Text-Bild-Ansicht Band 44

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Birmingham- und London-Eisenbahn.

Die Streke, welche für die Eisenbahn zwischen Birmingham und London ausgemessen worden, ist 112 1/2 englische Meilen lang. An den Dämmen ist eine Basis von 2 Fuß auf 1 Fuß Höhe zugegeben. Die Neigung beträgt nie mehr als 16 Fuß in der Meile oder 1 Fuß aus 360 Fuß. Es sind 10 Tunnels nöthig, von denen einer 1 1/4 Meile, ein zweiter Eine Meile, ein dritter eine halbe Meile und die übrigen weniger als 1/4 Meile lang sind. Es sollen nur 2 Bahnen errichtet werden: eine zum Hin- und eine zum Zurükfahren. Die Kosten der ganzen Unternehmung werden auf 2,400,000 Pfd. Sterl., die rohe Einnahme auf 671,000 Pfd. Sterl. angeschlagen. (Aus dem Mechanics' Magazine Nr. 450 S. 448.)

Schmelzen der Eisenerze in Hochöfen mit Holz.

Hr. de Fock, Oberster der Artillerie, soll endlich in seinem Hüttenwerke in der Nähe von Petersburg die wichtige metallurgische Aufgabe, die Eisenerze mittelst Holz ohne Kohlen in den Hochöfen auszuschmelzen, gelöst haben. Wenn die Sache richtig ist, und wenn sich die Methode des Hrn. de Fock auch bei uns mit Vortheil anwenden läßt, so könnten unsere Hüttenarbeiten dadurch vielleicht sehr vereinfacht, und der Ertrag derselben merklich erhöht werden. (Aus dem Recueil industriel. Januar 1832, S. 84.)

Lettern für Blinde.

Die Lettern, mittelst welcher Blinde mit einander correspondiren können, und für welche deren Erfinder, Hr. G. Gibson zu Birmingham, von der Society of Arts die goldene Medaille erhielt, bestehen aus kleinen Würfeln, deren Seiten sämmtlich bis auf eine einzige eben sind. Auf dieser einen Seite ist einer der Buchstaben des Alphabetes mit Nadelspizen verzeichnet, welche beiläufig um 1/10 Zoll hervorragen. Der Blinde nimmt diese Lettern, drükt sie in das Papier, und erzeugt dadurch auf der Kehrseite kleine Vorsprünge, welche er mit den Fingerspizen leicht fühlen und lesen kann, wie die Erfahrung bereits erwies. Das Papier muß hierbei die Spizen leicht durchdringen lassen, und doch gehörig unterstüzt werden; am Besten ist es, wenn man ein Kissen unterlegt. (Aus dem Recueil industriel. Januar 1832, S. 84.)

Aingworth's Patent-Knöpfe.

Hr. B. Aingworth, Knopfmacher zu Birmingham, nahm am 30. August 1831 ein Patent auf eine Verbesserung in der Verfertigung der Knöpfe, welche nach dem Register of Arts April 1832 S. 80 und dem Repertory of Patent-Inventions April 1832 S. 200 kürzlich auf Folgendem beruht. Die Knöpfe des Patent-Trägers bestanden früher aus einer Metallscheibe von der Größe des Knopfes, den man verfertigen wollte, auf diese Scheibe wird vorne eine, und hinten zwei Scheiben Papier gelegt, und alle diese Scheiben wurden mit Wollen-, Seiden- oder einem anderen Zeuge überzogen, der hinter dem Knopfe zusammengezogen werden mußte. Hierauf wird ein kreisförmiges Metallstük mit einem Loche in der Mitte angebracht, und durch dieses Loch der elastische Hals gezogen, der aus einem Stüke von 1/16 Zoll Länge bestand. Das Rükenstük war an seinem Umfange gezähnt, und diese Zähne wurden mittelst einer Presse eingebogen und angedrükt, so daß auf diese Weise alle Theile gesichert waren. Nach der Verbesserung des Patent-Trägers wird aber jezt das Rükenstük mit dem Loche flach und nicht gesägt gemacht, und die äußere Fläche desselben mit Zeug überzogen. Die verschiedenen Theile des Bodens werden nun dadurch zusammengehalten, daß man die vordere Scheibe größer als den Knopf macht, der verfertigt werden soll, und daß man dann die Ränder dieser Scheibe mittelst einer Presse zurükbiegt und einpreßt. Auf diese Weise soll man flächere Knöpfe erhalten, welche die Kleider weniger abnüzen. – Das Repertory macht sich über dieses Patent lustig, und sagt: je mehr Arten von Knöpfen, desto besser; je mehr Maschinen, desto besser; je mehr arbeitende Hände, desto besser; und je mehr Patente, wird die Regierung sagen, desto besser!