Text-Bild-Ansicht Band 46

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Polytechnisches Journal.

Dreizehnter Jahrgang, neunzehntes Heft.

I. Auszug aus einem Berichte der HH. Albert Schlumberger und Emil Koechlin über eine aus Auftrag der Société industrielle von Mülhausen unternommene Reise, um das neue System von Dampfkesseln der Herren Séguin und Comp. zu Saint-Etienne zu untersuchen.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen, N. 22 von 1832, übersezt.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die neuen Dampfkessel der HH. Séguin und Comp., welche wir zu untersuchen hatten, erzeugen Dampf für fortschaffende Maschinen von mittlerem Druke (drei Atmosphären), deren man sich zum Transport der Steinkohlen auf der Eisenbahn von Rive de Giers bedient.

Aus der Bestimmung dieser Kessel selbst geht hervor, daß man bei ihrem Baue sich besondern Bedingungen unterwerfen mußte, an welche man bei feststehenden Maschinen nicht gebunden ist. Man mußte nämlich:

1) dieselben so klein und leicht als möglich machen, um keine unnüzen Lasten bewegen zu dürfen;

2) die Schornsteine ganz unterdrüken oder solche nur sehr niedrig machen, um die Kosten der langen Stollen, durch welche die Eisenbahn geht, nicht zu sehr zu erhöhen.

Da der zum Betriebe der Maschine nöthige Aufwand von Dampf unveränderlich blieb, so mußte man bei der Verminderung der Dimensionen des Kessels der Einwirkung der Hize eine Berührungsfläche geben, welche zur Erzeugung jener Dampfmenge hinreicht, und zugleich ein Mittel anzuwenden suchen, wodurch ein starker Luftzug, auch ohne Schornstein erhalten würde. In der mehr oder minder vollständigen Lösung dieser beiden Aufgaben, nämlich: mit einem kleinen Kessel und wenig Wasser der Wirkung des Feuers eine große Fläche darzubieten, und einen sehr starken Luftzug ohne Schornstein zu bewirken, scheint uns das Wesentliche des neuen Systems zu bestehen.

Die Mittel, deren man sich hiezu bedient hat, sind folgende (dargestellt auf der I. Tafel).