Text-Bild-Ansicht Band 44

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einem jährlichen Verluste von mehr als einer Million Franken betrieben worden ist42).

Um diesen Uebelstand zu heben, eine wahrhafte Verbindung der beiden Meere herzustellen, und dem Canal von Languedoc selbst die ihm ursprünglich zugedachte Wichtigkeit zu geben, sind schon früher vom General Lamarque, vom Inspecteur général des ponts et chaussées Dechamps, von dem Ingènieur en chef Laupies, von den HH. de la Boulinière und Dralet, Vorschläge zur Fortsezung dieses Canals von Toulouse bis Bayonne gemacht worden, welche alle darin übereinkamen, daß der neue Canal von Toulouse bis St. Gaudens und Montrejeau neben der Garonne aufwärts zum Theilungspunkte am Fuße der östlichen Seite der hohen Fläche (plateau) zwischen Labarthe und Avezac, und von da abwärts im Thale des Arros neben diesem Flusse und dem Adour bis in die Nähe von Bec-du-Gave geführt werden soll, wo sich derselbe in einer geringen Entfernung von Bayonne mit dem Strome des Adour verbände.

Hr. Galabert, ein pensionirter Obrist, hat nun diese Idee von Neuem aufgefaßt, und, nachdem er die ganze Linie auf seine eigenen Kosten untersucht, nivellirt und aufgenommen, durch eine Unterwerfungsacte (Soumission) gegen die Regierung sich anheischig gemacht, diesen neuen Canal, in Verbindung mit einer Gesellschaft von Capitalisten, ohne alle Kosten für den Staat oder die Regierung, auszuführen. Die ganze Länge dieses Canals wird 339,943 3/4 Meter,43) seine Breite 22 Meter, und seine Tiefe 3 Meter betragen. Der höchste oder Theilungspunkt liegt von der östlichen Seite über Toulouse 422 Meter, 22, und am westlichen Abhang gegen Bayonne 543 Meter, 97 über dem Ausfluß des Adour; und diese Erhöhung wird durch 276 Schleußen überstiegen. Das nöthige Speisewasser wird dem höchsten Punkte des Canals aus dem Flusse Neste, welcher in einem südwärts höher liegenden Thale seinen Lauf hat, durch einen gegrabenen Stollen von 3666 Meter Länge zugeführt. Die Kosten der ganzen Anlage, welche durch den Beitritt vieler an der Unternehmung betheiligten Unternehmer, die ihre Gründe hiezu unentgeldlich abzutreten sich erboten haben, und durch den außerordentlich niedrigen Preis der meisten Materialien, so wie der Arbeitslöhnungen in jenen armen Gegenden, ungemein erleichtert werden, schlägt Hr. Galambert zu 40 Millionen Franken an, was im Durchschnitte nur 117,66 Franken für ein Meter beträgt.44)

Dagegen berechnet Hr. Galambert das Erträgniß der Schleußengebühren, welche von allen auf seinem Canale transportirten Waaren und Producten verschiedener

42)

Die erste Anlage dieses 24 1/2 deutsche Meilen langen Canals, auf welchem nur 45 Schleußen sich befinden, hat, ohne die in der Folge nöthig gewordenen Verbesserungen und Zusäze, nach jezigem Geldwerthe, 33 Millionen Livres gekostet, was in unserm Gelde 15 1/8 Millionen Gulden, und für die halbe deutsche Meile oder eine bayerische Stundenlänge 316,120 fl. beträgt; und obwohl über 3 Millionen Centner von Waaren und Producten verschiedener Art auf diesem Canale jährlich verführt werden, so ist doch, nach den genauesten Berechnungen der HH. Andreossy, Say und anderer französischen Schriftsteller, das finanzielle Erträgniß kaum 1 1/4 Procent des ausgelegten Capitals.

43)

Dieß sind 91 7/10 bayerische Stundenlängen, und um 98,798 Meter mehr als die Länge des Canal du midi.

44)

Von dem Canal de Languedoc, dessen Anlage bei einer Länge von 241,146 Meter 33 Millionen Franken gekostet hat, kommen auf 1 Meter 136,8 Fr., und von dem Canal Saint-Quentin, dessen Länge nur 52,522 Meter beträgt, 228,4 Fr. auf 1 Meter. Eine von der Direction générale des ponts et chaussées abgeordnete Commission hat in ihrem über den Plan des Hrn. Galambert erstatteten Berichte vom 26. December 1826, die Kosten des Canal des Pyrenées zu 58,598,482 Fr. angeschlagen; was auf 1 Meter 172 Fr. betragen würde. Hr. Ritter von Baader hat in seinem zu Paris im Jahre 1829 erschienenen Werke: Sur l'avantage de substituer des chemins de fer à plusieurs canaux navigables projetés en France, eine synoptische Tabelle von 115 englischen, französischen und nordamericanischen Canälen von verschiedenen Dimensionen geliefert, nach welcher die Kosten der Anlage von einem Meter im Durchschnitte auf 330,38 Fr. zu stehen kommen; was für eine halbe deutsche Meile oder eine bayerische Stundenlänge 561,336 Gulden beträgt.