Text-Bild-Ansicht Band 33

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elegant seyn. (London Litterary Gazette. 26. April 1828. Bulletin d. sciences technol. Juni. S. 125.)

Ueber Kirchthurm-Uhren, Ramm-Blöke, und über das Gesez fallender Körper

hat der berühmte Mechaniker, Jakob Harrison, einer der ersten Uhrmacher Englands, eine Antwort gegen Hrn. Wynn im Mech. Mag. Nro. 308. S. 323. eingerükt, die wir Mechanikern zur Lectüre empfehlen. Einen gelehrten Streit in unsern Blättern aufzunehmen, erlaubt der beschränkte Raum derselben nicht.

13,800 Fuß langes Papier.

Man spricht so viel über das große Format des Atlas, (eines neuen Zeitungs-Blattes zu London.) Großes Papier machen ist jezt keine Kunst mehr. Auf der White Hall-Mühle in Derbyshire wurde neulich ein Stük Papier von 13,800 Fuß Länge und 4 Fuß Breite verfertigt, womit man also füglich 1 1/2 englische Tagwerke (Acres) bedeken kann. Die Schwierigkeit bei Anwendung des großen Papiers zum Druke liegt vorzüglich in der Größe der hierzu nöthigen Presse. Mech. Mag. Nro. 308. 4. Jul. 1829. S. 336.

Kupferstiche auf Gyps abzudruken.

Dieses Verfahren ist zwar alt; das Journal d. connaiss. usuell. N. 46. 1829. und der Bulletin des Sc. techn. Mai S. 38 theilt es aber neuerdings mit, weil viele Künstler es nicht kennen. Man richtet eine Kupfertafel zum Abdruke auf die gewöhnliche Weise zu, nimmt aber zur Schwärze Beinschwarz mit Leinöhl abgerieben. Man legt hierauf die Kupfertafel auf ein Brett von 1/2 Zoll Dike und von der Größe der Tafel. Das Brett ist am Rande mit Leisten versehen, die zugerundet, und mit Papier belegt sind, und 1/2 Zoll über das Brett empor ragen, und so eine Art von Trog bilden. Man rührt nun den Gyps mit Wasser an, und gießt ihn auf die geschwärzte Kupferplatte, die man zuweilen mit dem Brette hebt, und flach niederfallen läßt, damit die Luftbläschen aus dem Gypse entweichen können. Man läßt den Gyps eine Stunde lang auf der Platte erhärten, nimmt ihn dann von dieser ab, und wird den Kupferstich sodann eben so schön, wie auf Papier, auf dem Gypse finden, den man unter Glas und Rahmen bringen kann.

Seile aus Baumwolle.

Hr. Samuel Green zu Pawtuxet in den Vereinigt. Staaten von N. Amerika spinnt Seile aus Baumwolle. Man fand sie dauerhafter, als die aus Hanf und Flachs. Sie sind überdieß leichter und haben mehr Elasticität. Man verfertigt zu Baltimore auch Segeltuch aus Baumwolle. (Nile's Register. 17. Dec. 1825. S. 244. 4. Febr. 1826. Bullet. d. Scienc. technol. Juni. S. 129.)

Baumwolle-Paken.

Im Boston Patriot wird einer neu erfundenen Maschine erwähnt, deren man sich in Nord-Carolina zum Einpaken der Baumwolle bedient. Ein Mann kann mittelst derselben in Einem Tage 8–12 Ballen Baumwolle paken, und bringt 450–580 Pfund Baumwolle in ein Stük Paktuch von 5 Ellen. (Niles Register 1. Oct. 1826. Bulletin d. Scienc. technol. Juni. 1829. S. 147.) (Es wäre sehr der Mühe werth, diese Maschine, wenn sie das wirklich leistet, was davon geschrieben steht, nach Bayern und Böhmen kommen zu lassen, nicht um da Baumwolle, sondern um Hopfen zu paken. Die Hopfen-Säke verschlingen jährlich Tagwerke von Hanf, und ein Hopfenwagen ist das lächerlichste Ding, das einem Holländer oder Engländer auf der weiten Welt begegnen kann. Er ist noch tausend Mal lächerlicher, als unsere und als die kroatischen Heuwagen in Oesterreich. Die Kunst zu paken versteht man auf dem festen Lande nicht, es wäre sehr der Mühe werth, unsere Pakmeister auch nur nach Hamburg, besser aber nach Holland und England, zu schiken, um dort die bei uns kaum geahnete Kunst