Text-Bild-Ansicht Band 37

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Ursache diese Bildung und Absezung zuzuschreiben ist, vermag ich mir nicht im Mindesten auf eine genügende Weise zu erklären. Diese Wirkung ist mir eben so dunkel, wie diejenige, die ich wahrnahm, als ich ein polirtes Kupferstäbchen in eine neutrale Auflösung von schwefelsaurem Kupfer tauchte, wo Kupfer in sehr geringer Menge im metallischen Zustande niedergeschlagen wurde.255) Daß das schwarze Kupferoxyd nicht aufgelöst wurde, wenn es abgesezt ward, ist eben nicht sonderbar; es läßt sich, selbst in starken Mineralsäuren, nicht leicht auflösen, und noch viel weniger, wenn diese Säuren mit Wasser verdünnt sind. Daß Kupferprotoxyd zum Vorscheine kam, wenn atmosphärische Luft einwirkte, und nur dann, rührt wahrscheinlich von irgend einer elektro-chemischen Ursache her. Ich darf überdieß bemerken, daß, wenn Kupfer entweder in offenes Feuer gethan, öder in destillirtem Wasser gelassen wird, welches der Luft ausgesezt ist, dasselbe Oxyd sich bildet, und im lezteren Falle ist das Farbenspiel so schön und glänzend, wenn das Metall vorher polirt war, daß ich dachte, man könnte dasselbe mit Nuzen in den Galanteriearbeiten verwenden.

Obige Erscheinungen (jenen die wir im Mineralreiche finden, so ähnlich, wo wir in demselben Stüke öfters gediegenes Kupfer, Kupferprotoxyd und einige Verbindungen mit einer Säure treffen) bieten uns eine nicht uninteressante Analogie dar, welche die bisher in Dunkel gehüllten Umstände, unter welchen diese Mineralien sich bilden, die in diesen Formen neben einander vorkommen, aufzuhellen, und ich möchte fast sagen die Weise zu erklären vermag, in welcher sie beinahe gleichförmig ihren Glanz in dem Gange der Grube, wie im Cabinette des Mineralogen behalten. Doch Lezteres hat Sir Humphry Davy durch seine elektro-chemischen Untersuchungen hinlänglich erklärt.256)

255)

Dieß schien mir einmal durch die Sonnenstrahlen veranlaßt worden zu seyn. Ich bemerkte dieses Phänomen zuerst, als ich einige Versuche über die chemische Wirkung derselben anstellte; meine Vermuthung bestätigte sich aber nicht, als ich denselben Versuch im Dunkeln wiederholte, wo derselbe Niederschlag Statt hätte. A. d. Ue.

256)

In dem so eben eingelaufenen Märzhefte der Annales de Chimie et de Physique ist der gegenwärtige Aufsaz gleichfalls übersezt und demselben folgende Note beigefügt: „Ich nehme mir die Freiheit Hrn. J. Davy zu bemerken, daß meine elektro-chemischen Bemerkungen nicht so neu sind, als er glaubt. Meine ersten Versuche über Zersezungen mit sehr geringen elektrischen Kräften datiren sich vom 21. August 1826 (Annal. d. Chim. et d. Phys. t. 31. S. 153.) und die Abhandlung, in welcher ich das Verfahren entwikelte, eine Menge von Zusammensezungen, unter anderen auch das Kupferprotoxyd, welches den Gegenstand obiger Abhandlung bildet, zu erzeugen, wurde der Académie d. Scienc. am 16. April 1827 überreicht. (Annal. d. Chim. et d. Phys. t. 35. S. 115.) Ich habe also in jeder Hinsicht Priorität der früheren Bekanntmachung.“

Becquerel.