Text-Bild-Ansicht Band 37

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und zeither wiederholt öfters, behauptet, daß es eine eitle Thorheit für reiche Leute und für Staaten ist, aus Holz bauen zu lassen, was eben so gut aus Eisen seyn könnte; daß ein solcher Bau das sicherste Mittel gegen jede Feuersgefahr ist. Unsere, wie wir sehr wohl wissen, in Deutschland still und laut verhöhnte Idee wurde zu Paris auf das Glänzendste ausgeführt. Man wird sich erinnern, daß der Bazar daselbst vor 2 Jahren niederbrannte. Hr. Lainé hat nun einen neuen Bazar, den Bazar Montesquieu, mit 80 Comptoirs, lediglich, mit Ausnahme des Mauerwerkes, aus Eisen, (aus Gußeisen und geschlagenem Eisen) und aus Kupfer und Messing gebaut. Es ist in diesem ganzen Gebäude, das 80 Comptoirs enthält, auch nicht ein Spänchen Holz; nicht so viel, als ein sogenannter Kreuzpartikel in mancher Monstranze beträgt. Es ist also doch nicht jede Idee im Polyt. Journ. so albern und lächerlich, als die Didaskalia zu Frankfurt von München aus schrieb, und manche der daheim verhöhnten Ideen wurde im Auslande glüklich ausgeführt. (Man vergl. die Beschreibung dieses Bazars im Journal de Paris, 20. Avril 1830. Bulletin d. Scienc. techn. Avril . S. 371.)

Obstsorten, welche im Garten der Horticultural-Society zu London gezogen werden.

Die vortreffliche Horticultural-Society zu London zieht (nach ihrem Catalogue of Fruits, cultivated in the Garden of the Horticultural-Society of London, 1826) in ihrem Garten zu Chisvick bei London nicht weniger als 1205 Aepfelsorten, 622 Birnsorten, 293 Pflaumensorten, 246 Kirschensorten; 224 Pfirsichsorten und 72 Brugnons (Pfirsische mit glatter Frucht), 54 Aprikosensorten, 167 Rebensorten (Graf Chaptal hatte deren im J. 1811, wie wir hörten, an 600 zu Paris), 71 Melonensorten, 121 Erdbeerensorten, 23 Sorten Vaccinien, 30 Cratägus u.s.w. – Was sind unsere Sammlungen in Deutschland gegen diese! Deutschland hatte bisher nur zu Berlin einen Garten-Verein; kein anderer Staat in Deutschland hat bisher das Beispiel der Londoner Horticultural-Society oder des Berliner-Vereines nachgeahmt, obschon die südlicheren Staaten, wie z.B. Oesterreich, Würtemberg, Baden, ein weit glüklicheres Klima für Obstbaumzucht besizen, als das kalte und neblichte Preußen. Dieser kostbare Schaz an Obstsorten, welchen die Horticultural-Society besizt, der noch kostbarere, den sie an Blumen und Zierdesträuchen und Bäumen, an pomologischen und botanischen Werken in ihrem Institute aufbewahrt, ist die Frucht einer Subscription, nach welcher jedes Mitglied jährlich ungefähr 12 fl. unter der Bedingung bezahlt, den Garten und die Bücher benüzen zu können, Samen, Pfropfreiser etc. zu erhalten. Sollten sich zu Wien nicht ein paar Tausend Individuen finden, welche Liebe für ihr Vaterland und Geschmak an Gartencultur genug besizen, um jährlich 12 fl. beiden als Opfer darzubringen? Was ließe sich aus einem Garten zu Wim schaffen, auf welchen man jährlich 24,000 fl. wenden könnte Was Gutes geschehen kann und soll, kann nur mehr durch Subscriptionen von Privaten geschehen: Virtus unita fortior!“

125 Spargel wogen 28 Pfund

im Garten des Hrn. W. R. Grayson zu Mortlake. Sie wurden am 18. Mai bei der London Horticultural-Society vorgezeigt. Philos. Mag. August. 1830. p. 152.

Butter von Issigny.

Die Butter von Issigny ist in Frankreich berühmt. Die Weise, wie man sie gewinnt, ist aber etwas sonderbar. Man läßt die Kühe so bespringen, daß sie im Herbste kälbern, bekleidet sie dann warm, und füttert sie und melkt sie im Winter im Freien, indem man bemerkt haben will, daß die Milch und die Butter im Stalle einen üblen Geruch annimmt. Mechan. Magaz. N. 360. S. 304. Journal d. connaiss. usuell. (Hielten die Bauern zu Issigny ihr Vieh und ihre Ställe so rein, wie die Holländer, so würden sie eben so gute Butter haben, und könnten sich die Schlafröke an ihren Kühen ersparen.)