Text-Bild-Ansicht Band 37

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Strom aufwärts Fahren mittelst einer neuen Maschine, Remorqueur à écluse mobile genannt.

Der Moniteur vom 11. Februar 1830, und aus diesem der Bulletin d. Scienc. technol. Mars, S. 271, gibt Nachricht von einer neuen Maschine Strom auswärts zu fahren, bei welcher der Strom selbst die Triebkraft ist, dessen Kraft man nach Belieben vermehren und vermindern kann. Man hofft mit dieser Vorrichtung von Arles nach Lyon, eine Streke von 80 französischen Meilen (80 Lieues) binnen 12 Tagen längstens Strom aufwärts fahren zu können. Gegenwärtig braucht man mittelst der Pferde und Esel 40 bis 50 Tage zu dieser Streke. Es hat sich eine Gesellschaft zur Förderung dieser Anstalt gebildet.

Roßboth am Lago di Garda.

Das Court Journal, und aus diesem das Mechanics' Magazine, 5. Jun.

N. 356. S. 240. erzählt, daß Hr. de Riva eine Maschine theils aus Gußeisen, theils aus geschlagenem Eisen verfertigte, welche, von 8 Pferden in Bewegung gesezt, zwei Ruderräder auf dieselbe Weise treibt, wie diese sonst von Dampfmaschinen auf Dampfbothen getrieben werden. Diese Maschine wurde aus ein Schiff gesezt, das 100 Tonnen Last (2000 Ctr.) ladet, und hat bereits mehrere Fahrten am Garda-See glüklich zurükgelegt. Der Name des Schiffes ist L'amico alla prova. (Sonderbar, daß die Biblioteca italiana noch keine Notiz von diesem Schiffe gab, das übrigens nichts Neues darbietet: wir haben die Schiffe der Alten, die mit Ruderrädern mittelst Ochsen getrieben wurden, in unserem Polytechn. Journ. B. XVII. S. 231. bereits vor Jahren abgebildet.)

Herrn King Williams's Ruderräder gehören Herrn E. Galloway an.

Wir haben, nach dem Philosophical magazine et Annals of Philosophy von Hrn. King Williams's Ruderrädern Nachricht gegeben. Das Philosophical Magazine etc. bringt nun in seinem Junius-Hefte 1830. S. 408. ein Schreiben des Hrn. E. Galloway und Zeugnisse von Hrn. Chapman und Hrn. Alex. Park, durch welche erwiesen wird, daß Hr. King Williams nicht der Erfinder dieses Ruderrades ist, sondern daß er dasselbe nach Hrn. Galloway's Rad copirte, und für seine Erfindung ausgab. Die eidlichen Aussagen hierüber finden sich a. a. O.

Kettentaue an Schiffen durch Erdbeben geschmolzen.

Wir haben hiervon bereits in einer Miscelle Notiz gegeben. Das Quarterly Journal of Science, und aus diesem Hr. Gill im technol. et microsc. Repository, Junius, 1830 liefert S. 358 eine umständliche Beschreibung des Erdbebens vom 30. März 1828 in der Bai von Callao, wie es auf dem Schiffe der k. Flotte, Volage beobachtet wurde. Wir wollen hier nur dasjenige ausheben, was sich an den Kettentauen des Schiffes zeigte.

„Die Kettentaue des Schiffes Volage,“ erzählt Capt. Bagnold, „lagen in weichem kothigen Grunde 36 Fuß unter Wasser. Als man den daran befestigten besten Anker in die Höhe zog, fand man das Kettentau desselben, 13 Faden von dem Anker und 25 von dem Schiffe, sehr stark angegriffen. Nachdem der Koth abgewaschen war, fand man die Cylinder der Kette, die aus dem besten geschlagenen Bolzen- oder Glieder-Eisen von 2 Zoll im Durchmesser verfertigt war, auf eine bedeutende Streke theilweise geschmolzen. Das Metall schien in Furchen von 5 bis 4 Zoll Länge und 3/8 Zoll Durchmesser geflossen, und bildete (hier und da an den Enden dieser Furchen, an anderen Stellen in der Mitte derselben) kleine kugelförmige Knöpfe, die, bei dem Scheuern der Kette, auf das Verdek des Schiffes fielen. Das zweite Kettentau war unbeschädigt geblieben. Der Theil der Kette, welcher beschädigt war, wurde bei der Heimkehr, des