Text-Bild-Ansicht Band 39

Bild:
<< vorherige Seite

zum andern zu treiben. Mit welcher Geschwindigkeit dieses Stromaufwärtsfahren vor sich gehen wird, ist nicht bemerkt.

Ein neues Canal-Dampfboth aus Eisenblech

fährt jezt zwischen Port Dundas und Glasgow, und hat seine Ruderräder am Hintertheile angebracht. Wenn es ein gewöhnliches Both in das Tau nimmt, wird seine Geschwindigkeit nur um 1/12 vermindert. (Mech. Mag. N. 381.)

Ueber Barnard's Rettungsanker.

Wir haben neulich von dieser Vorrichtung (Polyt. Journ. Bd. XXXIX. S. 4. Nachricht gegeben. Im Mech. Mag. N. 382. 4. Sept. S. 252. bemerkt Hr. W. Thorold, daß Hrn. Barnard's Idee nicht leicht ausführbar seyn wird. Der Anker wird sich (wenn auch ein schwimmender Anker leichter zu machen wäre als er es nicht ist) wegen der unendlich vielen Krümmungen der Wogen im Sturme leicht zu Grunde senken, und dann dient er weniger als gar nichts; denn, wenn er nicht nahe genug am Ufer ist, um den Schiffbrüchigen sicher durch die Brandung helfen zu können, so ist es besser, die Schiffenden bleiben am Borde ihres Wrakes. Die einfachste Methode ist, ein großes leeres Faß gut zu verspunden, an einer Tiefleine zu befestigen und diese nachzulassen, bis das Faß die Brandung erreicht. Wenn Manby's Fang darüber abgefeuert wird, so hascht er wahrscheinlich die Leine. Ein großes vierekiges Stük Holz würde vielleicht noch besser dienen, zumal wenn es einmal bis an das Ufer gelangte. Hr. Wheatley wurde einmal durch einen Newfoundland-Hund gerettet, der die Tiefleine (deap sea-line) um den Hals gewunden hatte. Eben dieser Hr. Wheatley hat erwiesen, daß meine Leine nach meiner Art auf meinem Haspel aufgewunden weiter geschossen werden kann, als nach jeder anderen. Es ist traurig, daß die Seeleute gewöhnlich so viel Vorurtheil gegen alle Vorrichtungen für den Fall eines Schiffbruches haben, und nichts davon an Bord wissen wollen.

Die schöne Hängebrüke über den Yore bei Middleham in Yorkshire,

die diesen Sommer erst erbaut wurde, fiel Anfangs Decembers ein, indem man zu viel Hornvieh auf ein Mal auf dieselbe auftrieb, und die Schwingung zu groß wurde. (Sun Galignani N. 4909.)

Kunst-Musselin-Stuhl.

Nach Nile's Register, 1829. Sept. S. 67, Bullet. d. Sc. techn. 1830. Nr. 2. S. 138. hat Hr. Hambleton Faulkner zu Pawtucket in N. America einen Kunststuhl erfunden, der broschirte Musseline webt, und nur 25 Dollars mehr kostet, als ein gewöhnlicher. Die Elle solchen Musselines kömmt nicht theurer, als eine Elle gewöhnlicher Leinwand zu Hemden.

Amerikanische Wiegen-Uhr.

Ein Hr. Ant. Buchenberg er in Neu-York ließ sich vor Kurzem ein Patent auf ein Uhrwerk ertheilen, das von einer Feder getrieben wird, und dessen Pendel oder Perpendikel das Bettchen eines Kindes, wie eine Wiege, regelmäßig und sanft hin und her schwingt.

Wir finden also hier bestätigt, was wir neulich sagten, daß ein Uhrwerk als Triebwerk an vielen Maschinen und Vorrichtungen mit dem besten Erfolge angebracht werden kann. Diese Uhrwiege kann nicht mehr kosten als ein guter Bratenwender, und unsere Schwarzwälder Holz-Uhrenmacher werden sehr leicht ihren hölzernen Uhren eine solche Einrichtung geben können, daß ein Stein an einem Strike eben so viel leistet als eine Feder. Es scheint uns gewiß, daß derjenige, der solche Wiegen wohlfeil verfertigt, bald ein reicher Mann worden kann; denn die Vortheile der reinlichen, hängenden, niedlichen Wiegen sind zu einleuchtend, als daß man sie nicht den gewöhnlichen vorziehen sollte.