Text-Bild-Ansicht Band 37

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Rasches Fortschreiten der Kultur in Nordamerika.

Als das Project eines Canales zwischen dem Erie und Hudsonsec das erste Mal von dem Richter Forman dem großen Jefferson (damaligen Präsidenten der V. Staaten) vorgelegt wurde, sagte dieser. „In der That ein schöner Vorschlag; er kann vielleicht in hundert Jahren mit großem Nuzen ausgeführt werden. Sie sprechen mir ja von einem 250 (engl.) Meilen langen Canale durch eine Wüste! Es gränzt nahe an Narrheit, jezt schon an so etwas zu denken.“ Dieß war im J. 1809, und Jefferson erlebte noch die Eröffnung dieses Canales. Die Wüste von welcher er sprach, ist in kurzer Zeit der herrlichste Schauplaz menschlichen Fleißes in der Welt geworden. Der sel. Jefferson soll später gegen Jemanden geäußert haben: „Ich habe einmal gesagt, daß das Project zu diesem Canale um ein Jahrhundert zu frühe kam; nun sehe ich aber ein, daß ich um ein Jahrhundert zu spät in meiner Rechnung gekommen bin, nach welcher ich die Fortschritte des menschlichen Geistes in unserem Lande berechnete. Es scheint, ich habe mich damals vergriffen, und die europäische Elle, Statt der nordamerikanischen, als Maßstab genommen.“ Als der Act des Congresses, welcher die Errichtung dieses Canales sanctionirte, durchging, schäzte man die Last der Güter, die in den ersten Jahren auf diesem Canale gefahren werden würde, auf 200,000 Tonnen. Allein, schon im ersten Jahre der Oeffnung dieses Canales betrug sie 600,000 Tonnen. Vergl. Mechanics' Mag. N. 352. 8. Mai. 1830. S. 160.

Ueber den London- und Birmingham-Canal,

ward am 20. Mai an sechs Stunden lang debattirt, ehe Th. Eyre Lee vom Sprecher seinen Verweis erhielt und entlassen wurde. Alderman Waithman sagte, daß einer der Haupträdelführer bei diesem Betruge (einer singirten Actienliste, die das Parliament accreditirte) Moses Levi war, der vor mehreren Jahren transportirt wurde, und kürzlich mit Hinterlassung einer Million starb. „Er wolle,“ sprach er, „diesen Handel nicht den schändlichsten dieser Art nennen; denn er kenne hundert eben so schlechte, und er hätte leicht einige Schok Parliaments-Mitglieder“ (some scores of Members of Parliament) darein verwikeln können, die dann ihren Siz im Hause nicht würden haben behalten können.“ – Der edle Alderman Waithman wurde über eine solche Herzensergießung über das heutige Parliament nicht zu Recht gewiesen. „Welch ein Gemählde von dem achtbaren Hause!“ ruft das Chronicle aus. „Von dem rein christlichen Hause, in welchem nie ein Jude oder Mahometaner Siz und Stimme haben soll! Welche schöne Wirkung muß dieß im Lande hervorbringen, wenn es allgemein bekannt wird, daß eine so große Anzahl Mitglieder dieses achtbaren Hauses würdige Gesellen Moses Levi's, eines überwiesenen und verurtheilten Betrügers sind! Dürfen wir uns wundern, wenn Diebstahl und Betrug jährlich zunehmen?“ (Galignani. N. 4744.)

Unglükliche Speculation mit der Waterloo-Brüte zu London.

Die Engländer wollten die Franzosen nachahmen, und die Bourmontiade zu Waterloo durch eine Waterloo-Brüke verherrlichen. Es bildete sich eine eigene Compagnie zur Erbauung einer Waterloo-Brüke. Leider zeigt es sich aber, daß diese Brüke von Jahr zu Jahr weniger trägt. Bei der dießjährigen Rechnung ergab sich in dem lezten halben Jahre ein Deficit von 515 Pfd. gegen das vorige, das bereits um 500 Pfd. (6000 fl.) zurük war. Die ganze Einnahme betrug nur 6356 Pfd. Sterl., so daß diese Brüke jezt nicht weniger als 877,437 Pfd. (8,949,857 fl.) Schulden hat. (Chronicle. Galignani. N. 4754.)

Ueber Cooper's Feuersprize mit umdrehender Bewegung,

über welche wir neulich Nachricht gegeben haben, erklärt sich Herrn W. Baddeley dahin, daß er die Thatsachen, die daselbst angegeben sind, läugnet. Er

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auf dieser Bahn aufwärts mit derselben Geschwindigkeit noch 20,4 Tonnen treiben. A. d. Ue.