Text-Bild-Ansicht Band 37

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Bankerott macht, insofern sie niemals ehe einen Kreuzer hergibt, als sie den vollen Werth empfangen hat. Sollte man in ganz Deutschland nicht 2000 Wein- und Bierwirthe finden, wovon jeder demjenigen 5 st. bezahlt, der ihm entweder bessere Stöpsel gibt, als die bisherigen, ohne daß sie ihm mehr kosten, oder vielleicht gar wohlfeilere und eben so gute? Diese 5 fl. dürften einstweilen bloß subscribirt und nicht ehe bezahlt werden, bis nicht solche Stöpsel, welche eine von den Subscribenten selbst ernannte Commission brauchbar und gut befunden hat, ihm in das Haus geschikt werden.

Wenn sich nicht so viel Interesse für diese so hoch wichtige Sache in demjenigen Publikum findet, welches derselben so sehr bedarf; wenn es nicht große Weinhändler und Bierwirthe der Mühe werth finden, Subscribenten unter ihren kleinern Collegen zu sammeln, und für die Zahl ihrer Subscribenten und die ausgeschriebene Summe für den Fall einer glüklichen Lösung zu garantiren; dann ist dieses Publikum von derselben bodenlosen Faulheit und von demselben Eigennuze heimgesucht, wie diejenigen, die der Verlegenheit desselben abhelfen konnten oder könnten, und es bisher nicht thaten und nicht früher thun werden, ehe sie nicht Geldfässer, statt Weinfässer, in ihr Haus rollen sehen.

Wenn man für Geld, wie die Geschichte lehrt, Generale und Cardinale, Minister und Secretäre kaufen kann, so wird man doch für Geld auch noch Stöpsel finden können. Oder sollten die Stöpsel vielleicht Aehnlichkeit mit ehrlichen Leuten haben, (da man den ehrlichen Mann, der nicht zugreift, so oft einen Stöpsel nennt) und für kein Geld zu haben seyn?

Wie viel ein geschikter Zukerbäker zu London gewinnen kann.

Ein Zukerbäker zu London in Berkeley-Square verdiente sich in mehreren Jahren so viel mit seinen Lekereien, und vorzüglich mit Gefrornem, daß er jezt von seinem Capitale eine Jahresrente von 25,000 Pfund Sterling (250,000 fl. Conv. Münze) bezieht. (British Traveller. Galignani. N. 4728.) (Bekanntlich war vor ungefähr 10–12 Jahren ein Pastetenbäker zu London, der zugleich ein guter Dichter war, Mitglied des Parliaments. Dieß sind Leute aus dem „schweinischen Haufen,“ des Lord Castlereagh!)

Perükenmacher-Kunst.

In England müssen Richter, Advocaten, Gerichtsschreiber, und was immer zur englischen Rechtsverdreherei gehört, noch heutigen Tages in den alten Allongeperüken erscheinen, um ihren Possen vor dem Pöbel Ansehen zu verschaffen. Ein Richter in Perth ließ sich neulich eine Amtsperüke aus weißem Roßhaare verfertigen, aus dem doppelten Grunde, um erstens der Pudertaxe zu entgehen, zweitens seinen Amtsrok zu schonen. (Perth-Courier. Galign. N. 4732.)

Eisenhändler in England und Algier.

Die Gesellschaft der Eisenhändler in England besizt seit vielen Jahren durch Schenkungen ein Capital von 104,000 Pfd. Sterling und 3000 Pfd. Sterling Jahresrente zur Befreiung der Engländer, die als Sclaven an der Küste der Barbarei gefangen sind. Es gibt aber keine Engländer, die daselbst Sclaven waren. (Globe. Messenger. N. 4759.)

Neues Verfahren gelbe Seide weiß zu machen, ohne sie zu entschälen.

Hr. Ozanam hat in der Bibliothéque physico-econom. Jäner, 1830. p. 5. (Bulletin d. Scienc. technol. Mars, S. 226) folgendes Verfahren mitgetheilt, um gelbe Seide ohne Entschälung weiß zu machen.

„Seidenfabriken, vorzüglich Bandfabriken“ (und auch Dünntuchfabriken) „brauchen oft rohe weiße Seide, d.h. nicht gesottene Seide, um dieselbe entweder so, wie sie ist, zu verarbeiten, oder kalt zu färben. Weiße rohe Seide gilt 3 bis 4 Franken mehr im Pfunde, als gelbe, und, wenn sie sehr gesucht wird/um 6 bis 8 Franken mehr. Man hat verschiedene Mittel versucht, die gelbe Seide zu entfärben, ohne ihr die Schale zu nehmen, und ihr Gewicht zu sehr zu verringern;