Text-Bild-Ansicht Band 44

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Textabbildung Bd. 44, S. 385

Es ist Schade, daß die Resultate der Versuche mit dem Acacienholze nicht genauer aufgezeichnet wurden; es wurde dieß versäumt, da man Anfangs nicht die Absicht hätte, so ausgedehnte Versuche vorzunehmen. Das zweite Stük war, nachdem das Seil brach, in Folge des Versuches nur wenig beschädigt, was gewiß auf eine große Elasticität dieses Holzes deutet, obschon die numerische Bestimmung derselben fehlt. Im Ganzen genommen zeigte sich jedoch das Acacienholz stärker als das Eichenholz, dessen Stärke, wie aus den Versuchen Barlow's hervorgeht, im Allgemeinen geringer war; nur die Stüke N. 7 und 8, die aus ganz besonders schönem Eichenholze bestanden, zeigten eine größere Stärke.

Die Versuche mit dem Eichenholze scheinen zuverlässig zu Gunsten des schnell gewachsenen Holzes zu sprechen. Diese Versuche warfen, wie Hr. Withers bemerkt, neues Licht auf diesen Gegenstand, und führen zu den wichtigsten Resultaten. Sie beweisen nämlich nicht nur, daß ein schnell gewachsenes Holz ein langsam gewachsenes an Güte übertrifft, sondern auch, daß man, wenn man den Wurzeln der Bäume beständig Dünger und Nahrung zuführt, in derselben Zeit beinahe zwei Mal so viel Holz, und zwar ein Holz von größerer Stärke erhält. Die Wichtigkeit dieses Resultates für die Baumzucht wird gewiß Jedermann einleuchten.

Bemerkungen des Hrn. Bevan über diese Versuche.

Ich bedauere mit Hrn. Barlow, daß die Versuche über die Stärke des Acacienholzes nicht genauer aufgezeichnet wurden, und will versuchen diese Lüken durch meine Versuche auszufüllen.

Schon seit einiger Zeit waren mehrere Zimmerleute von Northamptonshire der Meinung, daß das Acacienholz eine außerordentliche Stärke und Dauerhaftigkeit besize; man sendete mir daher, um dieß durch Versuche zu erweisen, ein Musterstük dieses Holzes zu. Ich überzeugte mich hiedurch, daß das Acacienholz gutem Eichenholze an Festigkeit, und auch etwas an Elasticität nachstehe. Was die Dauerhaftigkeit betrifft, so gibt es dafür kein anderes Probemittel, als die Zeit; aus der Textur und aus dem Aussehen der Bruchstelle des Acacienholzes glaube ich jedoch vermuthen zu können, daß dasselbe dem Eichenholze bedeutend an Dauerhaftigkeit nachstehe.

Ich kann nun nach meinen Versuchen die Luke in der vierten Columne der Tabelle des Hrn. Barlow auf folgende Weise ausfüllen. Nach meinen Versuchen ist der Modulus der Elasticität des Eichenholzes 4,560,000 Fuß, woraus sich leicht für jedes Stük dieses Holzes die Biegung berechnen läßt, die dasselbe unter einem gegebenen Druke erleidet. In dem speciellen Falle des Hrn. Barlow, in welchem l = 50, b = d = 2 und δ = 1 und die specif. Schwere = 710 ist, ergibt sich (710 × 4,560,000)/4500 = 720 als das Gewicht, welches nöthig ist, um eine Biegung von einem Zoll hervorzubringen.

Wer mit Versuchen dieser Art genauer bekannt ist, wird finden, daß die Biegung um einen ganzen Zoll sich dem Ultimum der Biegung zu sehr nähert, als daß sie das wahre Maß für die Elasticität eines Stükes geben könnte. Bei den Versuchen des Hrn. Barlow beträgt die Biegung im Durchschnitte 2/3 des Ultimums der Stärke statt 1/3, bei welchem lezteren die Textur der Stüke weniger gelitten haben würde.

Es wäre sehr gut gewesen, wenn Hr. Barlow bei seinen Versuchen auch über die Zeit, während welcher die Stüke dem Druke ausgesezt waren, etwas gesagt hätte, indem die Biegung mit dieser Zeit zunimmt, besonders wenn die Last in einem so nahen Verhältnisse zu dem Brechgewichte steht.

Hr. Barlow hat, um die Elasticität auszudrüken, bloß die proportionalen Zahlen angegeben; es wäre vielleicht von allgemeinerem Ruzen gewesen, wenn er den Modulus der Elasticität mitgetheilt hätte. Ich füge daher, damit die Leser die relative Zähigkeit der verschiedenen Hölzer, mit welchen Hr. Barlow seine Versuche machte, vergleichen können, folgende Liste des Modulus der Elasticität bei, die ich nach einer sehr einfachen Formel berechnete.

So ist

a | 4500 Modulus der Elasticität in Fußen
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
b | Specifische Gewicht Gewicht in Pfunden

woraus sich ergibt, daß der mittlere Modulus der Elasticität für die einzelnen Hölzer beinahe folgender ist

Fuße
Eichenholz 3,303000
Tunkabohnenholz 5,795000
Curbarilholz 4,693000
Kugelbaumholz 5,890000
Greenheartholz 6,105000
Cabacallyholz 4,730000
Afrikanisches Eichenholz 5,532000
Amerikanisches Birkenholz 5,295000
Gemeines Birkenholz 5,420000
Eschenholz 4,150000

Ulmenholz

3,135000
Christiania-Tannenholz 5,305000
Memel-Tannenholz 6,260000

Hieraus erhellt, daß wenn man diese Hölzer (deren Stüke wahrscheinlich besser waren, als man sie gewöhnlich erhält) mit ihrer Schwere vergleicht, keines derselben eine größere Zähigkeit besizt, als das Memel Tannenholz.

Uebrigens würde der Werth dieser Versuche noch bedeutend erhöht worden seyn, wenn Hr. Barlow auch die äußerste Biegung der Hölzer mitgetheilt hätte; er würde durch die Angabe derselben gewiß Jedermann, und Niemand mehr als mich verpflichten.

XCIV.  Miszellen.

Alphabetisches Verzeichniß der Brevets d'invention, de perfectionnement und d'importation welche im Jahr 1831 in Frankreich ertheilt wurden.83)
Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. Februar 1832, S. 65.

Archbald, zu Paris, place Dauphine N. 42, den 2. April, für 15 Jahre: auf eine Methode den Zukerrohrsaft unmittelbar zu behandeln, um krystallisirten Zuker daraus zu gewinnnen. (B. I.)

Ardaillon, Bessy und Comp., zu St. Chamond, Dept. d. l. Loire, den 20. Sept., für 10 Jahre: auf eine Methode Flintenläufe mittelst eines Strekwerkes zu verfertigen. (B. I.)

Aubergier G., zu Clermont-Ferrand, Dept. d. Puy-de-Dôme, de, 21. Mai, für 5 Jahre: auf eine Maschine zur Fabrikation ausgekehlter Ziegel (briques bouvetées). (B. I.)

Aubin P., zu Paris, rue du Fabourg St. Martin N. 69, den 16. August, für 5 Jahre: auf eine Methode zum Täfeln in Mosaik (B. I.)

Baccuet E., zu Paris, rue Croix des Petits Champs N. 31, den 12. Decbr., für 5 Jahre: auf einen mechanischen Controlleur, durch welchen die Zahl der Reisenden, die in einen Wagen eingestiegen sind, angegeben wird. (B. I. P.)

Beauduceau père, zu Paris, rue des 3 Bornes N. 13 bis, den 27. April, für 15 Jahre: auf ein hydraulisches Rad, welches das Wasser auf die Höhe seiner Achse hebt, und welches durch Pferde, die in einem Rade gehen, getrieben wird. (B. I. P.)

Beaumont Ch., zu Paris, rue de la Harpe N. 90, den 14. April für 5 Jahre: auf einen Apparat, den er Moderateur hydrostatique nennt, durch den die Wirkung verschiedener Triebkräfte gemäßigt werden soll, und der sich zu verschiedenen Zweken anwenden läßt. (B. I.)

Bénard F., zu Vendôme, Dept. Loire et Cher, den 10. Septbr., für

81)

Ein westindisches Holz, woraus Vorzüglich die Bloksnägel für Schiffe verfertigt werden, dessen systematischen Namen wir aber nicht auffinden konnten.

A. d. Ueb.

82)

Das Holz der Betula lenta L.

83)

Die Buchstaben am Ende haben folgende Bedeutungen: (B. I.): Brevet d'invention; (B. I. P.): Brevet d'invention et de perfectionnement; (B. P.): Brevet de perfectionnement; (B. Imp.): Brevet d'importation; (B. Imp. P.): Brevet d'importation et de perfectionnement; (B. I. Imp.): Brevet d'invention et d'importation.