Text-Bild-Ansicht Band 37

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sehr unglükliche Dame zu Wien, die Baronesse Aichelburg, die vor beiläufig 40 Jahren starb, zuerst, so viel wir wissen, auf Anwendung des Steinkohlen-Theeres zur Schüzung der Schiffe und Dämme gegen die Würmer aufmerksam gemacht, und eine unbedeutende Entschädigung, wir erinnern uns nicht mehr deutlich, ob von einem Engländer oder Holländer, dafür erhielt.

Soda und Salpeter in Aegypten.

Der vortreffliche Oesterreich. Kaiserl. Consul, Gius. Acerbi, (der Gründer und ehemalige Redacteur der Biblioteca italiana) reist jezt in seinem Alter auf Kamehlen durch Aegypten, wie in seiner Jugend mit Rennthieren in Lappland und am Nord-Cap. Die Biblioteca ital.. Magg. (ausgegeben am 26. Jun.) enthält ein sehr interessantes Schreiben des Hrn. Consuls, in welchem er (dem Nichts entgeht was wichtig ist) auch von den Natron-Seen in Aegypten spricht. Er traf zufällig an denselben den ausgezeichneten Chemiker D'Arcet, den Sohn des berühmten Chemikers D'Arcet zu Paris. Ein Italiäner, Baffi, ha auf drei Jahre die Sodaerzeugung gepachtet, und wird nun Europa mit reiner kohlensaurer ägyptischen Soda im Ueberflusse versehen: was wir bisher hiervon aus Aegypten erhielten, war bekanntlich äußerst unrein. Dieser thätige Mann raffinirt auch in Aegypten Salpeter mit dem besten Erfolge an der Sonne, ohne alles Feuer, was freilich nur in Aegypten möglich ist.

Baffi ist kein Gelehrter,“ sagt Hr. Acerbi, „und vielleicht auch kein Chemiker (er war ein mittelmäßiger Apotheker zu Pergola), hat aber dem Bascha von Aegypten mit seiner neuen Salpetererzeugung bereits Millionen erworben. Die Idee, die Sonne in Aegypten zur Verdampfung zu benüzen, ist so einfach, und doch ist sie noch keinem Menschen in Aegypten in den Kopf gekommen, nicht einmal den Gelehrten, die bei der französischen Expedition in Aegypten waren.“

Neue Methode Weinessig zu bereiten; vorzüglich für die Weinbauer am Main und Rhein und an der österreichischen Donau.

Wo der Wein gut, und wirklich Wein ist, wie in Frankreich und Ungarn, brennt man aus den Weintrabern Brantwein, den sogenannten Franzbrantwein; wo er aber schlecht oder gering ist, und mehr Gurkenwasser als Wein ist, wie in einigen Gegenden am Rheine, vorzüglich am Mayn und an der österreichischen Donau, kann dieß nie mir wahrem Vortheile geschehen. Graf Valperga di Civrone hat in dem Calendario Georgico della r. Società agraria di Torino p. l'ao 1830. Torino p. Chirio e Mina, seine lieben Landsleute im nördlichen Piemont, wo der Wein auch sehr gering ist, die Träbern auf folgende Weise auf Essig benüzen gelehrt. „Nachdem der weiße Wein auf den Träbern ausgegohren hat, zieht man ihn ab. Die in einer Kufe gesammelten Trabern werden nach einigen Tagen sich erhizen und Dämpfe ausstoßen (rauchen). Man gieße auf dieselben etwas Wein, jedoch nicht so viel, daß sie sich abkühlen. Von Zeit zu Zeit gießt man wieder etwas Wein nach. Fünf Nachgüsse reichen gewöhnlich hin. Wenn die Trabern nun anfangen sauer zu riechen und hinlänglich sauer schmeken, preßt man sie aus, und bewahrt den erhaltenen Essig in reinen Gefäßen auf.“ Dieser Essig gibt sehr gute aromatische Essige. (Vergl. Biblioteca italian. N. 171. S. 399.)

Zwei Brantweinfässer zu London. Menge Brantweins, die in England jährlich getrunken wird.

Eine Compagnie Brantweinbrenner zu London, Holborn-Hill, läßt zwei Fässer bauen, wovon jedes 11,000 Gallons halten soll. (Das Weingallon hält 3,264 Wiener Maß; das Faß also 84 Wiener Eimer.) Sun. Galignani N. 4757. wurden in England und Schottland 220',690,270 Gallons getrunken, (d.h. 720'329,141 Wiener Maß!) Herald. Messeng. 4759.