Text-Bild-Ansicht Band 37

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74) indem die Wagen und Karren bei schlechtem Wetter und folglich schlechtem Wege ohne Eisenbahn nicht zu. brauchen sind. Aus diesem Grunde habe ich obige Notiz mitgetheilt.

In Schweden ist der Taglohn in jeder Provinz verschieden. Er ist nie weniger als 20 Shill. Bo, und nie mehr als 30. Da nun der Taglohn eines Soldaten nie weniger als 8 Shill. Bo, und nie mehr als 12 Shill. Bo ist, so erspart Schweden durch Verwendung seiner Armee wenigstens die Hälfte, und vielleicht im Maximum 2/3 der öffentlichen Baukosten.

Man darf ferner nicht vergessen, daß, wenn Schweden eine größere Summe zu seinen öffentlichen Arbeiten verwenden könnte, als ihm der Landtag, oder vielmehr sein geringes Einkommen nicht gestattet, es nicht 1/9 seiner Infanterie, sondern 2/3 derselben jährlich zu öffentlichen Arbeiten verwenden würde.

In Frankreich, wo die Nationalgarde den inneren Dienst leicht versehen könnte, würde 1/3 der Infanterie zur Besazung der Festungen hinreichen. Da die übrigen 3/5 der Infanterie zu öffentlichen Arbeiten nur im Sommer verwendet würden, so hätte die Nationalgarde auch nur während der schönen Jahreszeit den leichten Müßiggangsdienst der Infanterie: der schwerere, im Winter, fiele dann wieder auf das Militär. Es scheint nicht, daß die Bürger sich hierüber beklagen würden, indem ihre Söhne bei dieser Gelegenheit sich Geld verdienten, arbeiten lernten, und folglich an Moralität eben so viel gewännen, als sie bei dem gewöhnlichen Garnisons- oder Kamaschendienste an derselben verlieren.

XXVI. Neue Methode, thierische Kraft an Maschinen anzubringen, worauf Thom. Shaw Brandreth sich am 9. Septbr. 1829 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Register of Arts. April. 1830. S. 257.

Mit Abbildung auf Tab. II.

(Im Auszuge.)

Hrn. Brandreth's Methode besteht darin, daß das Pferd, welches den Wagen in Bewegung sezen soll, sich auf dem Wagen, Statt vor oder hinter demselben befindet, und so den Wagen weit schneller treiben kann, als auf keine andere Weise möglich ist. Seine Vorrichtung ist vorzüglich für Eisenbahnen berechnet, und wurde auch im October bei den Wettfahrten auf der Liverpool- und Manchester-Eisenbahn versucht.75) Sie gelang nicht, weil der Plaz für das Pferd auf dem Wagen zu klein war, und dasselbe aus diesem Grunde nicht mit aller Kraft arbeiten konnte. Auch war die Maschine zu sehr in Eile zusammengestoppelt, um vollkommen gelingen zu können. Da Reibung das einzige Hinderniß ist, welches man auf einer ebenen Eisenbahn zu überwinden hat, und da die Reibung nicht im Verhältnisse zur zunehmenden Geschwindigkeit zunimmt; so folgt, daß man in vielen Fällen bloß durch eine größere Geschwindigkeit, als diejenige ist, welche ein Pferd einem Wagen mitzutheilen vermag, auf einer Eisenbahn fahren kann; ja daß man sogar einige Streken ohne alle Kraftäußerung auf derselben fahren kann. Man muß aber zugleich bedenken, daß hier das Pferd die Schwere der Last vermehrt; ein Umstand, der in vielen Fällen nicht unbedeutend ist.

74)

Nordamerikaner folgen wird, wo alle öffentlichen Arbeiten nicht den Beamten, sondern dem Militäre anvertraut sind. So lang der Baubeamte seine Diäten für seine Baucommissionen haben wird, wird jede Vorrichtung, durch welche der Bau beschleunigt werden könnte, verworfen werden, so wie Maurer und Zimmerleute und Taglöhner desto langsamer arbeiten werden, je besser man sie nach dem Tage bezahlt. Das Interesse des Bauherrn ist von jenem des Baumeisters und der Arbeiter himmelweit verschieden; wenn der Privatmann, der baut, hier mit der Hydra des Zunftgeistes der Maurer und Zimmerleute zu kämpfen hat, wie muß 5 erst dem Staate ergehen, wenn die Kniffe und Pfiffe seiner Schreiber mit dieser eine heilige Allianz schließen! Militärischer Geist und militärische Ordnung kann allein den Staat hier retten und vor seinen inneren Feinden, wie vor seinen äußeren. A. d. Ue.

75)

Wir haben hiervon im lezten Bande des vorigen Jahres Nachricht gegeben Die Idee ist übrigens nicht neu. Hr. Snowden (vergl. Polytechn. Journal Bd. XX. S. 326.) ließ sich vor mehreren Jahren ein Patent auf eine ähnliche Vorrichtung geben, und wir haben im Polytechn. Journal Bd. XVII. S. 231. gezeigt, daß man schon in den Zeiten der klassischen Welt Ochsen auf Schiffen hatte, welche Ruderräder trieben. A. d. Ue.