Text-Bild-Ansicht Band 39

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Zusaz. Nach dem Druk der officiellen Verhandlungen, aus welchen so eben ein Auszug mitgetheilt wurde, hat Hr. Gay-Lussac das Probirverfahren auf nassem Wege noch mehr verbessert, und so vereinfacht, daß jeder Unerfahrene es leicht und mit Sicherheit ausüben kann. Nach diesem einfacheren Verfahren ist nur eine Wägung nöthig, die des zu prüfenden Silbers. Dieß wird in einer Flasche mit eingeriebenem Stöpsel in Salpetersäure aufgelöst und durch eine Kochsalzauflösung von bestimmter Stärke, die man in einer graduirten Pipette abmißt, gefällt. Durch starkes Umschütteln der Flüssigkeit in der Flasche ballt sich das Chlorsilber so zusammen und sezt sich so gut ab, daß die darüber stehende Flüssigkeit schnell klar wird. Man sezt dann durch eine andere Pipette ein Maaß einer schwächeren Kochsalzauflösung von bestimmter Stärke hinzu, um sich durch eine neue Trübung zu überzeugen, ob alles Silber gefällt worden oder nicht: Hat man im Anfange zu viel Kochsalzauflösung hinzugesezt, so kann man die Wirkung von einem oder mehreren Maaßen derselben durch eine gehörige Zahl von Maaßen einer Auflösung von salpetersaurem Silberoxyd von entsprechender Stärke wieder aufheben. Richtet man das Gewicht der zu prüfenden Legirung so ein, daß der darin enthaltene wahrscheinliche Silbergehalt durch die mittelst der Pipette abgemessene Kochsalzauflösung gefällt wird, was sehr leicht aus einer zu diesem Zwek berechneten Tafel zu ersehen ist, so gibt, wenn zehn Proben auf einmal geprüft werden, dieß Verfahren in weit kürzerer Zeit bestimmte Resultate, als die Coupellation.157) (Poggendorff's Annalen der Physik und Chemie 1830. N. 9.)

Englische Steinkohlen der besten Qualität, aus Newcastle,

kommen, Dank dem weisen englischen Steuersysteme, in Aegypten jezt wohlfeiler, als zu London, so daß die Fabriken des Bassa wohlfeileres englisches Brennmaterial haben, als die Bürger Londons. (West-Briton. Galignani. Messeng. N. 4940.)

Ertrag einer Kupfergrube in England.

Die Kupfergrube, Great St. George, gibt jezt, bloß mit 12 Knappen belegt, einen monatlichen reinen Gewinn von 2000 Pfd. Sterl. (24,000 fl.). (Herald. Galignani. N. 4936.)

Steigletz's Talghandlung

in Rußland, vorzüglich nach England, hat für Talg allein eine Summe von 600,000 Pfd. Sterling beständig zu Disposition. (Galign. N. 4953.)

Eine Brantweinbrennerei zu London

braucht in 24 Stunden 45 Chaldrons (36 Bushels) Steinkohlen. (Courier. Galignani. N. 4928.)

Opiumbau, als Monopol der ostind. Gesellschaft in Ostindien,

ist jezt von dieser Gesellschaft selbst in Ostindien aufgegeben. (Galign. N. 4916.)

Watt's Patentmittel gegen thierische Gifte.

Ein Chirurg, Namens Jak. Watt, Stracey Street, Stepney, Middlesex, hatte die Unverschämtheit, sich am 29. April 1828 ein Patent auf Mittel ertheilen zu lassen, welche er entdekte, wo durch Einwirkung eines gewissen chemischen Reagens thierisches Gift zerstört, und der durch dasselbe entstehenden Krankheit vorgebeugt werden kann.

Diese Mittel sind nun ein Waschwasser zur Zerstörung des Anstekungs-Stoffes

157)

Sollte Hr. Gay-Lussac sein neues Probirverfahren umständlich in den Annales de Chimie et de Physique beschreiben, so werden wir nicht säumen es unseren Lesern mitzutheilen. A. d. R.