Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

Hrn. Soames's Kerzen aus Kokosnuß-Oehl.

Das London Journal of Arts gibt in seinem neuesten Junius-Hefte das Patent des Hrn. Soames's d. jüng. auf Kerzen aus Kokosnuß-Oehl, welches wir bereits im 2. Mai-Hefte, 36. B. S. 272. aus dem Repertory geliefert haben. Es fügt jedoch bei, daß der Redacteur solche Kerzen gesehen, und sie sehr schön und gut gefunden hat.

Das Licht ist heller, als von gleich starken Talgkerzen; die Flamme ist vollkommen farbenlos, und der Docht bleibt während des Brennens frei von aller Asche und von allen Auswüchsen. Sie geben keinen Rauch und auch nicht den mindesten unangenehmen Geruch von sich, so lang sie brennen, und selbst sehr wenig, wenn man sie auslöscht. Sie sind weißer als die Kerzen aus dem reinsten Talge, scheinen länger und gleichförmiger zu brennen, und laufen nicht im Mindesten ab, selbst wenn sie der Zugluft ausgesezt sind, oder wenn man mit denselben auf der Treppe auf und nieder geht. Der Preis ist, so viel wir hören, 10 Shillings (6 fl.) für 12 Pfund; allerdings höher, als für Talgkerzen) dafür sind sie aber auch um Vieles besser. Das Kokosnuß-Oehl, das übrig bleibt, brennt so hell wie die Kerzen aus demselben, und kommt nicht theurer als Wallrathöhl. (Für Holland, das Kokoswälder besizt, ist diese Benüzung wichtig.)

Thierische Kohle aus Weinhefen und Essigmutter.

Wenn man Weinhefen und Essigmutter dem Einflusse der warmen Sommerluft aussezt, so geht sie sehr bald in faule Gährung über, und es erzeugt sich in derselben eine ungeheuere Menge von Würmern. Wenn man nun diese Würmer herausnimmt, in einen Cylinder von Blech oder Gußeisen gibt, und verkohlt, so erhält man eine eben so brauchbare thierische Kohle, als jene aus Knochen. Ich habe den Versuch angestellt, und war damit zufrieden. Pajot Descharmes in der Bibliothéque physico-économique, Août. 1829. p. 83. Bulletin d. Scienc. technol. März 1830. S. 215. (Es scheint, daß man diese thierische Kohle aus mehreren in so vieler Hinsicht schädlichen Insecten auf dieselbe Weise wird bereiten können. Wenn der Bauer wissen wird, daß Fabrikanten ihm für das Pfund Käfer und Würmer auch nur 1 kr. geben, wird er sie centnerweise damit versehen können, wird seinem Obst- und Küchengarten und Krautaker durch fleißigere Reinigung von Insecten noch mehr nüzen, als durch das Geld, das er aus dem Verkaufe der Insecten gewinnt, und wird die kostbaren Knochen [den besten Dünger!] seinen Feldern erhalten helfen.)

Gerinnen der Milch, mittelst thierischer Kohle und Glas.

Hr. Tonery, Apotheker zu Sologniac, fand daß Milch gerinnt, wenn man sie eine längere Zeit über mit thierischer Kohle kocht. Dieß scheint bloß durch mechanische Wirkung zu geschehen, denn sie gerinnt auch, wenn man sie mit fein gestoßenem Glase kocht. (Journ. d. Pharm. Juill. p. 426.)

Ueber Schornsteinfegen.

Der deutsche Leser hat aus unseren Blättern, wenn er sie gelesen hat, gesehen, wie viel in England jährlich Menschen bei dem Schornsteinfegen durch Jungen (climbing Boy-System) zu Grunde gehen. Er weiß, daß zwei menschenfreundliche Gesellschaften in London vorhanden sind, die diesem Systeme, die Kinder, dem Moloch zu opfern, seit Jahren entgegen arbeiten, ohne daß die Regierung in England, die für Geld Alles erlaubt, ihnen zu Hülfe gekommen wäre. Das Gute geschieht in England nur durch Private, und folglich sehr langsam. Die Starrköpfigkeit der Menschenfreunde siegt aber am Ende doch gegen die Hohlköpfigkeit der Beutelfreunde, in England Clerks, (Schreiber) genannt. Die Gesellschaft zur Verbannung der Menschenopfer durch Schornsteinfegen wendete sich neulich an die Directoren des St. George Spitals mit der Bitte, ihr das Kehren der Schornsteine in dieser Wohlthätigkeitsanstalt mittelst Glass's Maschine (die wir im Polyt. Journ. B. XXXIII. S. 223 beschrieben und abgebildet haben) zu gestatten. Sie erhielt zur Antwort: „Es soll ein unparteyischer Versuch an allen Schornsteinen des Spitals in Gegenwart