Text-Bild-Ansicht Band 41

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vom 19. Mai 1831 als Nachtrag hierzu eine Tabelle, welche vorzüglich die Berechnungen, die bei Hängebrüken vorkommen, erleichtert. Diese Tabelle, welche aus den ersten Tabellen der angeführten Abhandlung hervorgeht, besteht aus fünf Columnen, in denen die relativen Abweichungen oder Sinus versi der Krummen; die Längen der Ketten; die Spannung an den Mittelpunkten oder Spizen der krummen Linie; die Spannung an den Enden, und die Winkel angegeben sind, welche die Ketten an den Enden mit dem Horizonte bilden. (Philos. Mag. and Ann. of Phil. 1831 Jul. S. 43.)

Oculargläser mit vier Linsen.

Der berühmte Professor Santini gab in dem neuen italiänischen Journale, Annali delle scienze del regno Lombardo-Veneto, welches seit 1831 zu Padua erscheint, sehr einfache Formeln und Vorschriften zur Verfertigung von Oculargläsern mit vier Linsen für Erdfernröhre, worauf wir die Optiker aufmerksam machen zu müssen glauben.

Dal Negro's Oligochronometer.

In dem eben angeführten Journale befindet sich auch ein Aufsaz des Professors dal Negro über die Schnelligkeit, welche am Anfange des Hervorschießens einer Substanz Statt hat. In diesem Aufsaze zeigt er, daß das von ihm erfundene, und mit dem Namen Oligochronometer belegte, Instrument, mit welchem man die kleinsten Bruchtheile der Zeit genau messen kann, bei seinen neuen Versuchen über die Schnelligkeit sehr gute Dienste leistete.

Belli's neue Elektrisirmaschine.

Professor Belli gab in den Annali delle scienze del regno Lombardo-Veneto eine Beschreibung einer neuen, von ihm erfundenen, Elektrisirmaschine, von welcher die Biblioteca italiana im Maihefte 1831 S. 263 sagt, daß sie zwar schwerlich in den physikalischen Cabinetten allgemein gebraucht werden dürfte; daß sie aber sehr sinnreich ausgedacht sey, und sich für einige Versuche besser, als irgend eine andere bisher bekannte Maschine dieser Art, eignen möchte.

Ueber künstliche Mineralbäder.

Im Journal de Pharmacie 1831 Juillet S. 365 befindet sich ein Aufsaz des Hrn. Felix Boudet über die natürlichen und künstlichen Mineralquellen im Allgemeinen, dem einige Formeln zur Bereitung schwefelhaltiger Wässer beigefügt sind. Wir empfehlen diese Abhandlung jenen unserer Leser zur Durchsicht, in deren Interesse dieser Gegenstand liegt, denn er enthält so viel rein Aerztliches, daß wir ihn hier nicht ganz einrüken konnten. Der Verfasser beleuchtet im Eingange vorzüglich die schon unzählige Male aufgeworfene und abgehandelte Frage, ob künstliche Mineralwässer nicht eben so gut, oder noch besser sind, als natürliche, und ist hier der Meinung, daß es bei der Fabrikation der Mineralwässer nicht darauf ankommt, daß man alle Bestandtheile der Wasser, die man nachmachen will, genau kenne, sondern, daß es genug ist, wenn die wirksamen derselben quantitativ bekannt sind. Bei aller Achtung für den Hrn. Verfasser können wir ihm aber hier unmöglich beistimmen; denn um etwas genau nachzumachen, muß man es vorher genau kennen. Die Ausmittelung dessen, was wirksam und was unnüz ist, ist nicht so leicht, als es viele Chemiker und Pharmaceuten glauben. Jeder Arzt und jeder Techniker wird sich überzeugt haben, daß es eine Menge widersinniger und den chemischen Gesezen widerstreitender Formeln gibt, die dessen ungeachtet gut sind, und an denen man nichts ändern darf, wenn man nicht andere Resultate erhalten will. Wir sind durchaus keine Anhänger der complicirten und so oft auf Aberglauben und Geheimnißkrämerei beruhenden Formeln, allein wir haben uns sowohl in der Färberei, als in anderen Zweigen der Chemie und Pharmacie überzeugt, daß wir einen Bestandtheil, den wir den Gesezen der Chemie und des menschlichen Organismus zu Folge für ganz unwirksam halten mußten, doch nicht weglassen durften, ohne eine andere Wirkung hervorzubringen.