Text-Bild-Ansicht Band 39

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Auf der Harzseite kann man die Lichtenbergischen Figuren darstellen. Das Glas selbst bildet eine Flasche mit beweglichen Belegungen und kann für die tanzenden Kugeln u.s.w. gebraucht werden.

Wenn man bedenkt, daß der gewöhnliche Apparat zur Anstellung elektrischer Versuche so sehr complicirt und sein Hauptmaterial von so zerbrechlicher Natur ist, während doch diese Versuche oft im Dunkeln angestellt werden müssen, so wird man, wie ich mir schmeichle, meiner Anordnung wegen ihrer Einfachheit und übrigen Vortheile den Vorzug geben. Das gemeine grüne Glas hat außer seiner Wohlfeilheit auch noch den Vortheil, daß die Stühle und Size wie gewöhnliche Möbeln aussehen. Patienten von sehr schwachen Nerven kommen, wenn man sie auf einen Glasstuhl sezt, oft in eine fieberische Aufregung, weil sie sich einbilden, daß etwas Schrekliches vorgehen soll, während sie vielleicht den elektrischen Strom nur durch eine hölzerne Spize zu empfangen haben.

X. Verbesserungen an Fortepianos, worauf Simon Thompson, Compaßmacher zu Great Yarmouth Norfolk, sich am 27. Februar 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Octbr. 1830. S. 1.

Mit Abbildungen auf Tab. I.7)

Der Zwek des Patent-Trägers ist, die sogenannten senkrechten Fortepianos (upright Piano-Fortes) gedrängter, als bisher, zu bauen, und die Verbesserung, die vorzüglich in der Form der Tasten und des spielenden Theiles liegt, gestattet eine neue Vorrichtung im Mechanismus, wodurch das Instrument, obschon es unter die senkrechten gehört, ganz unter dem Gesichte des Spielers zu stehen kommt, so daß die freie Schwingung der Stimme, wenn Gesang das Spiel begleitet, dadurch nicht gehindert wird.

Meine Verbesserung an Fortepianos, sagt der Patent-Träger, besteht in einer neuen Anordnung der Theile jener Instrumente, welche man senkrechte oder aufrechte (upright piano fortes) nennt, wodurch ich im Stande bin, solche Instrumente weit unter der gewöhnlichen Höhe zu bauen, und zugleich dem oberen Theile des Instrumentes ein ganz flaches Ansehen, wie ein Tisch, zu geben, ohne daß irgend eine Hervorragung über dem sogenannten Schlußbrette

7)

Dieses Patent findet sich auch im Register of Arts, October, S. 132., aber sehr unvollständig, und wirklich höchst erbärmlich; denn die ganze Sache ist falsch dargestellt, und Kupfer ist keines gegeben, wodurch die fehlerhafte Darstellung wenigstens etwas berichtigt würde. A. d. Ue.