Text-Bild-Ansicht Band 37

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gleich, und die Fahrt auf einem Canale ist ohne Vergleich wohlfeiler, angenehmer und bequemer. Was die Canal-Fahrten bisher so verabscheuenswerth für Reisende machte, ist die Langsamkeit. Es läßt sich übrigens denken, daß, wenn ein Both so zu sagen auf der Oberfläche des Wassers hinfliegt, es weniger taucht, und das aus seiner Stelle gedrükte Wasser sich schneller wieder vereinigen läßt: indessen wird das Both auch breiter als 5 Fuß seyn dürfen, wenn es die gehörige Form hat.

Die Versuche wurden auf Antrag des Hrn. Wilh. Houston zu Johnstone vom Ausschusse des Ardrossan- und Paisley-Canales mit einem sogenannten Gigbothe angestellt, um zu sehen, wie schnell man auf einem Canale fahren kann. Das Both, von Schiffsbaumeister Hunter zu Glasgow gebaut, war 30 Fuß lang, hatte 10 Mann am Borde, und wurde 2 Meilen weit auf obigem Canale in 10 Minuten von Einem Pferde gezogen. Dieses Resultat veranlaßte den Bau eines größeren Bothes von der Form eines Gig-Bothes, welches 60 Fuß in der Länge hielt, und 30 bis 40 Passagiers faßte: Hr. Wood in Port-Glasgow baute dasselbe. Im vorigen April stellte man mit 2 Gig-Bothen von Hrn. Hunter, die man neben einander anhing, am Forth- und Clyde-Canal mehrere Versuche an, und fand, daß, je schneller die Bothe gezogen wurden, desto kleiner die Wagen im Canale waren. Man ließ daher ein Toppel-Gigboth von 60 Fuß Länge und 9 Fuß Breite bei Hrn. Hunter bauen.

Am 4. Junius wurden Versuche mit Hrn. Wood's 60 Fuß langem Gig-Bothe, das 4 Fuß 6 Zoll breit war, angestellt. Das Both tauchte, unbeladen, sammt seinem tiefen Kiele, 10 Zoll tief. Es wurde 7 englische Meilen weit, mit 20 Personen am Bord, von Port Eglinton bis Paisley, in Einer Stunde und 7 Minuten gezogen. Man befahl dem Reiter die erste Meile langsam zu reiten, und es zeigte sich 80 bis 90 Fuß vor dem Bothe, und zuweilen noch weiter, eine starke Woge, die stark an die Brüken und Bänke anschlug. Hinter dem Schiffe war die Woge kleiner.

Man spannte auf der Rükkehr zwei Postpferde, an leichteren Leinen vor das Both, in welchem nun außer obigen 20 Personen auch 4 Jungen waren, und fuhr dieselbe Streke von 7 Meilen in 45 Minuten.

Die größte Schnelligkeit, welche man bei diesem Versuche erreichte, war 2 engl. Meilen in 11 Minuten. Bei dieser Geschwindigkeit zeigte sich nun gar keine Woge mehr hinter dem Bothe, selbst nicht an den Krümmungen, und die Vordere Woge kam nur an den Brüken zum Vorscheine. Je schneller das Both fuhr, desto weniger sah man eine Spur von Wogen, außer in der Mitte des Canales, wo das Wasser in zwei Theile getheilt wurde, und zwei rauschende Strömungen sich bildeten. Nach dem Rauschen, das sich am Vordertheile des Bothes hören ließ, hätte man glauben sollen, es müßte sich hinter dem Bothe eine starke Woge bilden: allein, die beiden brausenden Strömungen schlugen alsogleich hinter dem Bothe zusammen, und an den Banken des Canales zeigte sich kaum ein Wellchen. Bei der möglich höchsten Geschwindigkeit zeigte sich nicht eine Spur von Welle. Unglüklicher Weise hatte man an den Leinen kein Dynamometer angebracht, um zu sehen, ob nicht auch gegen alle Theorie der Zug für die Pferde in dem Maße erleichtert wurde, als keine Woge sich bildete. Es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß man mit einem einzigen gut angespannten Pferde diese Streke von 7 Meilen in weniger als 40 Minuten fahren kann. Hrn. Wood's Both schwankte, gegen alle Erwartung, äußerst wenig. Man muß bemerken, daß der Ardrossan-Canal äußerst schmal, und an manchen Stellen kaum 9 Fuß breit ist, und zugleich viele sehe rasche Krümmungen hat.

Einige Notizen über die neue Londoner Brüke (New London Bridge).

Aus einer Parallele zwischen der Pyramide des Cheops und der neuen Brüke zu London, welche Hr. J. Brown jun. im Mech. Mag. N. 365. 7. Aug. S. 371. liefert, um zu beweisen, daß wir weit größere Werke bauen, als die Alten, (was indessen nicht der Fall ist) ergeben sich folgende sehr interessante Daten:

1000 Arbeiter arbeiteten 6 Jahre lang. Sechs Säulen aus Mauerwerk, im horizontalen Durchschnitte 9000 Fuß, tragen, 90 Fuß hoch vom Grunde, einen horizontalen Brükenweg von 44,000 Fuß Oberfläche. Das Baumaterial ist Granit;