Text-Bild-Ansicht Band 41

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das auf vier gemauerten Pfeilern ruht, und einen Pavillon bildet, in welchem zu jeder Zeit das Wiegen leicht vorgenommen werden kann. Da die Schnellwagen sehr genau seyn, und auch geringe Gewichtsdifferenzen angeben müssen, so werden die Aufhangketten direct an die Naben der Wagenräder befestigt. Man könnte an dem Ende derselben auch einen Flügel, wie an den Schnellbalken-Brüken anbringen. Das Wiegen wäre dann wegen der Abweichungen, die der Unterschied der Temperatur der Luft in dem Gewichte des Flügels hervorbringt, zwar weniger genau) allein dieß hätte nichts zu sagen, wenn man sich dieser Wagen, so wie der Schnellbalken-Brüken bloß dazu bedienen würde, um zu erfahren, ob ein Wagen ein höheres Gewicht habe, als jenes welches festgesezt ist. Man könnte hierbei 40–50 Kilogrammen für die Abweichungen des Flügels gelten lassen. Was der Flügel bei Errichtung solcher Wagen mehr kostete, würde dadurch erspart werden, daß man nur ein einziges bestimmtes Gewicht, und nicht die vielen Gewichte anzuhängen brauchte. Würde der Wagen, wenn er über den Flügel geht, denselben heben, so würde sein Gewicht das gesezliche Maß übersteigen. Die Vortheile dieser Schnellwagen vor den Schnellbalken-Brüken wären mithin: 1) daß die Kosten der Errichtung um die Hälfte geringer sind, 2) daß aller Betrug beim Wägen unmöglich würde, indem der Dienst bei diesen Schnellwagen öffentlichen beeidigten Wagmeistern anvertraut würde, die bei diesem Geschäfte hinlänglichen Gewinn finden, um nicht zu Betrug verleitet zu werden; 3) daß das Wägen vollkommene Publicität erhält. (Aus dem Industriel belge. Octbr. 1829. S. 277. im Bulletin d. Scienc. technol. 1820. Aug. S. 357.)

Mahlerei auf Lava.

Hr. Morteleque machte viele Versuche, um auf der Lava von Volvic eine verglaste Mahlerei anzubringen, und es gelang ihm dieselbe in ihrer Ausführung der Oehlmahlerei so ähnlich zu machen, daß die geschikteren historischen Mahler sich das hierbei nöthige Verfahren leicht eigen machen können. Durch Auffindung einer weißen Farbe, die man, wie in der Oehlmahlerei, mit allen Farben mischen kann, um sie schwacher zu machen, gab er Mittel an die Hand, mittelst welcher sich die Farbe leichter anbringen läßt, durch die man die Farben in einander fliegen lassen, dunkle Farben hellen entgegensezen, und endlich so oft retouchiren und ausbessern kann, als man es für nöthig hält. Hr. Mérimée erstattete der Société d'encouragement in ihrer Sizung vom 23. Mai Bericht über diese Entdekung, welche den unschäzbaren Vortheil darbietet, daß man der spätesten Nachwelt Gemälde hinterlassen kann, die keiner Veränderung unterliegen. Die Gesellschaft schlug vor, den Handelsminister einzuladen, diese Versuche wiederholen zu lassen, um auf diese Weise getreue Copien der Meisterwerke des Museums zu erhalten; Hr. Morteleque soll von der Gesellschaft eine Medaille für seine Erfindung erhalten.

Robertson's Mahlerei.

Hr. Robertson trug in der Sizung, welche die Royal-Institution of Great Britain am 20. Mai hielt, einen Vortrag über eine neue Art von Mahlerei, die mit der Kraft anderer Manieren zu mahlen auch eine außerordentliche Dauerhaftigkeit verbinden soll. Seine Gemählde sind mit Wasserfarben und auf Papier gemahlt. Zwischen und über seinen Farben wendet er Hausenblase in heißem Weingeiste aufgelöst an, wodurch sie den Glanz und die Kraft der Oehlfarben erhalten. Wenn das Gemählde fertig ist, wird es mit farblosem Copal-Firnisse übergezogen; sind die Stüke groß, so werden sie auf Leinewand oder Zinnfolis aufgezogen. Die Haltbarkeit und Beständigkeit solcher Farben scheint außerordentlich zu seyn. (Philos. Magazin and Annales of Philos. 1831 June S. 462.

Künstlicher hydraulischer Mörtel.

Das Philosophical Magazine und Annals of Philosophy gibt im Junius-Hefte 1831 S. 441. eine sehr kurze Notiz über die Abhandlung, welche der Brevetoberst E. W. Pasley, in den Sizungen der Royal-Society vom 26. März