Text-Bild-Ansicht Band 37

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Der Leser wird vielleicht meinen, daß Wissenschaften in einem Lande nicht im Verfalle seyn können, in welchem so viele Anstalten zur Förderung derselben unter, halten werden. Es ist allerdings sehr lobenswerth an uns, daß der größte Theil dieser Gesellschaften bloß durch Subscription, durch freiwillige Beiträge unterhalten wird; wenn aber die Untersuchungen, die neuerlich bei einigen derselben angestellt wurden, nicht das Verwaltungssystem derselben bessern helfen, unter welchem mehrere unter ihnen so sehr litten, so läßt sich ohne alles Wunder prophezeien, daß ihre Dauer nicht mehr sehr lang seyn wird. Die vollkommenste Publicität, gedrukte Rechnungsvorlagen, und gelegentliche Erörterungen und Untersuchungen derselben bei allgemeinen Versammlungen sind die einzigen Sicherungsmittel: diejenigen, welche gegen diese Maßregeln sind, verdienen in einem gewissen Grade unter einem achtsamen Auge gehalten zu werden. Von der Royal Society werde ich in der Folge sprechen, und ich bedauere beifügen zu müssen, daß ich noch mehr hatte sagen können. Mein Zwek ist, sie zu verbessern; allein, wie bei allen tief eingewurzelten Uebeln, ist die Operation, durch welche allein Heilung möglich ist, nothwendig schmerzhaft. Hätten die Worte des Tadels oder der Gegenvorstellungen durch irgend einen anderen Canal ihren Ausweg gefunden, so würde ich mit Vergnügen geschwiegen und mich begnügt haben, durch meine Stimme die Ansichten der Freunde der Wissenschaft und der Royal Society zu unterstüzen. Dieß war aber nicht der Fall, und nach vereitelten Versuchen, Verbesserungen einzuführen, will ich es jezt wagen mit der Kraft der baren, aber vielleicht schmerzlichen, Wahrheit die öffentliche. Meinung dahin zu lenken, daß sie eine solche Reform dieser Anstalt fordert, durch welche dieselbe in ihrem eigenen Lande vor Verachtung, im Auslande vor Hohngelächter gesichert wird.

Ueber die fünf nächst folgenden Gesellschaften in dieser Liste enthalte ich mich aller Bemerkungen. Ueber die Geological Society erlaube ich mir einige Worte. Sie besizt die ganze Frischheit, Kraft und das volle Feuer der Jugend im Betriebe einer selbst noch jugendlichen Wissenschaft; es gelang ihr einer der schwierigsten Versuche, nämlich dieser: den Gegenstand, über welchen Abhandlungen bei ihren Sizungen vorgelesen werden, mündlich zu erörtern. Wenn man über diese Erörterungen bemerkt, daß sie höchst unterhaltend sind, so ist dieß nicht das kleinste Lob, das man ihnen schuldig ist. Sie sind gewöhnlich höchst lehrreich, und stellen zuweilen einzelne Thatsachen zusammen, die, obschon sie einzeln für sich keine Bedeutung haben, wissenschaftlich zusammengereiht, sich wechselseitig aufklären, und zulezt zu wichtigen Schlüssen führen. Ob diese Erörterungen nun so fortgesezt werden sollen, hängt offenbar von dem Geschmake, von der Neigung und dem gesunden Verstande der sprechenden Mitglieder ab. Was vorzüglich bei denselben zu vermeiden ist, ist mündliche Kritik, wechselseitiges Lob über alles Maß, und Rechthaberei. Leztere ist vielleicht das Wichtigste unter diesen drei Stüken, sowohl für das Interesse der Gesellschaft, als für die Wahrheit. In Hinsicht der bereits erschienenen Bände ihrer Transactions darf man bemerken, daß es in mehr dann einer Hinsicht gut seyn würde, wenn die Mitglieder sich gewöhnten ihre Aufsäze der Gesellschaft in einem mehr vollendeten Zustande mitzutheilen: unter anderem würde dadurch den Beamten der Gesellschaft (die bei der Geological Society vielleicht thätiger sind, als die Beamten der meisten übrigen Gesellschaften) viele Erleichterung bei ihren schweren Pflichten geschenkt werden. Allen ihren Rechnungen und Arbeiten die höchste Publicität zu geben, im Gesellschaftsrathe alle einzelnen Ansichten der Gesellschaft frei auszusprechen; beständige Präsidenten zu vermeiden, dieß ist es, was wir nicht bloß dieser Gesellschaft allein empfehlen wollen, sondern was zu dem Wohle einer jeden Gesellschaft beitragen wird.

Ueber die Astronomical Society, welche, der Natur ihrer Arbeiten nach, kaum solche Erörterungen erlauben kann, wie die Geological Society will ich bloß dieß bemerken, daß ich kein anderes Geheimniß an derselben kenne, durch welches sie so schnell so hoch empor gelangen konnte, als die höchste Aufmerksamkeit auf die so eben aufgestellten Maximen.

Ueber die Zoological Society, die dem Publicum so viele verständige Unterhaltung gewährt, mögen für jezt einige wenige Winke genügen. Das reichliche

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sich bilden, und die nachfolgenden Bemerkungen des Hrn. Babbage über dieselben sehr gegründet sind, so werden sie manchen Lesern nüzlich seyn können. A. d. Ue.