Text-Bild-Ansicht Band 39

Bild:
<< vorherige Seite

Schnellste bisherige Fahrt von Liverpool nach Manchester.

Der Planet (ein Dampfwagen des Hrn. Stephenson) fuhr Ende Novembers von Liverpool nach Manchester in Einer Stunde. Zwei Minuten von diesen 60 Minuten wurden zum Schmieren und Nachsehen bei der Maschine verwendet. (Liverpool Advertiser. Galignani. N. 4904.)

Aeolophon.

Unter diesem Namen wurde Anfangs Decembers 4830 am Londoner Hofe von Hrn. Chapel ein neues musikalisches Instrument vorgestellt, und von Hrn. Chakenger gespielt. Das Instrument soll in Tönen den Umfang einer sehr reichen Orgel besizen, und doch tragbar seyn, wie ein kleines aufrechtes Fortepiano. (Courier. Galign. N. 4905.)

Ueber den Bau der englischen Fenster.

Wir haben unsere Leser bereits öfters auf den verschiedenen Bau der englischen Fenster im Vergleiche mit jenen auf dem festen Lande aufmerksam gemacht. Wer sich eine Idee von der Complication geben will, mit welcher man bei diesem einfachen Geräthe in England verfährt, verweisen wir auf das Repertory of Patent-Inventions, November, 1830. S. 261., wo er Hrn. W. H. Kitchen's und Hrn. Andr. Smith's Patent über gewisse Verbesserungen an Fensterstöken, Rahmen, Läden dd. 7. Febr. 1829 mit der ausführlichen Patent-Erklärung beschrieben und in guten Abbildungen dargestellt finden wird.

Gewebe aus Gummi elasticum.

Die HHrn. Rattier und Guibal zu Paris lassen aufgeweichten Gummi elasticum spinnen, überziehen dann die Faden, welchen sie beliebige Dike geben, mit anderen Stoffen, z.B. Seide, Baumwolle, Wolle, und verfertigen hieraus äußerst elastische, leichte und dauerhafte Gewebe. Die hieraus verfertigten Hosenträger sind ganz vortrefflich. (Vergl. Richard im Giornale d. Farmacia. 1830. N. 5–6. S. 325.)

Ueber die Berechnung der musikalischen Intervalle, vorzüglich des Verhältnisses der Quart,

findet sich ein für gründliche Musiker sowohl, als für Instrumentenmacher interessanter Aufsaz im Bulletin d. Sc. techn. Nr. 2. S. 152, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen zu müssen glauben.

Blaue Farbe aus Buchweizen.

Im Mech. Mag. N. 381. 27. Novbr. 1830. S. 240. wird, ohne Angabe der Quelle, folgende Bereitungsart einer blauen Farbe aus Buchweizen (Polygonum Fagopyrum) empfohlen. Man rauft den Buchweizen aus der Erde, noch ehe der Same ganz hart geworden ist, und legt ihn auf der Erde in die Sonne, bis er troken geworden ist, und der Same leicht los wird. Wenn dieser endlich abgesondert wurde, wirft man das Stroh oder Kraut auf Haufen, befeuchtet es, und läßt es gähren, bis es endlich anfängt sich zu zersezen, wo es dann eine blaue Farbe annimmt. Nun muß es in Kuchen geformt werden, die, in der Sonne oder am Ofen getroknet und dann im Wasser gesotten, dieses haltbar blau färben, so daß weder Weinessig noch Schwefelsäure diese Farbe verändert. Alkali röthet dieses Blau, und Galläpfel machen es leicht schwarz, und endlich durch Verdampfung schön grün. Man kann schön und haltbar blau damit färben. „(Jakobson im techn. Wörterb. und Böhmer kannten den Buchweizen als blaues Farbenmaterial, und mehrere Polygone werden beim Troknen durch Gährung blau. Es wäre der Mühe werth Versuche anzustellen.)“