Text-Bild-Ansicht Band 41

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Meter gehoben, und betrug 43 Liter in Einer Minute; dieß gibt, wenn man 800 Einheiten für die wirkliche Arbeit eines der Pferde während 6 Stunden annimmt, die Hälfte der nüzlichen Arbeit eines Pferdes. Ein Weib war damit beschäftigt die Erdäpfel in den Kasten zu werfen, und ein einziger Mann leitete den Apparat. Aus den Beobachtungen mehrerer Stärkmehlfäbrikanten, welche bei dem Versuche gegenwärtig waren, geht hervor, daß das Parenchym ganz ausgezogen oder erschöpft war. Hr. Houlette, der den Winter 1829/30 über mit diesem Apparate arbeitete, erklärte, daß er, während seiner ganzen Arbeit, im Durchschnitte 25 Kilogrammen getroknetes oder gebeuteltes Stärkmehl aus einem Sester oder Mezen von 140 bis 145 Kilogrammen, also 17 bis 18 p. C., erhielt, nach Abzug alles Verlustes auf dem Speicher und beim Beuteln. Das Parenchym, welches man aus dem Apparate des Hrn. Saint-Etienne erhält, ist viel feiner, als jenes aus den gewöhnlichen Handsieben, indem es mit weit größerer Kraft herausgepeitscht wird; es wird daher feiner zertheilt und dadurch mehr geeignet, das Sazmehl abzugeben. Ein anderer Vortheil des Apparates des Hrn. Saint-Etienne besteht darin, daß er von Jedermann, ohne alle vorhergegangene Uebung dirigirt werden kann; weder Hr. Houlette, noch seine Brauknechte, welche er dazu braucht, arbeiteten vorher je damit. Es ergibt sich also aus den Untersuchungen der Commission, daß durch diesen Apparat in einer Werkstätte, in welcher 140 bis 150 Hectoliter verarbeitet werden, wenigstens die Arbeit von fünf Menschenhänden erspart wird; daß die Producte desselben regelmäßiger und schöner sind; daß die Arbeit viel leichter zu leiten und daß ein weit kleinerer Raum für die Manipulation erforderlich ist, als dieß früher der Fall war. Die Commission schlägt daher vor, dem Hrn. Saint-Etienne für seine Erfindung eine Medaille zu verleihen.

XXXIII. Versuche über die Aufbewahrung des Fleisches, von Hrn. Frihou.

Aus dem Bulletin de St.-Etienne im Agriculture-Manufacturier. März 1851, S. 289.

Wenn das Fleisch in Fäulniß übergehen soll, so ist dazu bekanntlich die directe Einwirkung des Sauerstoffs, eine erhöhte Temperatur und ein gewisser Grad von Feuchtigkeit erforderlich; nur wenn diese drei Umstände gemeinschaftlich wirken, kann die faule Gährung eintreten; es lassen sich hieraus mehrere Verfahrungsarten zur Aufbewahrung des Fleisches ableiten.