Text-Bild-Ansicht Band 38

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Patenterklärung äußerst dunkel und ohne alle Zeichnung abgefaßt ist, und daß an diesen Verbesserungen nicht viel Besonderes zu seyn scheint.

Ruderräder an Kriegsschiffen von Soldaten getrieben.

Capitän Charles Napier, C. B., rüstete das Schiff Galathea mit Ruderrädern aus, die von der Hälfte der Schiffsmannschaft getrieben werden. Hr. Croker untersuchte die Vorrichtung, und war bei den Versuchen gegenwärtig, die ganz zu seiner Zufriedenheit ausfielen. (Portsmouth Herald. Galignani. N. 4844.)

Verbesserung an Bojen.

Capit. Lillicrap hat eine sehr einfache Methode vorgeschlagen, Bojen in Hafen, auf Rheden und an gefahrvollen Stellen als Rettungsmittel für verunglükte Schiffende gebrauchen zu können, während sie so, wie sie jezt sind, da sie leicht und hoch auf dem Wasser schwimmen, und ihr Kupfer sehr glatt ist, selbst für Bothe, die sich ihnen nahen, gefährlich sind. Er empfiehlt jede Boje der Länge nach mit Hangmatten-Brettchen (hammock buttens) zu versehen, so daß jeder Unglükliche, und auch Bothe, ohne Gefahr sich denselben nähern können. (Portsmouth Herald. Galignani. 4851.)

Schiffspumpe.

Im Atlas ( Galignani. N. 4850.) wird einer neu erfundenen Schiffspumpe erwähnt, die, mit sehr geringem Kraftaufwands, bei jedem Zuge 5 Gallons (50 Pfund) Wasser auswirft, also in Einer Stunde an 9000 Gallons (oder 90,000 Pfund.)

Ueber die Liverpool- und Manchester-Eisenbahn

theilt das London Journal of Arts. October 1830. S. 27. eine kurze Notiz mit, in welcher es heißt, daß, so höchst wichtig auch diese Bahn in artistischer Hinsicht ist, sie doch durchaus nichts Neues im Baue der Eisenbahnen darbietet, und daß man über die Nährväter derselben den wahren Vater vergessen hat. Dieser war Hr. Wilh. James, Landmesser zu London, der zu Newcastle-upon-Tyne die Dampfwagen auf Eisenbahnen kennen lernte, und schon im J. 1822 meinte, es könne zwischen Liverpool und Manchester eine ähnliche Fahrt hergestellt werden. Er nivellirte auf seine Kosten; die von ihm gefundene Linie fand keinen Beifall, und Hr. Stephenson nivellirte, nördlich von der James'schen Linie, im J. 1824 eine neue Linie. Der Ueberschlag war 400,000 Pfund Sterling (4,800,000 fl.) Die Weisheit des jezigen Parliamentes, von welchem Erlaubniß erholt werden mußte, war dagegen: man disputirte 37 Stunden lang, schwäzte, parliamentsmäßig, das albernste Zeug, und verwarf den Antrag. Die guten Bürger von Manchester und Liverpool ließen sich durch die Eseleien ihrer Vertreter oder Zertreter nicht irre führen, und ließen, südlich von der vorigen Linie, im J. 1825 eine neue Linie nivelliren, unter Aufsicht der HH. Georg und Johann Rennie: Hr. Karl Vignoles hatte die Ausführung, und vollendete Niveau und Durchschnitte seiner Linie und Revision der vorigen in 3 Monaten. Als im J. 1826 darüber neuerdings im Parliamente gekräht, gehustet und gescharrt werden mußte, ging im Unterhause die Erlaubniß, daß gescheidte und fleißige Bürger ihr Geld zu der schönsten und nüzlichsten Unternehmung verwenden dürfen, die England aufzuweisen hat, mit der geringen Mehrheit von 47 Stimmen, im Oberhause mit 28, zur ewigen Schande für das heutige England durch. Während dieser Hahnengefechte zogen sich mehrere Directoren zurük, Actionäre verkauften ihre Actien, und die übrig gebliebenen Directoren übertrugen den Bau nach der Linie der HH. Rennie und Vignoles weder diesen, noch Hrn. James, sondern Hrn. Stephenson.

Diese berühmte Eisenbahn ist nun für das Publicum für immer eröffnet. 130 Passagiers (größten Theils Quäker [Society of Friends]) waren die Ersten, die sie für die bestimmte Miethe, (7 Shillings, 4 fl. 12 kr. für die Person) befuhren. Die Fahrt von ungefähr 30 (engl., 7 1/2 deutschen) Meilen ward in Einer