Text-Bild-Ansicht Band 37

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(poisson de la Jamaïque)191) ausgeschieden werden. Ueberdieß ist der Fang auf der großen Bank gefährlich und fordert große Capitalien.

Zum Fange an den Küsten verwenden die Amerikaner Schiffe von 40 bis 120 Tonnen. Sie laufen im Mai aus, und sind am 1. Junius am Orte ihrer Bestimmung: zu dieser Zeit ist der Caplan auch schon da, ein kleiner Fisch, der ihnen als Köder dient. Jedes Schiff wählt sich seinen Plaz längs der baie des chaleurs, des Meerbusens de St. Laurent, der Straße Belle-Isle, der Küste von Labrador, bis hinauf zur Insel Cumberland am Eingange der Hudson's-Bay. Das Schiff wird abgetakelt und die Mannschaft lagert in Hütten am Ufer. 4 bis 5 Bothe von jedem Schiffe, mit zwei Fischern bemannt, fahren ein paar Meilen von der Küste hinaus, und bringen die Fische an's Ufer, die sie gefangen haben. Leztere werden hier auf der Stelle ausgeweidet, gesalzen, und nachdem sie einige Zeit über in Salz gelegen sind, auf Bühnen und Stellen getroknet. Die getrokneten Fische werden zu Schiffe gebracht, und, wenn dieses seine volle Ladung hat, wird nach Hause, oder nach Europa, oder nach den Antillen gefahren. Dieser Küsten-Stokfisch der Amerikaner ist sehr gut, etwas kleiner, und läßt sich eben daher desto besser salzen und zurichten, und verträgt folglich die Hize besser, obschon er weniger zart ist, als der englische und französische. Der Amerikaner pakt seinen Stokfisch in Fässer, nicht in Kisten, wodurch er kräftiger gegen das Verderben geschüzt wird. Sie bedienen sich bei beiden Arten von Fischereien nur der Leine, und nehmen zum Salzen das Salz der îles turques, de May und von St. Ubes, das immer als sehr gut zum Einsalzen angesehen wurde.

Das Verfahren der Engländer ist jenem der Amerikaner so ziemlich ähnlich, wie man aus Mortimer's Commercial-Dictionary Artikel Fischeries und New-Foundland sehen kann.192)

Der französische Stokfisch ist weniger gesalzen, weniger hart, schmekt aber besser („insofern solch ashaft Ding“ gut schmeken kann, Ue.), läßt sich aber, zumal in warmen Ländern, nicht gut aufbewahren. Wir müßten also, sagen die Commissäre, unsere Stokfische länger im Salze halten, ehe wir sie troknen, und in Fässer paken.

Die Amerikaner bedienen sich der Hürden nur in ihrer Heimath: an den Küsten schüzen sie den Stokfisch so viel möglich gegen Regen und zu große Sonnenhize.

191)

Dieß ist die Kost der armen Neger im Tropen-Klima von Amerika! A. d. Ue.

192)

Die beste Nachricht über den englischen Stokfischfang ist der lehrreiche Aufsaz: On the natural History and economical uses of the Cod, Capelin, Cuttlefish and Seal, as the occur on the banks of Newfoundland and the coast of that island and Labrador. Communicated in a letter to Prof. Jameson by W. E. Cormack. Edinb. Philos. Journal. 1826. AprilJuly. p. 32. Diesen wichtigen Aufsaz hätte die Commission kennen sollen. A. d. Ue.