Text-Bild-Ansicht Band 38

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Ueber Krystallographie in der Mineralogie

finden wir nach einem Auszuge in der Bibl. italian. Sett. p. 192. aus Hrn. Stef. Andr. Renier, Profs. der Mineralogie zu Padova interessanten Elementi di Mineralogia bemerkenswerth für unsere deutschen Krystallographen, und auch für die französischen, daß der Bologneser Guglielmini schon am Ende des Jahres 1688, und noch ausführlicher im J. 1705 in einer Dissertation de salibus einen großen Theil von Delisle's und Hauy's Theorie ausführte. Diese beiden Ehrenmänner würden Guglielmini gewiß angeführt haben, wenn sie ihn gekannt hätten. So bleiben Wahrheiten und die fruchtbarsten Ansichten für Wissenschaften und Künste oft Jahrhunderte im Staube liegen, während gelehrte Phantasterei unter dieser Zeit ihren Weg in die Sterne findet, aus welchen sie jedoch von Zeit zu Zeit wieder als Sternschnuppen, gewöhnlich in dem Hofraume der Akademien und Universitäten, niederfällt.

Ueber die Geseze der theilweisen Polarisation das Lichtes durch Reflexion

findet sich in den Phil. Trans. 1830. S. 69–84, und im Edinburgh Journal of Science, Julius S. 160, eine sehr lehrreiche Abhandlung des Herrn Dr. Brewster, worauf wir Optiker aufmerksam machen zu müssen glauben, welche dieselbe wohl bald in irgend einem deutschen der Physik geweihten Journale übersezt finden werden.

Ueber Stärkmehl aus Erdäpfeln.

Man hat in Frankreich mit gutem Erfolge aus gefaulten Erdäpfeln Stärkmehl bereitet. (Vergl. Mémorial de l'Yonne, Mars. 1830.) Herr Verollot fils bemerkt dagegen, daß die 38 p. C. Erdäpfel-Stärkmehl, die man aus den gefaulten Erdäpfeln erhielt, viel zu viel wären, indem man aus gesunden Erdäpfeln nur 12 bis 18 p. C. erhält; daß hier wenigstens die Hälfte Brei oder Parenchym beigemengt gewesen seyn müßte. Man bemerkt nun am ang. Orte gegen Hrn. Verollot, daß schon Vauquelin, auf dessen Genauigkeit man sich verlassen konnte, darauf aufmerksam machte, daß verschiedene Erdäpfelsorten verschiedene Mengen von Stärkmehl enthalten; daß die sogenannte Orpheline z.B. 28 p. C. Stärkmehl gibt; daß, nach Payen, man immer 20 p. C. Stärkmehl auf frische Erdäpfel rechnen kann, folglich auf faule, die schon einen Theil ihres Vegetationswassers verloren haben, noch mehr gerechnet werden muß; daß, selbst wenn man auch die dachziegelförmige Erdäpfelsorte genommen hätte (l'imbriquée), welche 18,5 p. C. Parenchym und nur 5,2 Stärkmehl gibt, oder die Parmentière, die 18,9 p. C. Parenchym liefert, man doch nie so viel Parenchym erhalten haben würde, als Hr. Verollot angibt. Vauquelin fand nur 1 1/2, zuweilen nur 1 p. C. echtes Parenchym in Erdäpfeln. Das aus den gefaulten Erdäpfeln erhaltene Stärkmehl war übrigens vollkommen rein, und löste sich in kochendem Wasser ohne allen Rükstand auf, gab auch mit Schwefelsäure die gehörige Menge Syrup. (Bulletin d. Scienc. techn. 1830. Juin. S. 141.)

Selbstentzündung durch Hobelspäne, die mit Leinöhl benezt wurden.

Ein Fabrikant, der Spinnmaschinen verfertigt, gab einem seiner Arbeiter den Auftrag, dieselbe mit Leinöhl und spanischer Kreide, und dann mit Hobelspänen zu poliren. Der Arbeiter warf nach der Arbeit die Späne auf den Boden. Wenige Stunden darauf sah man des Nachts Licht in der Werkstätte, und fand, daß diese Spane brannten. Wenn man nicht zufällig Licht in der Werkstätte bemerkt hätte, würde diese vielleicht mit den Spänen verbrannt seyn. Da in mancher Werkstätte auf diese Weise gearbeitet wird, will ich auf diese Thatsache aufmerksam machen. (Nile's Register 10. Oct. 1829 im Bulletin technol. Juin. S. 130.)

Selbstentzündung durch Wachsleinwand.

Man weiß aus den Zeitungen, daß ein Transportschiff der lezten Expedition nach Algier auf den hierischen Inseln in Brand gerieth. Man konnte es nur dadurch