Text-Bild-Ansicht Band 37

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Faden spinnen, daß 4 Millionen solcher Faden zusammengesponnen kaum die Dike eines Haares geben würden. Nun besteht aber jeder der ursprünglichen feinen Spinnenfaden bereits aus 4000 Faden. Man hätte also in obigen 4 Millionen Faden eigentlich 16 Millionen Faden. (Mech. Mag. N. 363. 24. Jul. S. 352)

Seidenzucht in Schweden.

Der Kronprinz von Schweden hat der Gesellschaft, welche von Stockholm zur Förderung der Seidenzucht sich bildete, einen Plaz geschenkt, auf welchem 2400 Maulbeerbäume füglich Raum haben. Galign. 4788. (Vater Linne hat schon vor 70 Jahren seinen lieben Landsleuten die Möglichkeit gezeigt, in Schweden Seidenraupen zu ziehen, da der Maulbeerbaum selbst schwedische Kälte verträgt.)

Seidenraupen mit Scorzonere gefüttert.

Man las bei einer der lezten Sizungen der k. Gesellschaft zu Lille ein Schreibender Frau Clara Girodin vor, welche Seidenraupen mit Scorzonere aufzog, und Muster der dadurch erhaltenen Seide von den J. 1828–29 beilegte. Man fand keinen Unterschied in der Behandlung der Raupen bei diesem Futter und bei dem gewöhnlichen. Man verkaufte, nach Hrn. Bosc, zu Lyon diese Scorzonere-Seide für 24 Franken das Pfd.; also bei einem Bruchtheile so hoch, als die gewöhnliche Seide. Dieses neue Futter für Seidenraupen ist nur für diejenigen Länder wichtig wo der Maulbeerbaum nicht mehr gedeiht. (Mechanics' Magazin. N. 362. S. 336.)

Reiß auf orientalische Weise zu kochen.

Reiß, das gewöhnliche Nahrungsmittel der Orientalen, wird im Oriente auf folgende Weise bereitet. Man gibt den Reiß in einen reinen Sak, und läßt ihn in demselben in Wasser kochen, bis er aufspringt. Wenn er aufgesprungen ist, nimmt man den Sak heraus, läßt ihn 4 bis 5 Stunden lang abtröpfeln, öffnet ihn, und breitet den Reiß auf einem weißen Tischtuche oder auf einem reinen Tische aus um ihn so troken werden zu lassen, als er ursprünglich war. Auf diese Weise zubereitet erhält der Reiß einen weit angenehmeren und lieblicheren Geschmak, als wenn er, nach der bei uns gewöhnlichen Weise gekocht, genossen wird. Er läßt sich, auf diese Weise zubereitet, so lang aufbewahren, als man will, und man kann ihn in Milch oder Rindsuppe auf gewöhnliche Weise zubereiten: das Gefäß muß aber während des Kochens zugedekt werden, und die Mischung muß 8 bis 10 Minuten lang ruhig stehen. Journal d. connaiss. usuelles. Avril. 1830. Bulletin d. Scienc. technol. Mai. 1830. S. 46.331)

Schmalz eine neue Erfindung in England, als Kunst Butter aufzubewahren!!

Hr. Thenard empfiehlt folgende bei den Tataren gewöhnliche Methode zur Aufbewahrung der Butter. „Man schmilzt die Butter im Wasserbade bei 190° Fahrenh. (70° R.) und läßt sie so lang in diesem Zustande ruhen, bis der käsige Bestandtheil derselben sich zu Boden gesezt hat. Man seiht sie dann durch ein Tuch, und kühlt sie in einer Mischung aus Salz und Eis, oder wenigstens

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Der Maiheft des Bulletin d. Sc. technol. sous la Direction de M. le Baron de Ferussac hat seine frühere Legende auf dem Titelblatte: sous les Auspices de Msgr le Dauphin nun verkleistert. Eben so haben die Franzosen bei der Restauration auf allen Zettelchen in ihren öffentlichen Instituten an den Gegenständen, welche Kaiser Napoleon unsterblichen Andenkens denselben schenkte, Napoleon's Namen verkleistert oder durchgestrichen. Es ist ein sonderbares Volk um die Franzosen; sie schmeicheln jedem, so lang er oben steht, und wenn sein Schiksal ihn von der Höhe herabstürzte, auf welche es ihn früher gestellt hat, vertilgen sie sogar seinen Namen mit Kleister und Tinte. A. d. R.