Text-Bild-Ansicht Band 42

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zu haben, und erfand daher seinen Becher zum Einnehmen solcher aufbrausender Arzeneien, den er Union's-Becher nennt. Dieser Becher ist übrigens weiter gar nichts als ein Becher, der durch eine Scheidewand von Unten bis nahe an die Mündung in zwei gleiche Behälter getheilt ist. In einen dieser Behälter wird die alkalische, in den anderen die saure Flüssigkeit gefüllt; will man davon einnehmen, so bringt man den Becher an der Seite, wo sich die Scheidewand befindet, an den Mund, und trinkt, wo dann die Mischung und das Aufbrausen erst im Munde und während des Trinkens vorgeht. Das Register of Arts gab im Augusthefte S. 158 Taf. IX eine Abbildung dieses Bechers; die Sache ist aber so einfach, daß wir dieselbe füglich weglassen zu können glauben. Das Register glaubt, daß der auf einer Seite saure, auf der anderen aber alkalische Geschmak sehr angenehm seyn müsse, und daß die Entwikelung von Kohlensäure Husten erregen wird. Lezteres dürfte wohl hier nicht mehr der Fall seyn, als es beim Trinken eines Glases Champagners oder abgezogenen Bieres geschieht, das wir überhaupt mehr empfehlen möchten, als den aufbrausenden medicinischen Trank.

Levison's Tropfglas für Augen- und Zahnärzte.

Hr. Levison, Zahnarzt zu London, Gower-Street, erfand folgendes Tropfglas, um in Augen, hohle Zähne u. dergl. Flüssigkeiten einzutropfen. Es wird aus Glas geblasen, und besteht aus einer kleinen Kugel, welche in eine Glasröhre von verschiedener Länge, die an der Spize leicht gebogen ist, sehr fein ausläuft. Die Kugel wird zum Theile mit der Flüssigkeit, welche eingetropft werden soll, gefüllt. Hält man dieselbe nun in der Hand, so wird die Wärme die Flüssigkeit ausdehnen, so daß sie tropfenweise an der haarförmigen Oeffnung der Röhre herausquillt. Dieß wird aber nur für wenige Tropfen der Fall seyn, so daß uns dieses Instrument wegen des oft nöthigen Füllens lästig und wenig brauchbar scheint. Es ist im Register of Arts Aug. 1831 S. 157 T. X abgebildet.

Krankheiten der Thiere in Folge von Futter, das mit Kryptogamen verunreinigt ist.

Mehrere holländische Veterinäre, wie die HHrn. Numan und Marchand, die über die schädlichen Eigenschaften, welche das Futter der Hausthiere bekommen kann, schrieben, sind geneigt die vorzügliche Ursache einer Entzündung des Darmkanales, woran das Vieh in Holland in sehr feuchten Jahren häufig leidet, und in großer Zahl an Brand zu Grunde geht, kleinen Kryptogamen zuzuschreiben, die sich am Futter entwikeln, und welche zu den Gattungen Uredo, Puccinia, Pucciniola, Aecidium, Mucor, Erysiphe, Xyloma und Sphaeria gehören. Das Journal de Pharmacie 1831 Juillet S. 393 verweist hierbei auf Gohier's Arbeiten über die üblen Wirkungen des rostigen Strohes und des schimmeligen Brodes, auf jene des Hrn. de Gasparin über den Albigo der Esparsette, so wie auf die bekannten Werke Chabert's, Paulet's, Vicq d'Azyr's etc. Es stellt am Schlusse die sonderbare Frage, ob die Feuchtigkeit und der Nebel allein nicht schon hinreiche, um diese Krankheit hervorzubringen? Wahrscheinlich dürften Feuchtigkeit und verdorbenes Futter hier zusammenwirken.

Gesellschaft zur Bewirkung größerer Menschlichkeit gegen Thiere.

England, das Land, in welchem nächst Frankreich die größten Grausamkeiten gegen Thiere verübt werden, ist nun doch auch mit dem guten Beispiele der Gründung einer Gesellschaft zur Abstellung dieser, das Herz verpestender Unmenschlichkeiten vorangegangen. Im ersten Jahre waren die Subscriptionen zu dieser Gesellschaft aber leider so unbedeutend, daß dieselbe ein Deficit von 36 Pfd. Sterl. hatte; die Folge wird lehren, ob dieser anfänglich ungünstige Erfolg wirklich einer eingewurzelten Hartherzigkeit, oder wenigstens einer Gleichgültigkeit gegen den täglichen Anblik verübter Schindereien, oder einem anderen Grunde zuzuschreiben ist. Die Gesellschaft gibt eine Zeitschrift heraus, die unter dem Titel: The voice of Humanity (die Stimme der Menschlichkeit) vierteljährig erscheint, und deren bis jezt erschienene 5 Nummern viele sehr gut geschriebene und interessante Artikel enthalten sollen, wie das Mechanics' Magazine vom 27. August