Text-Bild-Ansicht Band 39

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die Reducirflamme lang fort anhaltend geblasen wird, so bedekt sich das Kügelchen mit einer schwarzen metallischen Oberfläche, wenn man viel Johannit genommen hat. Wenn man Zinn zusezt, so erhält man die rothe Farbe des Kupferprotoxydes.

Wenn man Johannit in Salpetersäure auflöst, und Aezammonium zusezt, so erhält man einen gelben Niederschlag, der aber durch das Kupfer von sich selbst blau wird. Der Rükstand verhält sich mit Phosphorsalz wie reines Uranoxyd.

Der Johannit scheint demnach Schwefelsäure, Wasser, Kupfer- und Uranoxyd zu enthalten. Ich erwarte das genaue Verhältniß dieser Bestandtheile von Hrn. Prof. Berzelius zu vernehmen, an welchem Hr. Selfström so gefällig war ein Exemplar von mir mit zu nehmen.

Dieses Mineral ist eben so schön, als selten. Die einzigen bisher bekannten Exemplare fand man im J. 1819 bei Wiederbelegung einiger alten Werke in der Nähe der Grube Elias zu Joachimsthal in Böhmen, als Ueberzug auf Bruchstüken von Uranerz.

Freie Schwefelsäure ist, wie auch John vermuthet, insofern sie wahrscheinlich durch Zersezung einiger Arten von Schwefelkies entsteht, ohne Zweifel die Ursache der Entstehung dieser neuen Art Minerales. An dem Exemplare, welches ich untersuchte, finden sich nadelförmige Gypskrystalle.

L. Ueber die Verfertigung künstlicher Perlen.

Aus dem Dict. technol. Bd. XVI. S. 63.

Diese Perlen sind kleine Kügelchen oder birnförmige Blasen aus dünnem Glase, welche an zwei gegenüberstehenden Punkten mit Löchern durchbohrt sind, damit man sie fassen kann, nachdem sie so zubereitet wurden, daß sie den sogenannten orientalischen Perlen gleichen.

Heute zu Tage ahmt man den Glanz und das Farbenspiel der natürlichen Perlen sehr gut mittelst einer Flüssigkeit nach, die man Perlenessenz nennt; leztere wird dadurch bereitet, daß man die Schuppen oder vielmehr die glänzenden Lamellen, welche man durch Waschen und Reiben von den Schuppen eines kleinen Fisches, des Weißfisches (Cyprinus alburnus) abscheidet, ein flüssiges Aezammoniak wirft.

Diese glänzenden perlartigen Theile werden durch das Aezammoniak gegen Fäulniß geschüzt, erhalten jedoch darin eine solche Weichheit und Biegsamkeit, daß man sie innenwendig über die ganze hohle Fläche der Glasperle anbringen kann, wenn man die Essenz, in welcher diese Schuppen