Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

einige 20 Tonnen schwere Steine wurden 3 bis 400 Meilen weit herbeigeschafft. Die eigentliche Länge der Brüke sammt der Anfahrt beträgt 2000 Fuß; die Breite über dem Wasser 55, unter demselben 70 bis 80 Fuß: die Höhe vom Grunde in dem Wasser 80 Fuß. Dieß ist das Werk einer Gesellschaft von Kaufleuten, zu welchem die Regierung beinahe nichts beitrug.

Oesterreichische Eisenbahn.

Die Eisenbahn, welche die Donau mit der Moldau verbindet, und Ende Mays 1829 angefangen wurde, wurde eröffnet. Sie ist 80,400 franz. Fuß lang. Einige 60 Personen haben diese Streke in 1 1/2 Stunden durchfahren, so daß auf die französische Meile 17 2/5 Minuten kommen. Die Fracht wird dadurch um 40 p. C. wohlfeiler. Man wird sie bald bis Linz ausgedehnt haben. (Galignan. N. 4794. (Auf dieser Eisenbahn wird beinahe nur Salz und Holz gefahren. Bayern, das mehr als jedes andere Land auf Erden zu einer Eisenbahn geeignet ist; Bayern, das eine Billiard-Ebene von Dachau (zehn Stunden von Augsburg) bis Passau) hinab besizt; Bayern, das Handelsstädte, wie Augsburg und Nürnberg nährt und den Westen Europa's mit dem Osten verbindet; Bayern, das Land in Deutschland, in welchem zuerst, schon vor 20 Jahren, über Eisenbahnen so viel geschrieben wurde; Bayern, das eine eigene Akademie besizt, hat bei seinen vielen Capitalien in der Staatskasse und im Volke, vorzüglich unter den Brauern,330) noch zur Stunde keine Spanne Eisenbahn: es radelt sein Salz, sein Getreide, sein Holz, seine Transito-Güter auf elenden Karren von Wagen, die nicht viel besser sind, als die portugiesischen. Auch in Hängebrüken mußte es sich von seinen Nachbarn den Vorsprung abgewinnen lassen, von Nachbarn, über welche es in Cultur voraus zu seyn wähnt.)

Die englischen Eilwagen,

nicht die deutschen Schnekeneilwagen, werden nun in Schweden eingeführt. Da alles Gute nach Europa aus Schweden kam, so wird vielleicht auch die englische Weise reisen zu können und fahren zu dürfen, wie man will, einst aus Schweden nach Deutschland kommen. (Galign. Mess. N. 4792.)

Taubenpost von London nach Antwerpen.

Wir haben in unseren Blättern schon öfters von der Möglichkeit und Nüzlichkeit einer Taubenpost gesprochen. Das Antwerp Journal, Galignani N. 4795, enthält hierüber folgende Notiz. „Um 8 3/4 Uhr Morgens wurden zu London Tauben nach Antwerpen abgefertigt bei einem starken W.-S.-Westwinde. Die erste Taube kam zu Antwerpen um 2 Uhr 18 Minuten Nachmittags an; die zweite kam 30 Minuten später, und 5 Minuten hierauf kamen noch vier andere. Vor 5 Uhr Abends waren bereits 18 Tauben angeflogen, und die 19te zog nach. Bei Tagesanbruch am folgenden Morgen kamen noch 26 Tauben nach. Die schnellste Taube, die die goldene Medaille gewann, hat demnach 60 Meilen (von London bis Antwerpen) in 5 1/2 Stunden durchflogen.“ Wenn Tauben so weit über Meer stiegen können, so wird man doch gestehen, daß sie über Land noch weit sicherer fliegen können. Es will aber mit der Cultur der Völker im Binnenlande nicht so schnell vorwärts, wie mit jener der Küstenvölker, zumal jener Völker des Binnenlandes, in deren öffentlichen Bibliotheken keine Bucher angeschafft werden sollen, die von „Kräuteln und Viehern“ handeln.

Taubenpost zwischen den Bankiers zu Paris und Amsterdam.

Man ließ von Paris Tauben nach Amsterdam stiegen. Die Tauben kamen am folgenden Tage um 2 1/2 Uhr an lezterem Orte mit den Curszetteln an. (Gailgnani. 4788.)

330)

Ein Brauer aus einem Städtchen von kaum 3000 Einwohnern erbot sich neulich bei dem Kaufe eines Brauhauses auf der Stelle 68,000 fl. baar zu erlegen. Eine solche Zahlung à vista ist doch keine Kleinigkeit für einen Privaten, der kein Banquier ist.