Text-Bild-Ansicht Band 43

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Dampfmaschinen von mittlerer Güte142) heben mit 3 Kilogr. Kohlen 250,000 Kilogr. Wasser einen Meter hoch, also mit einem Kilogr. 7576 Kilogr. auf die Höhe von 11 Meter; bei gleichem Kohlenverbrauche verhält sich also die Wirkung des Bernhardschen Apparates zu der der Dampfmaschine wie 371 : 7576 oder wie 1 : 20.

Eine andere, ebenfalls auf Hrn. Bernhardts eigene Angaben gestüzte Berechnung fällt für seinen Apparat noch ungünstiger aus; nach der schon citirten Stelle der Allgemeinen Zeitung zeigte das gehobene Wasser am oberen Ende des Steigerohres 145° Fahrenheit = 62,5 Celsius (des hunderttheiligen Thermometers); die Temperatur des zu hebenden Canalwassers gibt Hr. Bernhard nicht an, wir werden aber nicht ungerecht seyn, wenn wir dieselbe zu 12 Celsius annehmen; da nun das zu hebende Wasser um 62 – 12 = 50 Grade erwärmt werden mußte, und bei vortheilhafter Feuerung 1 Kilogr. Kohlen 6 Kilogr. Wasser zu verdampfen, oder 650/50 × 6 Kilogr. = 77 Kilogr. Wasser auf 50° Celsius zu erwärmen vermag, wodurch im vorliegenden Falle 78 Kilogr. Wasser 11 Meter hoch gehoben werden, während eine Dampfmaschine mit 1 Kilogr. Kohle 7576 Kilogr. Wasser zu derselben Höhe erhebt, so verhält sich, nach dieser Berechnung, der Kohlenverbrauch der Dampfmaschine zu dem des Bernhardschen Apparates wie 78 : 7576 oder wie 97 : 1; überdieß geht hieraus hervor, daß Hrn. Bernhards Angabe des Kohlenverbrauches (1 Bushel in 2 Stunden) 97/20 (dem Verhältnisse des Resultats der vorigen Berechnung zu dem so eben erhaltenen) = 4,8 Mal zu klein seyn müsse; denn die Angabe der Temperatur des gehobenen Wassers ist als eine Beobachtung gegeben, die Angabe des Kohlenverbrauches nur als eine beiläufige Schäzung.143)

Stellen wir nun die Frage: um wie viel das zu hebende Wasser im Bernhard'schen Apparate erwärmt werden dürfte, wenn, bei dieser Wasserhebungsmethode, nicht mehr Kohlen als bei Dampfmaschinen gebraucht werden

142)

Die Watt'schen Dampfmaschinen in den Kohlenminen der Grafschaft Cornwallis. (Dupin).

143)

Diese Meinung wird noch dadurch unterstüzt, daß der Röhrenkessel jenes Apparates, nach der vorher angeführten Anmerkung des Erfinders (Pol. Jour. Band XXXIX. Seite 13) 150 Quadratfuß Feuerungs-Oberfläche hatte, daher, dem Kessel einer Dampfmaschine von 150/6 = 25 Pferdekräften gleich, zu einem vortheilhaften Kohlenverbrauche von 25 × 3 = 75 Kilogrammen Kohlen per Stunde hinreichte.