Text-Bild-Ansicht Band 37

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Gesellschaften: Eintrittspreise bei der Aufnahme: Angehängte Buchstaben:
Royal Society 50 Pfd. 0 Shll. 0 Pen. F. R. S.
Royal Society of Endinburgh 25 – 4 – 0 –304) F. R. S. E.
Royal Academy of Dublin 26 – 5 – 0 – M. R. I. A.
Royal Society of Literature 36 – 15 – 0 – F. R. S. Lit.
Antiquarian Society 50 – 8 – 0 – F. A. S.
Linnean 36 – 0 – 0 – F. L. S.
Geological 34 – 13 – 0 – F. G. S.
Astronomical 25 – 4 – 0 – M. A. S
Zoological 26 – 5 – 0 – F. Z. S.
Royal Institution 50 – 0 – 0 – M. R. I.
Royal Asiatic Society 31 – 10 – 0 – F. R. A. S.
Horticultural 48 – 6 – 0 – F. H. S.
Medico-Botanical 21 – 0 – 0 – F. M. B. S.

Wer also auf wissenschaftliche Auszeichnung stolz ist, kann, nach seinem Wohlbefinden, seinen Namen in eine Art von Kometen verwandeln, und einen Schweif von mehr als vierzig Buchstaben hinter demselben nachziehen, vorausgesezt, daß er für jeden Buchstaben im Durchschnitte 10 Pfd. 9 Shill. 9 1/4 Pence (125 fl. 51 kr. 3 Pf.) zu bezahlen beliebt.305)

304)

Wenn diese Preise sogleich beim Eintritte bezahlt werden, wird kein Jahresbeitrag mehr gefordert. Die Royal Society bestimmt die Jahresbeiträge zu dieser Summe nach dem Probabilitätscalcül, d.h., nach der wahrscheinlichen Lebensdauer des eintretenden Mitgliedes. A. d. Ue.

305)

Wenn es Leute gibt, die zu irgend einem wissenschaftlichen Zweke 200 bis 600 fl. bar bezahlen, so verdienen diese Leute, mag der Grund aus welchem sie diese Summe vorschossen, noch so albern von ihrer Seite seyn, keinen Hohn, wie es uns scheint, sondern allen Dank. Wo, wie in England, der Staat für Wissenschaft nichts thut, in mancher Hinsicht sogar hindernd eingreift, und folglich weniger als nichts thut; wo Alles, was zum Gedeihen der Wissenschaften und Künste geschieht, von der Leseschule an bis zur Hochschule, lediglich Privatfache ist, und durch Vermächtnisse, von welchen der Staat 7 p. C. nimmt, durch Geschenke und durch Beiträge besteht: in einem solchen Lande muß man sich glüklich schäzen, wenn Eitelkeit an die Stelle der Liebe für Wissenschaft und Vaterland tritt. Auf welcher Stufe würden die Wissenschaften heute zu Tage in England stehen, wenn alle oben angeführten gelehrten Gesellschaften nicht vorhanden wären? Der Staat thut nichts. Die Universitäten sind nicht viel mehr, als gelehrte Canonicate. Die Bibliotheken der lezteren, so reich auch jene zu Oxford ausgestattet ist, werden den Studierenden erst im 4ten Jahre ihres Aufenthaltes zugängig: mitten im Lande der Preßfreiheit darf die Jugend kein Buch lesen, das nicht der Lehrer zu lesen erlaubt. Die Sammlungen (sogenannten Cabinette) aller Art sind, verglichen mit jenen zu Leyden und Brüssel, zu Paris, Berlin, Wien, unbedeutend; die botanischen Gärten zu Cambridge, Oxford, Kew ebenso. Wenn nun diese Gesellschaften es sind, die das Wohl der Wissenschaften in England tausend Mal kräftiger fordern, als die Regierung, die sich um nichts kümmert; so verdienen sie alle Achtung: und der Engländer, der nicht lesen und nicht schreiben kann, der Geological Society aber, um das Studium der Mineralogie und des Bergbaues zu fördern, 353 fl. auf den Tisch legt, und sich dafür die Ehre erbittet, auch ein Geselle, Kerl oder Bursch, von die: ser Gesellschaft seyn zu dürfen (denn dieß bedeutet der Buchstabe F, als Anfangsbuchstabe des Wortes Fellow) verdient, nach unserer Ansicht, nicht zurükgewiesen zu werden.

Der gute Kerl thut was er kann, um das Wohl seines Vaterlandes und der Wissenschaft zu fördern: er hat nichts, wie Geld, wodurch er nüzlich werden kann, und gibt es mit Freude. Es wäre thöricht, wenn man einen Gelehrten von Verdienst von einer gelehrten Gesellschaft deßwegen allein zurükwiese, weil er ein armer Teufel ist; und es würde vielleicht kaum höhere Weisheit seyn, wenn man einen guten Burschen deßwegen, weil er mehr Geld als Verstand hat, abhalten wollte, seinem Vaterlande und den Wissenschaften so viel er kann, d.h. mit seinem Sekel beizustehen. Da gegenwärtig in Deutschland mehrere Gesellschaften