Text-Bild-Ansicht Band 43

Bild:
<< vorherige Seite

Kalk zusezt; nach einiger Zeit gießt man ab und destillirt die erhaltenen 47 Kilogr. Flüssigkeit, indem man die ersten Portionen, welche gelb und trüb sind und nur 23° Cartier wiegen, beseitigt; die Dichtigkeit nimmt bis zu 27° zu und man sezt die Destillation so lange fort, bis die Flüssigkeit braun und sauer übergeht. Man erhält 4 Kil. Aether von 26° Cartier oder 0,900 spec. Gewicht, welcher nur eine geringe Menge Wasser und Alkohol enthält: wollte man ihn sehr rein haben, so müßte man ihn mit 1 oder 2 Kilogr. concentrirter Essigsäure destilliren, waschen, über etwas Kalk und Kali digeriren lassen, und über Chlorcalcium rectificiren.

Von dem auf die angegebene Weise bereiteten Essigäther kommt das Kilogr. auf 6 Fr. zu stehen.

XI. Bericht des Hrn. Robiquet über eine von Hrn. Th. Clark in Glasgow vorgeschlagene Bereitungsart der Blausäure.

Aus dem Journal de Pharmacie. Novbr. 1831, S. 653.

Hr. Clark glaubt daß die bisher zur Bereitung dieser Säure angewandten Verfahrungsarten für die Apotheker zu complicirt sind und schlägt dafür ein anderes vor. Er nimmt nämlich:

Weinsteinsäure 1 Quentchen.
Cyankalium 32 Gran.
Destillirtes Wasser 1 Unze.

Die Säure wird im Wasser aufgelöst und die Auflösung in eine Glasflasche gegossen, hierauf das Cyankalium zugesezt und die Flasche verkorkt, geschüttelt und sodann in kaltes Wasser getaucht, damit sich die Mischung nicht erhizt; nun läßt er sie zwölf Stunden lang ruhig stehen, damit sich der gebildete Weinstein absezen kann; die überstehende Flüssigkeit wird sodann von ihm abgegossen und an einem dunklen Orte aufbewahrt.

Nach Hrn. Clark erhält man bei der Reaction dieser Substanzen:


Weinstein

1 Quentchen

19 Gran
wovon man 5 Gr. abziehen
muß, welche in dem Wasser
aufgelöst bleiben
Blausäure 13 Gran.

Leztere ist in einer Unze Wasser aufgelöst und daher von gleicher Stärke wie die von Vauquelin eingeführte Blausäure zum medicinischen Gebrauch.

Es ist allerdings nichts leichter als ein Gemisch in bestimmten Verhältnissen zu machen; ist es aber wahr, daß man bei obigem Verfahren,