Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

Buben, der lieber mit seinen Kameraden spielte, als den ganzen Tag lang vor dem Cylinder stand, bemerkte eines Tages, daß, wenn er einen Bindfaden an den Griff der Klappe anbringt, die diese Verbindung herstellt und absperrt, und diesen Faden an einem anderen gewissen Theile der Maschine befestigt, die Klappe sich so gut öffnet und schließt, als wenn er dabei stehen bleibt, und dieß mit seiner eigenen Hand thut; daß er also während dieser Zeit ganz bequem mit seinen Kameraden kann. So war also eine der wichtigsten Verbesserungen an dieser Maschine, die seit der Erfindung derselben gemacht wurde, das Werk eines Buben, der lieber spielte als arbeitete.“

Die ganze Welt wird gestehen, daß die Männer, welche die Dampfmaschine erfanden, und bis zu jener Vollendung brachten, daß man sich derselben in Fabriken, Bergwerken etc. bedienen konnte, Männer von hohem Geiste, wenigstens Männer von mehr Geist gewesen, als Millionen, die vor und gleichzeitig mit ihnen lebten. Und diese großen Männer sahen an dem unsterblichen, die Menschheit beglükenden Meisterwerke, das ihr Genie erschuf, den Fehler nicht, den ein muthwilliger Bube einsah und verbesserte, welcher nichts von allem jenen tiefen Calcül wußte, der zur ersten Errichtung der Dampfmaschine gehörte.

Möchten doch unsere gelehrten Herren, und vorzüglich diejenigen, die sich auf ihr Wissen etwas einbilden, nie vergessen, daß sie von dem nächsten besten Kinde noch Besseres und Nüzlicheres lernen können, als sie bei all' ihrer Weisheit noch nicht wissen. Prüfet Alles und das Gute behaltet, sagte der Apostel; es ist gleichviel von wem es kommt. Man muß sich nicht einbilden, daß man allein Alles weiß und kann, und daß Alles schlecht ist, was man nicht selbst gemacht hat, oder bisher noch gar nicht so gemacht wurde, wie ein anderer meint, daß es gemacht werden könnte. Diese Wahrheit gilt nirgendwo mehr, als in der Mechanik.

Englisches Mittel gegen Explosionen der Dampfkessel. Kleiner Dampfwagen.

Es scheint daß man in England an den Dampfkesseln die Scheiben aus leicht schmelzbarem Metalle, die in Frankreich durch Geseze für jeden Dampfkessel befohlen sind, noch bis zur Stunde nicht kennt. Wenigstens schlägt ein Hr. Saxula im neuesten Mechan. Mag. N. 255. S. 221. als Mittel gegen das Springen der Dampfkessel vor, oben auf denselben neben den Sicherheitsklappen eine Röhre anzubringen, und diese an ihrer oberen Mündung mit einer dünnen Bleiplatte zu deken und zu schließen, die nur so stark ist, daß sie dem Dampfe bei dem gehörigen Druke widerstehen kann, aber alsogleich reißt, sobald der Druk zu stark und für den Kessel gefährlich wird. Er wünscht, daß diese Vorrichtung vom Parliamente für alle Dampfmaschinen befohlen werden soll. Wenn Hr. Saxula auch von den französischen Gesezen nichts weiß, so hätte doch der Redacteur des Mech. Mag. ihn und das Publikum darauf aufmerksam machen sollen. Herr Saxula erzählt bei dieser Gelegenheit, daß er sich dieser Vorrichtung bei seinem kleinen Dampfwagen schon seit 2 Jahren bedient, mit welchem er während dieser Zeit auf gewöhnlichen Wegen selbst bergan, (wo es um 1/2 Fuß in 3 Fuß bergan geht!) sicher und bequem fahrt. Die Sicherheitsröhre hat nur 1 Zoll Durchmesser, und das Blei, daß sie oben schließt, ist nicht diker, als braunes Pakpapier.

Hrn. Vignole's Tabelle der Kräfte eines Dampfwagens auf Eisenbahnen.

Hr. Vignoles beschäftigt sich jezt mit Herausgabe eines Werkes über Eisenbahnen, welches äußerst lehrreich seyn wird. Das Mechanics' Magazine theilt in seiner N. 352. S. 157 einen Auszug einer darin vorkommenden Tabelle mit, die sehr interessant ist. Hr. Vignoles nimmt die Reibung auf einer Eisenbahn zu 10 Pfd. auf die Tonne an (auf 20 Ztr.) und die Schwere des Dampfwagens mit seiner Maschine zu 7 1/2 Tonnen.