Text-Bild-Ansicht Band 43

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Englische Patent-Ungerechtigkeiten.

Ein Hr. G. M. frägt im Mechanics' Magazine N. 421 S. 430, ob es richtig sey, daß, wenn Jemand eine Erfindung macht, und diese, ehe er ein Patent darauf nimmt, einem Freunde zur Beurtheilung mittheilt, dieser Freund, wenn er eine Niederträchtigkeit begehen will, den Erfinder um das Recht bringen kann, sich ein Patent auf seine Erfindung geben lassen zu können. Das Mech. Magazine beantwortet diese Frage bejahend, indem es zur Erlangung eines ausschließlichen Patentes nothwendig ist, daß die Erfindung, die man patentiren lassen will, noch nicht mitgetheilt, oder so öffentlich bekannt gemacht ist, daß sie dem Lande auch ohne Ertheilung des Monopoles zum Nuzen gereichen kann. In diesem Falle befindet sich nun der nicht mehr, der seine Erfindung einem betrügerischen Freunde mittheilte, durch den sie zur Kenntniß von Tausenden gelangt seyn kann. Der einzige Trost, der, wie das Mech. Magazine sagt, einem auf diese Weise betrogenen Erfinder bleibt, ist der, daß der Betrüger selbst nicht auftreten kann, um die Erlangung des Patentes streitig zu machen, sondern daß hiezu ein Dritter nöthig ist, der sich als Werkzeug brauchen läßt! D.h. also mit anderen Worten, ein Schurke muß einen anderen zu einer, der seinigen gleichkommenden Niederträchtigkeit verleiten, um sicher zu seyn, einem anderen mit vollem Recht schaden zu können, und dabei ohne alle Gefahr für sich selbst wegzukommen! Auf solchen Principien beruht ein Theil der englischen Rechtspflege, der so häufig in Anspruch genommen wird!

Auf welche Weise vielleicht manch Mal Schießgewehre zufällig losgehen.

Es ist allgemein bekannt, daß durch schnelle Compression der Luft eine solche Erhöhung der Temperatur entsteht, daß in Folge derselben leicht brennbare Körper entzündet werden können; auf diese Erscheinung gründen sich auch die sogenannten pneumatischen Feuerzeuge. Ein Hr. C. meint nun im Mechanics' Magazine N. 438 S. 239, daß, wenn man bei der Ladung von Flinten feste Körper, wie Karten, Korkscheiben, und dgl., die ganz genau in den Flintenlauf passen, zur Fütterung nimmt, und wenn man diese Fütterung sehr schnell mit dem Ladstoke in den Lauf treibt, durch die Compression der Luft eine solche Hize entstehen könne, daß das Pulver dadurch entzündet wird, und die Flinte unvermuthet losgeht.

Es versteht sich, daß, damit dieß geschehen könne, das Zündloch so verstopft seyn muß, daß die Entweichung der Luft gänzlich oder wenigstens größten Theils verhindert ist. – Ob die Vermuthung des Hrn. C. in der Praxis begründet ist, ist eine Frage, für jeden Fall dürfte es gerathen seyn, durch eine minder genau passende Fütterung einem Unfalle vorzubeugen, der allerdings im Reiche der Möglichkeit liegt.

Samuel Roberts Platir-Methode.

Hr. Samuel Roberts ließ sich am 26. Julius 1830 ein Patent „auf seine neu erfundenen Verbesserungen im Platiren oder Ueberziehen des Kupfers, Messings oder der Legirungen beider, mit anderen Metallen oder Materialien, mit 2 Metallen auf einander, so wie auch auf eine eigene Verfertigungsweise geben, nach welcher er aus dem, nach seinen Verfahren platirten, Metalle solche Artikel und Geräthe verfertigt, die bisher entweder ganz aus Silber, oder aus Kupfer, aus Messing, oder aus einer Legirung aus beiden, oder aus einem einfach platirten Metalle verfertigt wurden.“ Die Erklärung, welche Hr. Roberts von seinem Patente gibt, ist kürzer als der Titel desselben; seine Erfindung besteht nämlich lediglich darin, daß er, um zu verhindern, daß die platirten Gegenstände nach der Abnüzung des Silbers kein so garstiges Aussehen bekommen, das Kupfer oder Messing zuerst mit einer Schichte des sogenannten deutschen Silbers belegt, und auf dieser erst die Platirung anbringt, oder daß er die beiden Metalle mit einander auflegt. Das Platiren des Drahtes vollbringt der Patent-Träger ganz auf dieselbe Weise; über das Verfahren selbst sagt er übrigens keine Sylbe, sondern sezt dasselbe als bekannt voraus. (Aus dem London Journal of Arts. October 1831, S. 24.)