Text-Bild-Ansicht Band 37

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Schiffes zu Portsmouth für unbrauchbar erklärt, und ist nun im Sail-field der Werfte. Er verdiente, gliederweise, in physikalischen Cabinetten aufbewahrt zu werden.“

Bestimmung des Tonnengehaltes der Schiffe.

Die Weise, wie der Tonnengehalt der französischen Schiffe gesezlich bestimmt wird, ist diese: man multiplicirt die Länge mit der Breite, und das Product mit der Tiefe. Der Tonnengehalt der englischen Schiffe hingegen wird durch Multiplikation der Breite mit der Tiefe, deren Product dann mit dem halben Querbalken, der das Verdek des Schiffes trägt, (le demi-ban) multiplicirt wird, gesezlich bestimmt. Der englische Kaufmann läßt daher sein Schiff sehr tief und so bauen, daß er mehr laden kann, als sein gesezlich angegebener Tonnengehalt angibt. Er zahlt also weniger Tonnengebühr, als der französische Schiffer, wenn er auch eben so viele Güter gefrachtet hat, und kann folglich für geringeres Frachtgeld fahren. Die Handelskammer zu Havre hat von dem Handlungsbureau längst schon eine verständigere Bestimmung des Tonnengehaltes gefordert, wodurch der französische Schiffer gleichen Vortheil mit dem ausländischen erhielte: allein, von Bureaukraten Verstand und Aufmerksamkeit auf das Wohl ihres Landes fordern, hieße die Segel mitten in der Windstille einziehen. Journ. de Commerce. Jan. 1830. Bullet. d. Scienc. techn. Mars. 279.

Ueber einige der größten Bogen an steinernen Brüken.

Man hat im Mechan. Mag. N. 356. den mittleren Bogen an der neuen Londoner Brüke (New London Bridge) als den größten in der Welt angegeben. Nun zeigt aber ein Ungenannter (ebendaselbst N. 359., 26. Jun.), daß der von den Römern erbaute Brükenbogen über den Allier zu Brioude in Frankreich weit größer ist; nämlich 180 Fuß in der Spannung. Er ist indessen nicht weiter als 18 Fuß und 70 Fuß hoch. Man baut jezt zu Chester eine Brüke über den Dee in einem Bogen von 200 Fuß Spannung und 50 Fuß Höhe. Bei beiden diesen Brüken ist also die Spannung größer, als bei der Londoner. Der Redacteur des Mechan. Mag. meint jedoch, der mittlere Bogen der Southwark-Bridge zu London sey der größte in der Welt.

Segeltuch aus Baumwolle.

Wir haben von dieser nüzlichen Anwendung, welche die Nordamerikaner gegenwärtig von ihrer Baumwolle machen, schon im vorigen Jahrgange, so wie in diesem von den Einwürfen, welche man gegen Segeltücher aus Baumwolle machte, Nachricht gegeben. Wir sehen jezt aus einem Auszuge aus Nile's Register 3. Oct. 1829. S. 82., daß Jonathan Elliot eine eigene kleine Schrift über diesen Gegenstand herausgegeben hat, und daß bereits drei Fabriken für Baumvollensegel in Nordamerika im Gange sind: die eine bei Boston; die zweite zu Paterson im Lande New-Yorck; die dritte zu Baltimore. Hr. Colt, Besizer der zweiten, hat vom 1. Mai 1828 bis 1. Sept. 1829 bereits 9,600 Bolts solchen Segeltuches verfertigt, während er ehevor nur 2,500–3,000 Bolts lieferte. Zu Baltimore verfertigt man jezt jährlich an 2000 Stüke. Es geht also vorwärts mit den Baumwollen-Segeln.

Ueber den Erfinder des Durchbrechens der feindlichen Linie in einer Seeschlacht

wurden seit mehreren Monaten in England und Schottland gewaltige Federschlachten geliefert, an welchen auch Sir Walter Scott Antheil nahm. Der Federfeldzug entschied für John Clerk of Eldin gegen Lord Rodney, so daß also Clerk als Erfinder dieses kühnen Manoeuvres begrüßt wird. Nach eingetretenem Frieden zwischen den Federhelden ergab sich aber: 1) daß ein französischer Mönch, Namens Paul Hoste, schon vor einem Jahrhunderte in einem Werke über Seetaktik das Durchbrechen der feindlichen Linie empfahl; 2) daß, wenn man die Berichte der griechischen und römischen Geschichtschreiber über die Seeschlachten liest, man durchbrochne