaschine geführt hätten, die sie später überflüssig machte. Der Unterschied zwischen Hrn. Brownill's Maschine und jener des Hrn. Woodhouse besteht bloß darin, daß jener Wasserkisten und dieser Ziegel als Gegengewicht der Bothe anwendet, und daß jener zwei Räderwerke, auf jeder Seite des Canales Eines, braucht, und dieser nur Eines. Woodhouse war überdieß weit vorsichtiger bei seiner größeren Einfachheit. Die Anwendung des Wassers, als Gegengewicht, zum Heben und Senken der Waaren und Wagen auf Eisenbahnen scheint dem Repertory nur mit überflüssigen Ausgaben verbunden, und trokene Maschinen scheinen ihm weit zwekmäßiger.

Ueber Spindel-Maste oder zusammengesezte Maste.

Wir haben in unsern Blättern über die neu patentisirten Spindel- oder zusammengesezten Maste seiner Zeit Nachricht gegeben. Das Mechan. Mag. Nr. 307. 27ster Jun. S. 314 bemerkt, daß diese Maste sehr alt sind, und bereits in einem alten Buche unter dem Titel: Britain's Glory, or Shipbuilding unvailed, by Will. Sutherland, Lond. 1717“ beschrieben und abgebildet wurden. Es sind daselbst mehrere Methoden angeführt, wie man Maste aus kleineren Holzstüken theils rund, theils prismatisch verfertigen kann.

Rettungs-Floß und Leuchtthurm-Boje von Hrn. Canning.

Hr. Alfred Canning will zu Paris ein Rettungs-Floß (Radeau Sauveur) und eine Leuchtthurm-Boje (Bouée-Phare) bekannt machen, wenn 3000 Franken, die zur Ausführung dieser Idee nöthig sind, subscribirt sind. Er hat die Boje, die man an den gefahrvollen Stellen an der Kiste anbringt, so eingerichtet, daß sie sich, nach der Jahreszeit, zu bestimmten Stunden von selbst anzündet, und wieder auslöscht, und nur ein Mal im Monate aufgezogen zu werden braucht. Er hat sie ferner mit einer Gloke versehen, die durch die Bewegung der Wogen geläutet wird, so daß man auch, wenn die Flamme verlöschen sollte, oder vor Nebel nicht sichtbar wäre, durch das Läuten Kunde von der gefährlichen Stelle erhalten kann. Bulletin d. Scienc. technol. Juni. S. 139. „(Die Idee, eine Gloke an einer Boje anzubringen, ist sehr zwekmäßig, indem

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Der Uebersezer erinnert sich jedoch, dieselbe in Deutschland an einem sehr alten Ziehebrunnen angebracht gesehen zu haben.

A. d. Ue.