Text-Bild-Ansicht Band 37

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in Form eines umgekehrten abgestuzten Kegels, in welchen ein gleichförmiger Pfropfen, c, genau paßt, d, ist die Oeffnung, durch welche die Flüssigkeit ausfließt. Der Pfropfen, c, führt an seinem Stiele zwei Blätter, ee, welche sich in einer spiralförmigen Furche drehen, die in der inneren Fläche des hohlen Cylinders, f, eingeschnitten sind, und durch welche der Pfropfen aus seinem Lager in der umgekehrt kegelförmigen Höhlung heraufgezogen oder in dieselbe hinabgedrükt wird, je nachdem man den oberen vierekigen Kopf des Stieles, h, mittelst des darauf passenden Schlüssels rechts oder links dreht. gg sind mehrere Scheiben, sogenannte Wäscher, an dem Stiele, die das Entweichen der Flüssigkeit nach aufwärts hindern.

CI. Fässer aus Marmor zur Aufbewahrung des edlen Unger-Weines. Auszug eines Schreibens an den Hrn. Grafen St. Priest, dd. Pesth 27. Dec. 1829.266)

Aus dem Bulletin des Scienc. techn. Avril 1830.

Mit Abbildung auf Tab. VII.

Es gibt bisher zwei Fässer auf Marmor in Ungarn: das eine zu Ofen gehört Hrn. Margofi, und ist mit Ofner gefüllt; das andere haben Sie bei mir gesehen: es ist gegenwärtig mit dem besten alten Tokayer gefüllt. Beide Fässer sind nach derselben Idee gebaut, und gewähren folgende Vortheile:

1) da Marmor im Keller so kalt bleibt, wie dikes Glas, so wird der Wein nicht zu warm; die Gährung geht in marmornen Fässern ruhiger und regelmäßiger von Statten, als in hölzernen.

2) ein marmornes Faß, gehörig verfertigt, schüzt den Wein eben so gut vor der Kellerluft, als eine gute Flasche; es verdünstet auch nicht ein Tropfen, und man erspart das Nachfüllen, das bei hölzernen Fässern so bedeutend ist. Es ist daher

266)

Wir haben schon vor mehreren Jahren in unseren Blättern, und erst vor Kurzem wieder, den edlen Ungern vorgeschlagen, zur alt-römischen Sitte zurück zu kehren, und ihre herrlichen Weine, die im Fasse so sehr leiden, nach der alten classischen Methode in thönernen Gefäßen aufzubewahren; wir haben es einem jungen Töpfer aus Wien an das Herz gelegt, seine lieben Nachbarn mit den classischen Amphoris, Cadis Doliisque aus Thon zu versehen. Es freut, uns, daß, wie wir hier sehen, einige Magnaten unsere Idee im Großen ausgeführt, und dem Jacchus Pannonicus einen, seiner Göttlichkeit würdigen Altar aus Marmor erbaut haben. Wo man mit solchen Beispielen vorausgeht, wird es an Nachfolgern nicht fehlen, und Europa wird vielleicht von den Ungern wieder die alte Sitte lernen, seinen Wein in thönernen Fässern aufzubewahren, wie es in Spanien hier und da noch heute zu Tage Sitte ist. Lernten doch die größten und besten Landwirthe Frankreichs, die ehrwürdigen Ternaux, erst vor 12 Jahren, ihr Getreide nach der besten Methode von der Welt, nach der ungrischen, in Silos aufbewahren. A. d. Ue.