Text-Bild-Ansicht Band 37

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Brunel's Klobenmaschine, oder wie es in der Welt oft sonderbar zugeht.

Bekanntlich verdankt die englische Flotte der Maschine, mit welcher Hr. Brunel (derselbe der den Bau des Tunnel leitete) die Engländer die Kloben schneiden lehrte, unendlich viel. Hr. Brunel hatte indessen, wie mancher andere Erfinder, das Unglük, daß er bei seiner Maschine, die er der englischen Regierung anbot, unendlich viel Zeit und Geld verlor, und mit eitlen Versprechungen hingehalten wurde. Er war bereits auf dem Punkte, Alles aufzugeben, und überreichte der Lady Spencer eine kleine Spielerei zum Abschiede: eine mechanische Vorrichtung, Karten zu mischen und auszugeben, ohne daß man sie mit der Hand zu berühren und sich viel damit zu plagen braucht. Diese Spielerei galt nun mehr in der hohen Welt, als die sinnreiche und nüzliche Maschine; sie machte Hrn. Brunel in den höheren Cirkeln als einen Mann „von unendlichen Talenten“ bekannt, und verschaffte ihm den Schuz derselben. Wenn also jezt die ganze englische Flotte noch ein Mal so schnell und wohlfeil, als vorher, aufgetakelt werden kann, so dankt man dieß einer Spielerei, einer Maschine zum Kartenmischen, die einer einflußreichen Dame überreicht wurde, nicht der Anerkennung des wahren Verdienstes.

M. W. Baldwin's Verbesserung an Bramah's hydrostatischer Presse.

Hr. Baldwin zu Philadelphia ließ sich am 2. Dec. 1830 zu Washington ein Patent auf eine gewisse Verbesserung der Bramah'schen Presse ertheilen, die im Franklin Journal und im Register of Arts, Julius, 1829. S. 54. unvollständig angegeben ist. Die Presse soll dadurch einfacher, gedrängter und wohlfeiler werden, daß der Hauptcylinder in die Unterlage oder in die Stüze der Drukpumpen verwandelt wird, die bisherigen Stüzen derselben also wegfallen.

Ueber die verhältnißmäßige Wohlfeilheit der Wasser-, Aether- und Alkohol-Dämpfe als Triebkraft

hat Hr. Ainger in einer Sizung der Royal-Institution eine lehrreiche Vorlesung gehalten, und gezeigt, daß die Kosten einer gewissen Menge Triebkraft aus einem gewissen Volumen von Flüssigkeiten sich verhalten wie die Temperaturen des Siedepunktes dieser Flüssigkeiten, die specifischen Schweren, die specifischen und gebundenen Warmen, und die Gewichte der Dämpfe. In den ersteren dieser Hinsichten hat allerdings Alkohol- und Aether-Dampf Vorzüge. Die Kosten der

Verwandlung des Wassers in Dampf sind 1162,
während die des Alkoholes 456,
des Aethers 259,
betragen. Allein, Ein Kubikzoll Wasser gibt 1700 Kubikzoll Dampf;
Alkohol – 610
Aether – 300

Theilt man nun

1162 ÷ 1700, so erhält man 0,6714 für Wasser,
456 ÷ 610, 0,7475 – Alkohol,
259 ÷ 300, 0,8633 – Aether,

als die Kosten gleicher Theile von Kraft eines jeden dieser Dämpfe. Wasserdampf wäre also (gegen Hrn. Betancourt, der Alkohol-Dämpfe für 2 Mal so stark als Wasserdämpfe erklärt bei gleicher Temperatur) auch dann noch wohlfeiler, wann Alkohol und Aether so wohlfeil als Wasser wäre. (Vergl. Register of Arts. Julius 1830.)

Ueber Hrn. Beale's und Porter's Patent-Methode zur Heizung der Dampfkessel,

worüber das Register of Arts, N. S. N. 26, 41, 42, 64 einige Notizen ertheilte (Vergl. Polyt. Journ. Bd. XXXII. S. 408.), liefert dasselbe neuerdings