Text-Bild-Ansicht Band 33

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5) Der bequemste Durchmesser für die Aufsteigungs-Röhre ist die Hälfte des Durchmessers des Körpers des Widders.

6) Es ist eben so vortheilhaft, als ökonomisch, den Körper des Widders und der Aufsteigungs-Röhre aus Gußeisen verfertigen zu lassen, den Luftbehälter aber aus Kupfer, und die Klappen aus Messing. Sie müssen in Leder gefaßt seyn, um die Oeffnung genau zu schließen.

7) Um den vortheilhaftesten Durchmesser für den Körper des Widders zu finden, gibt er folgende praktische Regel. Man ziehe aus der Menge des angewendeten Wassers, in Kubik-Zollen ausgedrükt, die Quadrat-Wurzel aus, und theile den Quotienten durch 25.“ Zur Bestimmung der Länge soll man die Länge der Aufsteigungs-Röhre mehr dem doppelten Werthe des Verhältnisses des Falles zur Höhe der Aufsteigung nehmen.“

Wenn man nun die nüzliche Wirkung des Widders mit jener der Pumpen vergleicht, die durch Eimer-Räder getrieben werden, so fand Eytelwein daß, wenn das Wasser vier Mal so hoch gehoben werden soll, als es fällt, der hydraulische Widder um den siebenten Theil mehr Wasser hebt, als jene. Die Wirkung ist bei beiden gleich, wenn das Wasser sechs Mal so hoch gehoben werden soll, als der Fall beträgt. Ueber diese Gränze hinaus ist der Widder weniger vortheilhaft.

Wenn man Statt der Eimer-Räder sich der Räder des Hrn. Poncelet mit gekrümmten Schaufeln191) bedienen würde, wäre schon bei einer vierfachen Höhe des Falles gleiche Wirkung vorhanden. Der Widder wäre aber dann in jenem Falle vortheilhafter, wo man das Wasser nur auf eine geringere Höhe heben dürfte, und im entgegengesezten Falle nachtheilig.

Wir glauben die Theorie der Wirkungen und des Baues des hydraulischen Widders hinlänglich entwikelt zu haben, um unsere Leser in den Stand zu sezen, denselben überall anzuwenden, wo die Orts-Verhältnisse es erlauben. Wir glauben aber hier noch ein Verzeichniß von Werken beifügen zu müssen, aus welchen wir schöpften, und zu welchen auch der Leser im Nothfalle seine Zuflucht nehmen kann.

Die erste Abhandlung Montgolfier's über den hydraulischen Widder befindet sich im Journal des Mines, T. 13. Erläuternde Bemerkungen über denselben im 15ten u. 18ten Bande. In den Atti della Societa italiana delle Scienze T. 10. ist eine Abhandlung von den HHrn. Pino und Racagni. Man vergleiche ferner: Trattato

191)

Polyt. Journal Bd. XIX. S. 417.