Text-Bild-Ansicht Band 42

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Vermittelst dieser Tabelle kann man durch eine einfache Berechnung den Gehalt eines Chlorürs bei einer der angegebenen Temperaturen finden. Es entspreche z.B. das erhaltene feuchte Stikgas 0,2 Liter bei einer Temperatur von 20° C., so sezt man folgende Proportion an:

0,1 Liter : 27°,27 = 0,2 L. : x = 54°,54.

Versuche, welche die Genauigkeit dieses Verfahrens beweisen.

Um uns von der Genauigkeit dieses chlorometrischen Verfahrens zu versichern, haben wir nach demselben Flüssigkeiten geprüft, deren Gehalt wir genau kannten. So vereinigten wir bekannte Quantitäten Chlor mit Auflösungen von Kali, Natron, Kalk und Bittererde entweder nach dem Verfahren des Hrn. Gay-Lussac (Polytechn. Journal Bd. XIV. S. 42260)) oder indem wir ein bestimmtes Volumen reines feuchtes Chlor bei einer bekannten Temperatur von den in Wasser aufgelösten Oxyden absorbiren ließen. Unsere Versuche entsprachen ganz unseren Erwartungen.

Das feuchte Chlorgas nämlich, womit wir die Versuche anstellten, entsprach 0,135 Liter troknen Chlors bei einer Temperatur von 0°,76 und mußte durch seine Einwirkung auf Ammoniak oder Ammoniaksalze 0,045 Liter troknes Stikgas bei 0°,76 entwikeln. Bei unseren Versuchen erhielten wir:

1) Mit Chlorkalk (troknes Chlor 0,135 Liter) Feuchter Stikstoff bei 20°
1) 0,05 Liter
2) 0,05 Liter, stark.
2) Mit Chlornatron (troknes Chlor 0,135 Liter) Feuchter Stikstoff bei 20°
1) 0,049 L.
2) 0,051 L.
3) Mit Chlorkali (troknes Chlor 0,135 Liter) Feuchter Stikstoff bei 20°
1) 0,051 L.
4) Mit Chlorbittererde (troknes Chlor 0,135 Liter) Feuchter Stikstoff bei 20°
1) 0,05 L. stark.

Dieß gibt nach den Reductionen im Mittel 0,0456 Liter troknes Stikgas.

Bemerkung.

Man thut gut, wenn man immer einen Ueberschuß von Aezammoniak oder Ammoniaksalz mit dem Chlorür vermischt, um sicher zu

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Man darf dabei nur solche Salzsäure anwenden, welche frei von schweflicher Säure ist. A. d. O.